Windeln wechseln: Stoff- oder Einwegwindeln?

Vergleich: Stoff- oder Einwegwindeln?

Lohnen sich Stoffwindeln oder sollte ich beim ganzen Baby- und Wickelstress lieber bei der Einwegwindel bleiben?

Baby liegt eingewickelt auf einer Decke
©Unsplash/Tim Bish

Windeln und Umwelt

An der Diskussion über Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln scheiden sich die Geister. Neben den unterschiedlichen Ansichten zum Tragekomfort, ist der Umweltaspekt ein wichtiger Diskussionspunkt.

Wer sich nicht zwischen Stoffwindeln und Wegwerfwindeln entscheiden kann, versucht, sich verschiedene Informationen zu diesem Thema einzuholen und findet zwar eine gute Anzahl an Studien und Argumenten, die jedoch mal für die eine und mal für die andere Seite ausfallen. Zudem ist ein Pauschalurteil kaum möglich, denn Vieles hängt auch vom Umgang mit der jeweiligen Windel ab.  Z.B. wie häufig Windeln gewechselt werden, ob Stoffwindeln mit viel oder wenig Waschmittel und in voller oder halb leerer Maschine gewaschen, ob die Waschmaschine energiearm arbeitet und ob die  Windeln im Trockner getrocknet werden usw. Es gibt auch Windeldienste, die Stoffwindeln ein Mal wöchentlich abholen und reinigen – auch das verursacht Umweltbelastungen und kostet zusätzlich.

Während das Wickeln mit Stoffwindeln früher mit mehr Aufwand und teilweise komplizierten Arbeitsschritten durchgeführt werden musste, unterscheidet sich der Vorgang durch neue Materialien und Systeme nun kaum noch vom Wickeln mit Einwegwindeln.

Wichtig ist, dass Du und Dein Baby sich mit der Entscheidung – wie auch immer sie ausfällt – wohl fühlen!

Einige Punkte bei der Bewertung des Umweltaspektes wären:
(Die Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Quelle: www.naturwindeln.de))

  • Bei Stoffwindeln:

    • Wasserverbrauch und Pestizideinsatz beim Anbau der Baumwolle (der bei konventionellem Anbau recht groß sein kann)
    • Bleichen der Windeln und der Überhöschen
    • Energieverbrauch zur Erzeugung von Windeln und Überhöschen
    • PVC- oder andere chlorierte Kunststoffe in den Höschen (lt. ÖKO-TEST teilweise vorhanden)
    • Wasserverbrauch beim Waschen der Windeln
    • Abwasserverunreinigung durch die Wäsche
    • Belastung der Luft mit Schwefeldioxid und Stickoxiden durch die Emissionen der Kraftwerke, die den Strom für das Waschen und eventuell auch das Trocknen liefern
    • Energie- und Rohstoffverbrauch für die Herstellung des Waschmittels
    • Beim Windeldienst die Luftbelastung, die durch das Ausfahren entsteht
    • (Nicht verrott- oder recycelbare) Überreste bei der Entsorgung des Innenvlieses und der Windeln und Überhosen nach Verschleiß, und ev. auch der Windelverpackung
    • Transporte der Rohstoffe und einzelnen Windeln zum Verbraucher
  • Bei Wegwerfwindeln:

    • Nicht verrott- oder recycelbare Überreste bei der Entsorgung der Windeln (die Plastikhülle und die Polyacrylate sind nicht biologisch abbaubar; die Verpackung ist heute meist aber wieder verwertbar)
    • Die Müllmenge – der Berg, den ein 30-Monate altes Wickelkind produziert hat, wäre ca. fünf Meter hoch und würde fast eine Tonne wiegen. Dazu kommt noch die Verpackung (die aber in den letzten Jahren stetig geschrumpft ist). Das sind im Schnitt 5 Prozent des deutschen Müllaufkommens, in manchen Städten sogar 10. Manche Gemeinden haben solche Probleme mit ihrem Müll, dass sie Eltern, die mit Stoffwindeln wickeln wollen, finanziell unterstützen
    • Verbrauch am Grundstoff „Baum“ zur Erzeugung des Zellstoffs
    • >Wasserverbrauch und Abwasserverunreinigung bei der Herstellung des Zellstoffs (der allerdings in den letzten Jahren stark gesunken ist)
    • Energie- und Rohstoffverbrauch bei der Herstellung des Superabsorbers
    • Energie- und Rohstoffverbrauch (Erdöl) bei der Herstellung der Plastikhülle
    • Energie- und Rohstoffverbrauch für die Herstellung der Vliesstoffe (i.d.R. Polypropylen)
    • Transport der Rohstoffe und einzelnen Windeln zum Verbraucher