Zähne kriegen

Zähneputzen Kleinkind – die richtige Zahnpflege für Milchzähne

Die Milchzähne werden nicht ausfallen, bevor die bleibenden Zähne bereit sind, herauszukommen. Das beginnt ungefähr mit 6 Jahren und dauert mehrere Jahre an. Bis dahin sollten die Milchzähne unbedingt gesund erhalten werden.

©Unsplash/Michal Parzuchowski

Erfolgreiche Zahnpflege

Ab dem ersten Zähnchen ist es Aufgabe der Eltern, die Zähne zu reinigen und vor Schädigungen zu bewahren. Zahngesundheit erreicht man durch das Zusammenspiel von gesunder Ernährung, gesunden Essgewohnheiten und konsequenter Zahnreinigung.

Richtige Zahnpflege bis zum 2. Geburtstag

  • Mit einer kleinen Kinderzahnbürste putzen
  • 1 x täglich mit einer flouridhaltigen Zahnpasta und 1 x täglich ohne Fluorid putzen.
  • Die Zahnpasta-Menge sollte der Größe des Fingernagels des kleinen Fingers Ihres Kindes entsprechen.
  • Spätestens bis zum ersten Geburtstag beim Zahnarzt vorstellen.

Die Trotzphase bei Kindern

Richtige Zahnpflege nach dem 2. Geburtstag

  • 2 x täglich mit einer kleinen Kinderzahnbürste und einer flouridhaltigen Zahnpasta putzen.
  • Die Zahnpastamenge sollte der Größe des Fingernagels des kleinen Fingers Ihres Kindes entsprechen.
  • Alle 6 Monate beim Zahnarzt vorstellen.

Zahnpasta mit oder ohne Fluorid?

Diese Frage wird immer wieder heiß diskutiert. Studien haben ergeben, dass Fluorid, welches direkt auf die Zähne gelangt, den Zahn besser schützt als Fluorid, welches über den Blutkreislauf an den Zahn gelangt. Dieser Effekt ist auch nachweisbar, wenn die Kinder in den ersten Lebensjahren noch viel Zahnpasta verschlucken. Um eine zu hohe Dosierung zu vermeiden wird in den ersten zwei Lebensjahren nur 1 x täglich mit Fluorid geputzt und die Menge der Größe des Kindes angepasst: Die Menge einfach nach der Größe des Fingernagels des kleinen Fingers Deines Kindes bemessen.

Sollte der Kinderarzt aus medizinischen Gründen Fluoridtabletten verordnet haben, sollte auf Fluorid-Zahnpasta verzichtet werden. Beides gleichzeitig würde zu einer Überdosierung führen, in deren Folge die bleibenden Zähne Flecken aufweisen. Wer also Fluoridtabletten gibt, sollte Zahnpasta ohne Fluorid verwenden (z.B. von Weleda).

So früh schon zum Zahnarzt?

Es mag Dir zunächst etwas früh erscheinen, mit Deinem Baby und seinen vielleicht gerade mal 5 Zähnchen beim Zahnarzt vorstellig zu werden. Aber es gibt gute Gründe für einen Zahnarztbesuch vor dem ersten Geburtstag:

Bereits jetzt können Schädigungen der Zähne bestehen und – früh erkannt – behoben, sowie bei den folgenden Zähnen verhindert werden. Die Zahnärztin wird Dir außerdem ausführlich die Zahnreinigung bei Kindern erklären und Dich über die neusten Erkenntnisse aus der Kinderzahnmedizin informieren. Auch Auffälligkeiten werden früh erkannt und Dein Kind gewöhnt sich an den Zahnarztbesuch.

Empfehlenswert sind besonders Kinderzahnarzt-Praxen, die in Deutschland immer häufiger zu finden sind. Hier wird für die kleinen Patienten genug Zeit eingeplant, spielerisch und mit passendem Zubehör gearbeitet und auf die besonderen Probleme von kleinen bis großen Kindern eingegangen. Regelmäßige, professionelle Zahnreinigungen mit Putzmitteln in Kaugummigeschmack, zusätzlicher Schutz vor Karies durch Versiegelung und eine kleine Belohnung am Ende gehören dort meist zum Standardprogramm und vermitteln Kindern ein positives Zahnarzt-Erlebnis.

