Vaterschaftstest - Kosten, Recht, Vaterschaftsanerkennung

Ein Vaterschaftstest klärt Unsicherheiten

Immer wieder kommt es vor, dass ein Vater prüfend sein Kind betrachtet und nach Ähnlichkeiten sucht. Die Farbe der Haare, die Unterschiede im Wesen – manchmal überwiegen einfach die Zweifel an der Vaterschaft. Mit einem Vaterschaftstest kann schnell Klarheit geschaffen werden. Aber, ganz so einfach, wie manche Väter und auch Omas, Opas oder andere Verwandte des Kindes sich das wünschen, geht es nicht (mehr).

Durch das Familiengesetz ist geregelt, dass auch ein privat in Auftrag gegebenes Gutachten, als Beweis bei Gericht verwendet werden kann. ©lira_n4 via Twenty20

Wie kann ein Vaterschaftstest gemacht werden?

Seit Februar 2010 gilt in Deutschland das Gendiagnostikgesetz (GenDG). Das Gesetz regelt eindeutig, dass heimliche Tests nicht mehr durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden dürfen. Selbstverständlich darf ein Test auch weiterhin privat in Auftrag gegeben werden, es müssen lediglich alle teilnehmenden Personen mit dem Test einverstanden sein. Das Einverständnis für ein minderjähriges Kind wird durch den oder die Erziehungsberechtigten gegeben.

Auch, wenn nun durch dieses Gesetz die Hürden, die vor einem Vaterschaftstest zu nehmen sind, erhöht worden sind, so kann man doch von einer Verbesserung der Situation sprechen. Wurden vor dem Gesetz Tests ohne das Wissen aller Beteiligten durchgeführt, so wurde damit auch massiv in das Persönlichkeitsrecht dieser Personen eingegriffen. Heute hat jeder die Gewissheit und Sicherheit, informiert zu werden, bevor ein Vaterschaftstest durchgeführt wird. Sollte es zu Unstimmigkeiten kommen, und der Test wird durch einen der Erziehungsberechtigten verweigert, so kann die Zustimmung durch ein Familiengericht erwirkt werden.

Was kostet ein Vaterschaftstest?

Eine Analyse zur Klärung der Vaterschaft (z.B. auch vor Vaterschaftsanerkennung) darf auch nach in Kraft treten des GenDG privat in Auftrag gegeben werden. In diesem Falle hat der Auftraggeber die Möglichkeit, sich selber am Markt zu informieren und ein für ihn passendes Angebot zu finden. Die Kosten für einen Vaterschaftstest in einem privaten Labor bewegen sich zwischen 200 Euro und 700 Euro.

In seltenen Fällen können die Kosten für einen Vaterschaftstest vom Jugendamt übernommen werden, dies liegt aber im Ermessen des Amts und wird sehr unterschiedlich gehandhabt.
Wer die Kosten des Tests nicht komplett tragen kann, hat beim Labor häufig die Möglichkeit der Ratenzahlung, dann wird das Testergebnis aber erst nach Zahlung der letzten Rate übermittelt.

Sobald ein Gericht eingeschaltet wird, kann es sein, dass die Analyse durch ein vom Gericht ausgewähltes Labor durchgeführt werden muss, was einen solchen Test teurer macht.

Durch das Familiengesetz ist jedoch geregelt, dass auch ein privat in Auftrag gegebenes Gutachten als Beweis bei Gericht verwendet werden kann. Dabei ist darauf zu achten, dass die Probennahme vor einem unabhängigen Zeugen, wie z.B. einem Arzt, durchgeführt wird und das Gutachten durch ein Labor mit hohem Qualitätsstandard erstellt wird, was vom Labor z.B. durch die Akkreditierung nachgewiesen werden kann.

Bei der Wahl eines Labors sollte auch darauf geachtet werden, dass ausländische Labore nicht der deutschen Gerichtsbarkeit unterliegen. Die gesetzlichen Anforderungen an die Qualitätsstandards zur Durchführung von Vaterschaftstests für solche Labore unterscheiden sich teilweise massiv von jenen hierzulande. Fehlerhafte Analysen können nicht vor deutschen Gerichten angefochten werden.

Was muss ich tun, um einen Test durchzuführen?

Sobald man sich für einen Anbieter entschieden hat, kann man sich dort ein üblicherweise kostenloses Testset bestellen. In diesem Set sind alle Unterlagen enthalten, die für die Durchführung notwendig sind. Ein Vaterschaftstest kann mit Blut durchgeführt werden. Die Blutabnahme ist aber immer unangenehm. Die eindeutig bequemere Variante ist die Analyse anhand eines Mundhöhlenabstriches, umgangssprachlich auch Speichelprobe genannt. Anhand dieser Speichelproben wird das durchführende Labor DNA Profile der Probanden erstellen, die miteinander verglichen werden. Ausgehend davon, dass Vater und Mutter einem Kind immer genau die Hälfte ihres eigenen Erbgutes weitergeben, können bestimmte Regionen auf der DNA auf Gleichheiten untersucht werden.

Ist das Ergebnis sicher?

Ein Gutachten in einem Vaterschaftsnachweis wird aufgrund einer statistischen Auswertung der DNA Analyse erstellt. Beim Ergebnis werden zwei Möglichkeiten unterschieden:

„Vaterschaft ausgeschlossen“ – dieses Ergebnis ist immer zu 100% gesichert. Ein seriöses Labor sollte bei einem solchen Ergebnis die Analyse mit einer Zweitprobe wiederholen, damit Irrtümer ausgeschlossen werden.

„Vaterschaft praktisch erwiesen“ – bei diesem Ergebnis liegt die Wahrscheinlichkeit einer Vaterschaft meist bei 99,99 %, wenn die Mutter sich am Test nicht beteiligt hat. Bei der Analyse eines sogenannten Triofalles, d.h., die Mutter gibt ihre Speichelprobe zusammen mit der des Kindes und des möglichen Vaters ab, werden in der Regel Wahrscheinlichkeiten von über 99,9999% erreicht.

Wie lange dauert die Analyse?

Die Dauer der Untersuchung hängt von der Qualität der eingereichten Proben ab. Üblicherweise kann man davon ausgehen, dass eine Analyse ca. 5-7 Werktage dauert. In der Regel bieten die durchführenden Labore gegen Aufpreis einen Express-Service, um Proben bevorzugt und schneller analysieren zu lassen.

Als eines von Deutschlands größten Biotechnologie-unternehmen bietet Eurofins Medigenomix eine breite Palette von Dienstleistungen im Bereich DNA-Analysen an. Neben dem klassischen Vaterschaftstest können auch Ahnenforschung und Abstammungsanalysen
durchgeführt werden: vaterschaftsanalyse.de

Fragliche Vaterschaften klären

Ein ehelich geborenes Kind hat zum Zeitpunkt der Geburt seinen juristischen Vater im dem Ehemann der Frau. Der Erzeuger des Kindes, der biologische Vater, ist damit aber nicht immer gleich der juristische. Er muss, sollte er dies wollen, um die Anerkennung seiner juristischen Vaterschaft vor Gericht kämpfen. Nur so erhält er die Möglichkeit, sein Vaterrechte und –pflichten (Mitsprache in z.B. Erziehungsfragen, bei Behandlungen im Krankheitsfall etc.)  gegenüber dem Kind auszuüben.