Was kann ich tun wenn mein Kind weint?

Was tun, wenn das Baby schreit?

Überlege zunächst, ob das Kind Hunger haben könnte, die Windel nass ist, es vielleicht müde ist oder einer der anderen oben genannten Gründe vorliegt und versuche im Bedarfsfall diese Bedürfnisse zufrieden zu stellen.

©Unsplash/Kate Krivanec
  1. Wenn Dein Baby weint, musst Du auf jeden Fall versuchen, die Ruhe zu bewahren. Deine Nervosität spürt das Baby wie ein kleiner Seismograph und wird dann selbst zusätzlich unruhig.
  2. Werden Dein eigener Experte für Dein eigenes Kind. Sicher meinen Freunde, Nachbarn und Familienangehörige es mit ihren Ratschlägen gut aber Du musst nicht jeden Rat annehmen. Dein Kind und Deine Beziehung zueinander sind einzigartig und auch wenn die Erfahrungen anderer Mütter bei einem Austausch hilfreich sein können, so müssen sie nicht unbedingt eine Lösung für Dich darstellen.  Bedanke Dich höflich für Ratschläge und mache es dann so, wie es Dir richtig erscheint.
  3. Wenn Dein Kind sich kaum beruhigen lässt, jedoch Krankheit, Hunger und andere Ursachen ausgeschlossen werden können, gönne Euch eine kleine Luftveränderung. Packe Dein Baby ein oder besser noch: Binde es mit einem Tragetuch an Deinen Körper und gehe eine Runde spazieren. Andere Gerüche, Geräusche und sanfte rhythmische Bewegungen werden Euch beiden gut tun.
  4. Das Tragen am Körper ist für Babys sehr beruhigend. Die Körpernähe und -wärme, der Geruch der Mutter, das sanfte Wiegen der Bewegung – das alles bietet Sicherheit und Geborgenheit. Mit einem Baby im Tuch (oder einer anderen Tragevorrichtung die nah an Deinem Körper ist) kannst Du kochen, staubsaugen und andere Dinge machen, die Dir vielleicht unter den Nägeln brennen. So kannst Du nach einiger Zeit beruhigt feststellen, auch mal etwas geschafft zu haben. Dein Baby fühlt sich derweil gut aufgehoben. Laut einer amerikanischen Studie, weinen Babys, die etwas mehr getragen werden, deutlich weniger: Babys, die 4,4 Stunden am Tag getragen wurden, weinten 43% weniger als Babys, die 2,7 Stunden am Tag (und somit 1,7 Stunden weniger) getragen wurden.
  5. Viele Babys genießen eine sanfte Babymassage. Es entspannt sie und stimuliert gleichermaßen die Körperwahrnehmung. Probiere es aus, vielleicht schließt Du Dich einem Massagekurs an, dort werden verschiedene Techniken vermittelt die Babys beruhigen, Bauchweh lindern, müde machen usw.
  6. Es ist über die Jahre ein wenig aus der Mode gekommen, Babys zu „pucken„. Die meisten jungen Mütter kennen es gar nicht mehr, doch früher war es üblich, Babys eng in Molton-Luren oder Decken zu wickeln. In der neueren Zeit haben sich Eltern über dieses Einwickeln empört, meinten sie doch, das Baby brauche Bewegungsfreiheit. Tatsächlich ist das Pucken für die meisten Neugeborenen sehr angenehm. Sie fühlen sich nach der Geburt oft in der Weite des Raums verloren und suchen nach Begrenzungen. Eng eingewickelt in eine leichte Decke spüren sie sich wieder selbst und genießen die Enge, die sie aus dem Mutterleib noch kennen. Sie beruhigen und entspannen sich. Es gibt Fußsäcke, die als „Puck“-säcke bezeichnet werden doch das richtige Pucken kann einfacher und besser mit Luren oder kleinen Decken durchgeführt werden.
  7. Mach Dir keine Sorgen, dass Du Dein Kind verwöhnst wenn Du auf sein Weinen reagierst. Es ist ein natürlicher Reflex dass Du Dich Deinem Baby zuwendest wenn es schreit. In allen Kulturen ist es selbstverständlich, dass Eltern sich um ihr weinendes Baby kümmern. In unserer Kultur jedoch kam Ende des 19. Jahrhunderts die Meinung auf, das Babys schlechte Angewohnheiten hätten und nicht verwöhnt werden dürften. Das Füttern nach strengen Zeitplänen wurde eingeführt und nachts durfte gar nicht gefüttert werden. Leider hält sich diese Einstellung noch immer in den Köpfen einiger älterer und auch jüngerer Frauen. Höre nicht auf solche Meinungen sondern auf Dein Gefühl!
  8. Tanzen mit Deinem Baby, wenn es sich langweilt. Gemeinsame Bewegung nach einem Rhythmus macht den meisten Babys Spaß und fördert ihr Gleichgewicht. Bei Dir wird das Tanzen sicher auch einige Anspannung lösen können.
  9. Verliere nicht die Nerven! Ein unausgeglichener Hormonhaushalt, Schlafmangel, die Anstrengungen der Geburt, die Rückbildung des Körpers (und die daraus vielleicht resultierende Unzufriedenheit mit Dir selbst) – das alles lastet auf Dir. Wenn nun das Baby viel schreit, liegen die Nerven schnell blank und die Versuchung ist vielleicht groß, das Baby zu schütteln. Das Schütteln von Babys führt oft zu seinem Tod! Bevor Du die Nerven verlierst, entscheide Dich lieber, das Kind einige Minuten schreien zu lassen und einfach mal eine Runde ums Haus zu gehen. Oder rufe Deinen Partner, eine Freundin oder Verwandte zur Hilfe, die Dir das Kind für einige Zeit abnehmen können, damit Du eine Pause hast. Wenn die Wut groß wird, boxe das Stillkissen, wirf einen Ball an die Wand oder reagiere Dich anderswo ab, aber lass Dein Kind da heraus. Es ist vielleicht im Augenblick ebenso verzweifelt wie Du!
  10. Ein gemeinsames, entspannendes Bad (Baby und Du) kann Wunder wirken! Im Wasser, auf Mamas oder Papas Bauch liegen (da hört man den Herzschlag am besten), warm und umarmt – da fühlen sich Babys wohl. Auch das „Bonding“ aus dem Kreißsaal lässt sich wiederholen und sogar nachholen, falls es aus irgend einem Grund nicht stattfinden konnte. Lege Dir Dein nacktes Baby auf den nackten Körper (natürlich in einem warmen Raum) und lasse es versuchen, bis zu Deiner Brust zu robben. So kann die Bindung zwischen Dir und Deinem Baby gestärkt werden.