Wissenswertes zur Zahngesundheit

  • Gib Deinem Baby nie die Flasche zum Einschlafen ins Bett: Der gesüßte Tee oder die Milchflasche zum Einschlafen mögen zwar ein gemütliches Ritual sein, jedoch werden Zucker, Milchzucker und Milchsäurebakterien nun die ganze Nacht Zeit haben, auf den Zahn einzuwirken. Die Folge ist das „Nursing-Bottle Syndrom“ (Karies der Milchfrontzähne).
  • Vermeide auch am Tag, dass Dein Baby dauerhaft an einer Flasche nuckelt, das ständige Umspülen mit Flüssigkeit schädigt die Zähne (das gilt auch für Wasser!). Mit ca. 9 Monaten bzw. wenn das Baby sitzen kann, sollte der Umstieg auf den Becher erfolgen und ab 12 Monaten keine Flasche mehr gegeben werden.
  • Kariesbakterien können von den Eltern auf das Kind übertragen werden, z.B. wenn diese den Schnuller „sauber lutschen“, vom gleichen Löffel essen und sogar beim Küsschen geben auf den Mund. Sorgen Sie also dafür, dass auch Ihre Zähne frei von Karies und die Zähne regelmäßig geputzt sind.
  • Ab dem ersten Zahn kann Dein Baby mit einer Bürste putzen „helfen“. Je nach Alter und motorischer Reifung kann es später den richtigen Umgang mit der Zahnbürste selbst zu erlernen – Du musst natürlich nachputzen und prüfen, ob alle Zähne sauber sind. Zeige ihm, wie man die Zahnbürste bewegt, dabei muss es noch nicht in eine bestimmte Richtung putzen. Putze unbedingt weiterhin gründlich nach, da Kinder erst im Grundschulalter in der Lage sind, alle Zähne korrekt zu reinigen (etwa wenn sie flüssig schreiben können).
  • Wenn Dein Kind die Zahnpasta nicht mag, probiere eine andere Marke. Unterscheide beim Kauf zwischen der Milchzahn-Dosierung (550 pp) und Junior- oder auch Erwachsenen Zahncreme (1000 – 1450 ppm).
  • Wenn Dein Kind vom Kinderarzt Fluorid-Tabletten verschrieben bekommen hat, solltest Du unbedingt eine Zahncreme ohne Fluorid verwenden (z.B. von Weleda). Durch zu viel Fluorid können später auf den bleibenden Zähnen unschöne weiße Flecken erscheinen.
  • Vermeide generell säurehaltige Getränke (Getränken wird oft auch Zitronensäure zugesetzt) und Speisen – insbesondere in der halben Stunde vor dem Zähneputzen. Grund: Säure greift den Zahnschmelz an und weicht ihn auf, macht ihn so auch anfällig für mechanische Schädigungen durch die Zahnbürste.
  • Wenn das Milchgebiss schon recht vollständig ist, sollte man (besonders bei engem Zahnstand) die Zahnzwischenräume unbedingt 1 x täglich mit Zahnseide reinigen. Karies entsteht oft zwischen den Zähnen, d.h. es werden gleich zwei Zähne zugleich geschädigt. Karies im Zahnzwischenraum wird meist erst spät erkannt und der Schaden ist dann entsprechend größer und schwieriger zu beheben.
  • Süßigkeiten können maximal 2-3 mal am Tag gegeben werden (süße Getränken zählen allerdings dazu), möglichst zu den Hauptmahlzeiten. Danach Zähneputzen oder zahnfreundlicher Kaugummi und dann mindestens 3-4 Stunden Pause bis zur nächsten „Zuckergabe“. Die Zähne brauchen quasi eine Erholungspause, damit der Schmelz sich wieder remineralisieren kann. Günstig ist ein „zuckerfreier“ Vormittag.
  • Karies kann einen Zahn schon befallen, wenn er noch kaum zu sehen ist. Darum auch bei zahnlosem Mund keine süßen Getränke geben, denn diese erzeugen ein kariesförderndes Milieu, welches den frisch durchgebrochenen Zahn mit seinem dünnen Schmelz sehr schnell schädigt. Auch kann ein Milchzahn so tief mit Karies befallen sein, dass sich an seiner Wurzel eine Entzündung bildet, welche die Zahnschmelzbildung des nachfolgenden Zahnes stört, bzw. zu größeren Defekten an dessen Zahnkrone führt.

Keine Lust zum Zähne putzen?

Wenn Kinder damit aufwachsen dass ohne Ausnahme die Zähne geputzt werden, ist die Chance groß, dass sie diese Gewohnheit ein Leben lang beibehalten. Leider sind aber auch Eltern nur Menschen und gerade am Abend, wenn die Kinder quengelig werden und der persönliche Leistungstiefpunkt nach einem langen, anstrengenden Tag längst erreicht ist, kann man schon mal Lust verspüren, das Zähneputzen ausfallen zu lassen.

Jedoch können geschädigte Milchzähne oder bleibende Zähne lebenslange Folgen für Dein Kind haben. Bedenke, dass das Lächeln Deines Kindes seine Visitenkarte ist und auch dauerhaft bleiben wird. Sorge dafür, dass es schön und gesund bleibt.