Trinkmenge für dein Baby: Wie viel sollen Säuglinge trinken?

Wie viel sollen Babys und Kinder trinken?

Trinken ist wichtig, auch und gerade für Kinder! Doch wie viel Flüssigkeit brauchen Babys und Kleinkinder überhaupt? Welche Getränke eignen sich am Besten? Wann muss es etwas mehr sein? Was tun, wenn das Kind nicht ausreichend trinkt und wie erkenne ich das? Diese und ähnliche Fragen stellen sich wohl die meisten Eltern in den ersten Lebensjahren ihres Kindes. Die Antworten findest Du hier!

Von Trinkmuffeln und Vieltrinkern

Durst ist das erste Anzeichen, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt, deshalb sollte er gar nicht erst aufkommen. Grundsätzlich sollten Kinder so viel trinken dürfen, wie sie möchten, jedoch nicht ununterbrochen an der Nuckelflasche oder dem Trinkbecher hängen – das ständige Umspülen mit Flüssigkeit schadet sonst den Zähnen, und zwar selbst bei purem Wasser.

Eltern sollten ihrem Kind gesundes Trinkverhalten vorleben, indem auch sie über den Tag verteilt regelmäßig zum Wasserglas greifen. Kleinen Trinkmuffeln kann man tagsüber immer wieder zwischendurch einen Schluck anbieten und sie ans Trinken erinnern, doch bitte nicht zum Trinken zwingen!

Was Kinder trinken sollten

Neben der ausreichenden Menge, zählt auch was der Nachwuchs trinkt.

  • Wasser mit wenig oder (besser noch) ohne Kohlensäure, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees eignen sich am Besten. Es sollte deshalb den Großteil aller Getränke ausmachen. Pfefferminztee ist noch nichts für Babys, da er Menthol enthält.
  • Beim Tee-Kauf sollten Eltern Beuteltee oder losen Tee kaufen, keine Granulate, dafür aber auf Bio-Anbau achten, da in den Herkunftsländern einiger Tees ungesunde Spritzmittel verwendet werden.
  • Gemüse- und Fruchtsäfte enthalten viel Zucker, sie sollten also nur als Schorle (Verhältnis 3:1) angeboten werden. Die Fruchtsäure der Säfte greift außerdem die Zähne an und kann zudem bei manchen Babys für einen wunden Po sorgen. Säfte und Saftschorlen nicht vor dem Zähneputzen trinken – mind. 30 Minuten Abstand halten denn die enthaltene Säure weicht den Zahnschmelz auf und dieser wird dann durch das Putzen beschädigt.
  • Milch eignet sich für Kinder ab einem Jahr, wird aber eher zu den flüssigen Nahrungsmitteln statt zu den Getränken gerechnet.

Nicht geeignet:

  • Koffeinhaltiges (Kaffee, Cola, Energie-Drinks, Schwarzer Tee) ist für Kinder tabu. Ebenso Limonaden und andere stark zuckerhaltige Getränke.

Säfte lieber nicht zu früh anbieten

Ob voll gestillt oder mit der Flasche gefüttert: Säuglinge brauchen in der Regel keine zusätzlichen Getränke. Mit dem Einführen der Beikost kann man dem Baby erstmals etwas zu Trinken anbieten, ein paar kleine Schlückchen zu jeder Breimahlzeit reichen am Anfang völlig aus. Es muss sich an den ungewohnten Geschmack erst einmal gewöhnen, dafür kann man auch schon vorher etwas Tee ins Fläschchen geben. Mag ein Kind mal kein Wasser oder Tee, kann man verschiedene Sorten ausprobieren. Vielleicht mag es den Tee ja lieber lauwarm oder es bevorzugt Kamille statt Fenchel (gut bei Blähungen)?

Solange ein Baby den süßen Geschmack nicht kennt, wird es diesen auch nicht vermissen. Daher sollten auf keinen Fall Süßmittel zum Getränk gegeben werden. Manche Eltern denken, es sei vielleicht gesünder, mit Honig statt mit Zucker zu süßen, jedoch ist es nicht nur genauso ungesunden:

Honig kann außerdem zum gefährlichen Säuglingsbotulismus führen – darum darf Honig nicht vor dem ersten Geburtstag gegeben werden.

Viele Eltern geben bei Tee vorschnell auf und beginnen zu früh mit Säften oder Fruchtschorlen. Der Geschmack von Babys und Kleinkindern variiert jedoch. Beim Trinken und Essen gilt deshalb die Faustregel: Erst nach neunmaligem Verweigern eines bestimmten Lebensmittels, kann man davon ausgehen, dass ein Kind dieses wirklich nicht mag. Bis dahin sollte man abgelehnte Speisen und Getränke einfach ein anderes mal wieder versuchen.

Wie viel sollten Babys und Kinder trinken?

Wie viel Flüssigkeit Kinder brauchen hängt nicht nur vom Alter ab, sondern beispielsweise auch davon, was sie essen und wie viel sie sich bewegen. Als grobe Richtlinie gilt bei einem Kind unter einem Jahr ein Flüssigkeitsbedarf von 500 ml, von einem bis drei Jahren etwa 700 ml, Vier bis Sechsjährige brauchen rund 850 ml. Danach sollte es mindestens ein ganzer Liter sein.

Doch diese Mengen werden nicht nur durch Getränke gedeckt, auch die meisten Speisen enthalten Wasser, vor allem Gemüse, Obst und Suppe. Dies kann beim Zusammenzählen der gesamten Flüssigkeiten berücksichtigt werden.

Im Sommer, nach körperlicher Anstrengung und bei Krankheit steigt der Bedarf entsprechend. Vor allem wenn der Nachwuchs Fieber, Erbrechen oder Durchfall hat ist ausreichendes Trinken besonders wichtig, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen!

Erste Anzeichen, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt

Wenn Kinder zu wenig trinken, neigen sie zu Verstopfung und der Urin färbt sich dunkler. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Mund und Lippen sind trocken, die Haut ist unelastisch.

Fehlt sehr viel Wasser, zum Beispiel durch starkes Erbrechen oder Durchfall, kann es zu Schwindel, Schwächegefühl und Kreislaufbeschwerden kommen, das Kind ist kraft- und teilnahmslos, es wirkt zunehmend apathischer.

Bei Babys sinkt die Fontanelle ein, die Windeln sind weniger voll, beim Weinen fehlen die Tränen oder sie bekommen Fieber. Spätestens bei diesen Anzeichen sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, der den Flüssigkeitsverlust mit Infusionen oder Elektrolytlösungen ausgleichen kann. Denn Dehydrierung kann für kleine Kinder und Babys schnell gefährlich werden.

Stillende Mütter

Auch stillende Mütter sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Besonders im Sommer vergessen Mütter manchmal, dass sie durch Schwitzen mehr Flüssigkeit verlierern. Um nicht nur sich selbst zu versorgen sondern auch das Baby ausreichend zu sättigen und mit Flüssigkeit zu versorgen, muss sie bei heißem Wetter besonders viel trinken.