Verstopfung Baby: Ursachen, Gründe und Hilfe

Verstopfung Baby: Ursachen, Gründe und Hilfe

Leidet ein Baby an Bauchweh und ausbleibendem Stuhlgang, könnte eine Verstopfung die Ursache sein. Doch woran erkennt man solch eine „Obstipation“ und wie lassen sich die Beschwerden lindern?

Die Häufigkeit des Stuhlgangs allein ist noch kein sicheres Indiz für Verstopfungen, denn diese variiert je nach Alter und Ernährungsgewohnheiten. Da Muttermilch so gut verdaulich ist, leiden voll gestillte Babys in der Regel nie an einer Obstipation. Sie können mehrmals täglich, oder aber nur einmal in zwei Wochen Stuhlgang haben. Kinder, die mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert werden, haben regelmäßiger die Windel voll und können leichter von Verstopfungen betroffen sein. Bei der Zubereitung der Flaschennahrung muss deshalb unbedingt die genaue Dosierung des Pulvers beachtet werden. Manchmal hilft Babys mit Verdauungsproblemen ein Umstieg auf Milchnahrung mit prebiotischen Ballaststoffen, denn diese ist leichter verdaulich. Wird Milchnahrung mit Schmelzflocken, Karottensaft oder kalkhaltigem Wasser zubereitet, verstärkt dies die Problematik der Verstopfung. Im Gegensatz dazu kann ein Teelöffel Milchzucker im Fläschchen die Symptome lindern (jedoch nur in Maßen und nicht dauerhaft). Haben Babys vor dem Beikoststart dennoch ausbleibenden Stuhlgang, Bauchweh und starke Probleme bei der Darmentleerung, könnten auch organische Ursachen dahinterstecken, die zum Glück aber selten sind.

Umstellung auf Breinahrung

Die Umstellung auf Beikost kann einen festeren Stuhl verursachen. Die Verdauung des Babys muss sich erst an die neue Ernährung gewöhnen und braucht vielleicht einfach etwas Zeit. Bei den Breimahlzeiten ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr aus Wasser oder ungesüßtem Tee zu achten. Tut sich das Baby dennoch schwer die Windel zu füllen, hilft vielleicht eine sanfte Bauchmassage oder „Fahrrad fahren“ mit den Beinchen, um die Darmtätigkeit anzuregen. Ein wenig Öl oder etwas mehr Flüssigkeit im Brei kann auch schon helfen.

Kinder- und Jugendarzt Dr. Jakob Maske warnt jedoch vor anderen Methoden: „Ich würde stets von manuellen Maßnahmen zu Hause abraten, also keine Thermometer in den Popo schieben oder Ähnliches. Dies könnte zu Verletzungen oder Irritationen der Darmschleimhaut führen und damit zur Zunahme der Problematik. Manchmal ist der einmalige Gebrauch eines sofort abführenden Mittels hilfreich, jeglicher Medikamenteneinsatz sollte jedoch nur in ärztlicher Absprache erfolgen.“

Die Auswahl der Breisorten

Leidet ein Baby an festem, hartem Stuhlgang und Problemen bei der Darmentleerung, sollte dies bei der Wahl der Breisorten berücksichtigt werden. Manche Obst- und Gemüsesorten haben nämlich eine stuhlfestigende Wirkung und sollten bei einer Verstopfung eher sparsam gefüttert werden. Zu diesen gehören Karotten, Reis und Reisflocken, Bananen, geriebener Apfel. Außerdem als problematisch gelten Weißbrot, Kakao und Schokolade, die bei der Ernährung von Babys ohnehin vermieden werden sollten. Zu bevorzugen sind Lebensmittel wie Aprikosen, Beeren, Birne, Kürbis, Pastinake und Zucchini. Im späteren Kleinkindalter bieten sich außerdem Vollkornprodukte, Pflaumen, Trauben, Trockenobst, Müsli und Salate zur Anregung der Verdauung an.

Wann der Gang zum Kinderarzt sein muss

Manche Ursachen für eine Obstipation kann nur ein Kinderarzt diagnostizieren, beispielsweise Lebensmittelallergien oder Darmerkrankungen. Dr. Maske, Sprecher des Berliner Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, erklärt wann Eltern sich an einen Arzt wenden sollten: „Immer dann, wenn die Symptome mehr als zwei Monate bestehen und natürlich jederzeit, wenn die Kinder über Tage Schmerzen haben oder sich die Eltern Sorgen machen.  Auch Blut auf dem Stuhl ist zwar meistens harmlos, sollte aber immer ein Vorstellungsgrund beim Kinder- und Jugendarzt sein.“ Wenn ein Kind unter sehr starken Bauchschmerzen, vielleicht zusammen mit Bauchkrämpfen, Erbrechen oder einer harten gespannten Bauchdecke leiden, muss es sofort ärztlich untersucht werden. Dies können Anzeichen für ernstere Erkrankungen, wie beispielweise ein Darmverschluss, sein. Auch zu wenig Flüssigkeit macht den Stuhl fester.  Beim Zahnen, bei fieberhaften Infekten oder Ohrenschmerzen, trinken manche Babys weniger. Eltern, deren Kinder an Verstopfungen leiden, sollten deshalb auch stets an einen Flüssigkeitsmangel denken und bei einer drohenden Dehydrierung einen Arzt aufsuchen.