Großeltern-Knigge 6

Tipps für Großeltern

Wir haben hier ein paar Tipps für werdende Großeltern gesammelt.

©Pexels/Scott Webb

Tipps für Großeltern

  • Erinnern Sie sich an Ihre Zeit als junge Mutter/junger Vater: Welche Probleme gab es mit Ihren Eltern und Schwiegereltern?
  • Bieten Sie Hilfe an aber drängen Sie sich nicht auf. Machen Sie klar, dass Sie auf Anfrage bereit sind, mit Rat und Tat zu helfen.
  • Denken Sie daran, dass sich in den letzten Jahren viel geändert hat. Fragen Sie interessiert nach, wie bestimmte Dinge heute gehandhabt werden und vermeiden Sie Sätze wie „Wir haben früher aber …“.
    Beginnen Sie lieber mit „Heute ist das sicher anders als damals …“ und respektieren Sie es, wenn die jungen Eltern anders handeln als Sie. Es stellt Ihre Leistungen als Eltern nicht in Frage.
  • Passen Sie sich dem Rhythmus der Familie an. Fragen Sie zu welcher Zeit und wie lange Ihr Besuch erwünscht ist.
  • Vermeiden Sie bei Babys zu viele Reize: nicht zu laut reden, nicht alle durcheinander sprechen, nicht zu viel Hoppe-Reiter und ähnliche Spielchen. Alles in Maßen und nur so lange wie es vom Baby und den Eltern akzeptiert wird.
  • Fühlen Sie sich nicht abgelehnt, wenn das Baby mal nicht bei Ihnen sein möchte. Es hat eine enge Bindung an die Eltern und fühlt sich dort am Sichersten. Eine Bindung zu den Großeltern brauch evtl. ein wenig Zeit und schon Kleinigkeiten wie z.B. eine Brille können Babys aus der Fassung bringen.
  • Kommen Sie der Aufforderung, das Baby an seine Mutter zu geben, stets sofort nach.
  • Wecken Sie keine schlafenden Babys – auch nicht, wenn sie extra den weiten Weg gekommen sind um Ihr Enkelkind zu sehen.
  • Zeigen Sie Interesse an Ihrem Enkelkind, z.B. indem Sie Fotos machen oder die Eltern um Aufnahmen bitten. Zeigen Sie Ihren Stolz auf das Enkelkind und auch auf die jungen Eltern, die gerade ihr Bestes geben.
  • Vermeiden Sie diese Sätze:
    • Das Kind wird nicht satt.
    • Deine Milch reicht nicht aus.
    • Du verwöhnst es.
    • Wann willst du ihm den mal etwas richtiges zu essen geben?
    • Was? Es schläft noch nicht durch?
    • Du kannst es ruhig mal schreien lassen!

Diese Dinge haben sich geändert:

  • Die Windeln sind saugfähiger geworden, so dass Zinksalbe und Puder ausgedient haben.
  • Mütter stillen so lange wie möglich, denn diese Kost reicht in den ersten 6 – 8 Monaten aus, um ein Baby zu ernähren. Stillen schützt vor Allergien und Krankheiten. Zufüttern mit Flasche ist nicht nötig solange das Baby nicht an Gewicht verliert.
  • Babys werden nicht mehr nach Zeitplan gestillt sondern nach Bedarf – also wenn sie Hunger haben. Frische und „alte“ Milch darf sich im Magen mischen.
  • Babys müssen nicht innerhalb kürzester Zeit durchschlafen. Jedes Kind ist da anders und das sollte man so akzeptieren.
  • Babys haben Wachstumsschübe, in denen sie sehr unleidlich sind und die Nähe der Eltern brauchen. Sie haben dann verstärkt Hunger und müssen häufiger gestillt werden damit die Brust mehr Mich produziert. Zufüttern wäre hier kontraproduktiv.
  • Babys müssen zur Nacht nicht mit Schmelzflocken gestopft werden, damit sie durchschlafen. Schmelzflocken haben durch die optimierte Flaschennahrung in der Baby-Ernährung ausgedient. Zu viel Essen am Abend macht zudem Bauchweh und fördert Allergien.
  • Kein Honig auf Schnuller oder Sauger. Er kann den tödlichen Säuglingsbotulismus auslösen und darf in den ersten Lebensjahren nicht gegeben werden.
  • Babys schlafen auf dem Rücken. Sie ersticken nicht an ihrer erbrochenen Milch. Bauch- und Seitenlage zum Schlafen fördern den plötzlichen Säuglingstod.
  • Keine Decken und Kissen, statt dessen schlafen Babys heute im Schlafsack um nicht zu überhitzen (Vermeidung des plötzlichen Kindstods).
  • Babys kann man nicht verwöhnen. Wenn ein Baby weint, dann sollte man sich ihm zuwenden. So wird es Vertrauen in seine Familie entwickeln und die Welt als freundlich kennen lernen. Kinder, deren Bedürfnisse nach Nähe im ersten Lebensjahr erfüllt werden, können leichter ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln.

Das hat sich nicht geändert:

  • Pucken beruhigt Kinder. Wenn Sie es noch gelernt haben, erzählen Sie davon und zeigen Sie es auf Nachfrage.
    Eine Zeitlang war man der Ansicht, dass die Enge die Bewegungsfreiheit und damit die Entwicklung behindere, dies ist in den ersten drei Monaten aber nicht der Fall. Die Enge gibt dem Baby Sicherheit.
  • Babys müssen auch mal auf den Bauch gelegt werden. Wenn sie wach sind, sollte man dies immer wieder für einen Moment machen, damit sich die Nacken- und Schulter-Muskulatur entwickeln kann.
  • Ein Baby muss auch mal schreien – richtig, aber nur wenn es auf dem Arm einer vertrauten Person ist. Wenn es sich nicht beruhigen lässt, kann man es durchaus auf dem Arm ein wenig seinen Zorn oder seine Anspannung heraus schreien lassen. Von hektischen Beruhigungsversuchen und Ablenkung ist eher abzuraten.
  • Babys müssen „Bäuerchen“ machen, sonst bekommen sie Bauchweh.
  • Das beste Heilmittel gegen viele kleine Beschwerden wie Wundsein und Schnupfen heißt noch immer Muttermilch (innerlich und äußerlich verwendet).