Verhütung nach der Schwangerschaft, Teil 2

Verhütung ohne Hormone – Alle Methoden auf einen Blick

Verhütung ohne Hormone? Wir erklären dir, welche Möglichkeiten du hast!

Mann und Frau schlafen im Bett
©Twenty20/Isaiah Stofferahn

Barrieremethoden

Barrieremethoden sollen verhindern, dass Sperma zur Eizelle gelangen kann. Ihre Zuverlässigkeit hängt ganz entscheidend von der richtigen Anwendung ab. In der Stillzeit sind sie gut geeignet, da sie keinen Einfluss auf die Milchproduktion haben und so die Gesundheit des Säuglings nicht gefährden. Die Sicherheit von Barrieremethoden kann durch die zusätzliche Verwendung von chemischen Verhütungsmitteln, also spermienabtötenden Gels, Salben und Cremes, erhöht werden. Sie sind jedoch nicht immer für normale Kondome geeignet.

Das Kondom

Funktionsweise: Wird vor dem Liebesspiel über den Penis des Mannes gezogen und verhindert so ein Eindringen der Samenflüssigkeit in die Gebärmutter. Jedes Kondom kann nur einmal angewendet werden.
Ab wann: Kondome können sofort nach der Geburt angewendet werden. Ist der Wochenfluss noch nicht vorbei, schützen sie auch vor Infektionen.
Pro: Jederzeit einsetzbar, Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie enthalten keine Hormone, sind frei von Nebenwirkungen und haben keinen Einfluss auf den Zyklus. Anwendung nur nach Bedarf.

Contra: Es braucht etwas Übung, um die Sicherheit zu gewährleisten. Außerdem muss vorgesorgt werden, damit immer und überall eines zur Hand ist. Manche Paare fühlen sich von der Unterbrechung des Liebesspiels gestört oder haben ein geringeres Lustempfinden durch das Kondom. Nicht geeignet bei Latexallergie.

Sicherheit: Pearl-Index 2-12
Kosten: Ca. 50 Cent pro Stück
Stillzeit: Für stillende Mütter geeignet.

Das Kondom für die Frau (Femidom)

Funktionsweise: Wird vor dem Liebesspiel eingeführt und kleidet die gesamte Scheide aus. So wird ein Eindringen der Samenflüssigkeit in die Gebärmutter verhindert, durch die Anwendung von samenabtötenden Cremes kann die Sicherheit noch erhöht werden. Jedes Kondom kann nur einmal angewendet werden.
Ab wann: Es kann sofort nach der Geburt angewendet werden. Ist der Wochenfluss noch nicht vorbei, schützen sie auch vor Infektionen.
Pro: Standardgröße, passend für jede Frau. Sie sind jederzeit einsetzbar, auch schon einige Stunden vor dem Sex und schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie enthalten keine Hormone, sind frei von Nebenwirkungen und haben keinen Einfluss auf den Zyklus. Anwendung nur nach Bedarf.
Contra: Einbringen erfordert etwas Übung. Außerdem muss vorgesorgt werden, damit immer und überall eines zur Hand ist. Das Femidom ist nicht sehr diskret, da es von außen sichtbar ist.
Sicherheit: Pearl-Index 5-25
Kosten: Ca. 8 Euro für drei Stück
Stillzeit: Für stillende Mütter geeignet.

Das Diaphragma (Scheidenpessar)

Funktionsweise: Wird vor dem Sex in der Scheide über dem Muttermund platziert. Dadurch kann der Samen nicht in die Gebärmutter gelangen. Ein samenabtötendes Gel, das auf die Gummikappe aufgetragen wird, sorgt für zusätzlichen Schutz. Frühestens sechs Stunden nach dem Akt, spätestens nach 24 Stunden, muss das Diaphragma wieder entfernt werden. Aus Latex oder Silikon erhältlich.
Ab wann: Ab etwa drei Monate nach der Geburt, nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter.
Pro: Keine Hormone, kein Einfluss auf den Zyklus. Gut geeignet bei gelegentlichem Geschlechtsverkehr, da Anwendung nur nach Bedarf.
Contra: Muss nach der Geburt vom Arzt neu angepasst werden. Das Einsetzen erfordert etwas Übung. Selten kann es durch das Gel zu Schleimhautreizungen kommen. Nicht geeignet für Frauen mit abgeknickter Gebärmutter.

