Angst bei Babys - Fremdeln und Trennungsangst

Ängste bei Kindern

In ihren einzelnen Entwicklungsphasen sind Kinder mit unterschiedlichen Ängsten konfrontiert. Beginnend mit dem Säuglings- bis zum Erwachsenenalter liegen unterschiedliche Gründe und Formen der Angst vor. Werner Stangl vom Institut für Pädagogik und Psychologie der Universität Linz (Österreich) hat diese Ängste auf Angst bei Kindern und Jugendlichen detailliert beschrieben. Wir stellen hier mit Einverständnis des Autors eine Zusammenfassung zur Verfügung.

Baby steht in seinem Bett mit Schnuller im Mund
©Unsplash/Les Anderson

Ängste im ersten Lebensjahr

Die verschiedenen Formen der Angst differenzieren sich im Laufe des Lebens. Sie begleitet jeden Menschen seit seiner Geburt. Die ersten Ängste sind die so genannten Separationsängste (Trennungsängste und Verlustängste).

Sie treten schon bei Kindern im 1. Lebensjahr auf und zeigen sich im 4. bis 6. Lebensmonat als erste sichtbare Furchtreaktion. Babys beginnen dann zu weinen oder protestieren, wenn die Mutter außer Sichtweite gerät.

Etwa im 8. Monat unterschiedet das Kind zwischen „fremd“ und „vertraut“ und reagiert mit dem bekannten „Fremdeln„.

Im ersten Lebensjahr scheinen plötzliche laute Geräusche, Schmerz, das Gefühl zu fallen, Blitze und Schatten angeborene Reize für Angst zu sein. Als „lebenserhaltende“ Reaktion schreit das Kind, wendet sein Gesicht ab und klammert sich an die Bezugsperson.

Angst im zweiten Lebensjahr

Im zweiten Lebensjahr kommen die Angst vor der Dunkelheit, die Angst vor Alpträumen, Räubern und Tod, die Angst vor Tieren und die Angst vor unbekannten Objekten, Situationen und Personen hinzu. Die Reaktionen sind auch hier Schreien, Anklammern an Bezugspersonen, Abwenden, Weglaufen, Suchen nach Sicherheit und sprachliche Mitteilung.

Das Kind zeigt nun ein gezieltes Vermeiden der Angstreize und Unterdrücken der Angstreaktion; es gibt vor, keine Angst zu haben, obwohl sein mimischer Ausdruck seine Gefühle verrät.

Angst im vierten bis fünften Lebensjahr

Ab 3 Jahren haben Kinder oft Angst vor unbekannten Menschen, auch vor Tieren, bösen Menschen, Einbrechern, etc. Sie fürchten sich aber auch vor den Figuren aus Filmen oder Büchern; vor Gespenstern, Geistern, Hexen. Oft werden sie von bösen Träumen und Phantasien verfolgt (auch im Schulalter noch Furcht vor dem Keller, dem Dachboden, dass jemand unter dem Bett oder im Kasten versteckt ist, vor Schatten).

Im vierten bis fünften Lebensjahr zeigen Kinder Angst wenn sie Anzeichen der Furcht bei Anderen sehen. Im Vorschulalter kommt es manchmal zu einem plötzlichen Auftreten von Gefühlen, die jedoch nur eine kurze Dauer haben, aber dafür äußern sie sich mit voller Intensität und die Gefühle wechseln innerhalb von Minuten.

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