Großeltern-Guide 5

Was ist denn mit Opa los?

Warum du plötzlich ganz andere Seiten an deinem Papa entdeckst und dich unbedingt mit den Schwiegereltern oder Eltern versöhnen solltest.

Baby liegt in seinem Bettchen und lächelt
©Twenty20/Darby S

Was ist denn mit Opa los?

Als Du noch Baby warst, hatten die Väter meist alle Hände voll damit zu tun, die Familie zu ernähren.
Elternzeit und Elterngeld für Mütter gab es erst Ende der Achtziger (für 12 Monate) und das Kindergeld betrug bis Mitte der Neunziger nur 50,- DM pro Monat – da lastete viel finanzielle Verantwortung auf Vätern.

Inzwischen hat er sich beruflich einen Stand erarbeitet oder ist vielleicht sogar schon in Rente und kann Verpasstes nachholen. Während er also die eigenen Kinder vielleicht oft nur schlafend oder am Wochenende erleben konnte, darf er mit dem Enkelkind nun alles nachholen, was er damals versäumt hat. Wundere Dich also nicht, wenn Du nun ganz neue, weiche Seiten an ihm kennen lernst und freu Dich mit ihm. Habe ein Auge darauf, dass er es nicht übertreibt und lass ihm sonst seinen Spaß.

Versöhnung mit den Eltern

Es gibt nur wenige wirklich gute Gründe, sich mit den Eltern oder Schwiegereltern dauerhaft zu überwerfen. Für Kinder bedeutet eine große Familie ein wichtiger Rückhalt. Betrachte Deine Eltern oder Schwiegereltern doch ruhig mal durch eine rosa Brille und suche nach ihren positiven Seiten. Bedenke, dass Deine Kinder auch deren Gene geerbt haben und dass Du diese früher oder später im eigenen Nachwuchs wiederfinden wirst.

Es ist häufig so, dass alte Kindheitserlebnisse wieder in Erinnerung kommen und verarbeitet werden müssen, wenn eigene Kinder geboren werden. Dies ist ein wichtiger Prozess. Doch lohnt es sich, die Eltern nach so vielen Jahren für Vergangenes zur Verantwortung zu ziehen? Wer profitiert davon? Deine Kindheitserfahrungen sind ein Teil von Dir, akzeptieren diesen Teil. Gestehe Deinen Eltern Fehler zu, denn sie waren auch jung und unerfahren als sie Kinder bekamen und wussten es nicht besser. Nimm Deine Erinnerungen als Erfahrungen. Lass diese Erfahrungen aber in die Erziehung Deiner Kinder einfließen, indem Du diese Fehler vermeidest. Und glaube nicht, dass Du keine Fehler machen wirst – Du machst nur andere.