Sicherheit: Pearl-Index 1-20
Kosten: Ca. 25 Euro + ca. 10 Euro für das Gel zum Auftragen, Haltbarkeit zwei bis drei Jahre.
Stillzeit: Für stillende Mütter geeignet.

Die Portiokappe

Funktionsweise: Funktioniert ähnlich wie ein Diaphragma, deckt aber einen kleineren Bereich ab und saugt sich am Muttermund fest. Ein samenabtötendes Gel muss nicht, sollte aber verwendet werden, da dies die Sicherheit erheblich erhöht. Entfernung frühestens acht, spätestens 48 Stunden nach dem Sex. Einige Modelle können auch einen ganzen Zyklus lang liegen bleiben. Bei erneutem Geschlechtsverkehr muss dann aber das samenabtötende Gel neu eingebracht werden. Aus Latex oder Silikon erhältlich. Weiterentwicklungen der Portiokappe: LEA contraceptivum, FemCap.
Ab wann: Ab etwa drei Monaten nach der Geburt, nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter.
Pro: Keine Hormone, kein Einfluss auf den Zyklus, Anwendung nach Bedarf.
Contra: Muss nach der Geburt vom Arzt neu angepasst werden. Etwas schwierig in der Handhabung. Selten kann es durch das Gel zu Reizungen der Schleimhäute kommen. Verrutschen ist möglich. Nicht geeignet für Frauen mit abgeknickter Gebärmutter oder Vernarbungen auf dem Muttermund.
Sicherheit: Pearl-Index 4-18
Kosten: Je nach Modell zwischen 30 und 50 Euro + ca. 10 Euro für das Gel zum Auftragen. Haltbarkeit mehrere Jahre, je nach Pflege.
Stillzeit: Für stillende Mütter geeignet.

Dauerhafte Empfängnisverhütung

Ist sich ein Paar sicher, dass die Familienplanung abgeschlossen ist, kann sich einer der Partner sterilisieren lassen. So kann ein dauerhafter Schutz vor ungewollter Schwangerschaft erreicht werden. Eine Sterilisation sollte generell nicht vor dem 35. Lebensjahr durchgeführt werden, da der Eingriff (meist) endgültig ist.

Sterilisation beim Mann (Vasektomie)

Verfahren: Die Samenleiter im Hodensack werden durchtrennt oder abgebunden. Erfolg des Eingriffs wird danach durch mehrere Ejakulationsproben geprüft.
Pro: Eingriff kann ambulant und in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Sehr sicher. Beim Mann ist der Eingriff risikoärmer als bei der Frau. Kein Einfluss auf Hormonproduktion, Libido oder Erektionsfähigkeit.
Contra: Nur teilweise rückgängig zu machen. Vorrübergehende Wundschmerzen, operative Risiken. Verhütung erst nach etwa drei Monaten gewährleistet.
Sicherheit: Pearl-Index 0,1 – 0,25
Kosten: Rund 400 Euro.

Sterilisation bei der Frau

Verfahren: Am Bauchnabel wird ein kleiner Schnitt gemacht (Bauchspiegelung), durch diesen werden die Eileiter entweder durchtrennt, verschweißt, abgebunden oder Teile davon entfernt.
Pro: Bei einem geplanten Kaiserschnitt, kann die Sterilisation während des Eingriffs durchgeführt werden. Auch direkt nach der Geburt möglich. Sehr sicher. Kein Einfluss auf Hormonproduktion, Libido oder Menstruationszyklus. Der Eisprung findet weiterhin statt.
Contra: Vollnarkose notwendig. Eingriff schwieriger als beim Mann, schwer rückgängig zu machen. Vorrübergehende Wundschmerzen, operative Risiken.
Sicherheit: Pearl-Index 0,1
Kosten: Rund 450 bis 500 Euro. Bei medizinischer Indikation werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.