Windelfreie Erziehung - Wie genau funktioniert das?

So funktioniert eine windelfreie Erziehung

Immer mehr Eltern schließen sich einer Bewegung an, die eine windelfreie Erziehung des Kindes zum Ziel hat. Doch kann das wirklich funktionieren? Wir erklären, wie die windelfreie Erziehung in der Theorie aussieht.

Cropped image of beautiful mom changing her cute baby diaper

Statistisch gesehen verbraucht jedes Wickelkind etwa 5.000 Windeln, bis es trocken wird. Bis dahin entstehen jede Menge Müll und Kosten. Das denken sich auch die Befürworter der windelfreien Erziehung und empfinden diese Art der Sauberkeitserziehung zudem als natürlicher. Doch wie sieht so eine Erziehung aus? Und ist sie überhaupt stressfrei umsetzbar?

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Das Prinzip der windelfreien Erziehung

Wenn Eltern ihr Baby ohne Windeln aufwachsen lassen wollen, müssen sie lernen, die Signale des Babys, dass es aufs Klo muss, zu deuten. Diese äußert es automatisch von Geburt an: durch Zappeln, Quengeln oder indem es das Gesicht verzieht. Reagieren die Eltern nicht auf diese Signale, wie es bei der Erziehung MIT Windeln der Fall ist, dann hört das Baby mit der Zeit auf, sie zu senden – oder nur noch in sehr abgeschwächter Form.

Üben sich die Eltern jedoch in der sogenannten Ausscheidungskommunikation, wissen sie genau, wann der Zeitpunkt gekommen ist, ihr Kind über dem Töpfchen oder der Toilette abzuhalten.

Doch das erfordert besonders zu Beginn jede Menge Geduld und Zeit. Beobachte dein Kind genau und versuche, Regelmäßigkeiten in seinem Verhalten, wie die bereits beschriebenen, zu erkennen. Manche Kinder halten auch plötzlich einen Moment inne, wenn sie merken, dass sich ‚da unten‘ etwas anbahnt.

Wenn du dein Kind in diesem Moment davon abhältst der Natur seinen Lauf zu lassen, solltest du quasi als  Startschuss, sobald du dein Kind über das Töpfchen oder das Waschbecken hältst, ein bestimmtes Schlüsselwort verwenden, dass deinem Kind signalisiert, dass es jetzt loslegen kann. ‚Pipi‘ zum Beispiel oder ‚Kaka‘. Auch ein imitiertes Pinkel-Geräusch eignet sich dafür. Der Sinn dahinter: Dein Kind soll lernen, seinen Drang so lang einzuhalten, bis es von dir das Schlüsselwort oder Geräusch hört.

Wieso eine windelfreie Erziehung?

Neben der Tatsache, dass Geld und Müll eingespart wird, soll diese Sauberkeitserziehung auch dazu führen, dass dein Baby schneller eigenständig ‚sauber‘ wird. Denn dass Kinder erst eine bestimmte körperliche Reife erlangt haben müssen, um sauber werden zu können, sei Unsinn, wie die Journalistinnen Nicola Schmidt und Julia Dibbern in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung erklären.

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Da sich hierbei auch kein Kot oder Urin über längere Zeit in der Windel und damit um Po und Intimbereich des Babys sammeln, lassen sich ein wunder Po, Windeldermatitis und andere Hautirritationen vermeiden.

Achte darauf, dass du die windelfreie Erziehung möglichst direkt ab der Geburt beginnst oder spätestens im dritten Monat einführst. Sonst wird es für dein Kind schwer, sich an den plötzlichen Wechsel zu gewöhnen und es wird vermutlich auch keine deutlichen Signale mehr äußern.

Wie praktikabel ist diese Art der Erziehung?

Im eigenen Zuhause ist diese Sauberkeitserziehung mit ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit der Eltern grundsätzlich kein Problem. Machst du mit deinem Kind beispielsweise einen Ausflug oder nimmst es mit zu Freunden, solltest du in jedem Fall sicherheitshalber Windeln im Gepäck haben oder sie deinem Baby direkt anziehen.

Letztendlich sollte jede Mutter und jeder Vater selbst entscheiden dürfen, welche Art der Sauberkeitserziehung die richtige Variante für das eigene Kind ist.