Angst bei Babys und Kindern

Angstbewältigung bei Kindern – Strategien zum Verarbeiten

Angstverarbeitungsstrategien sind Verhaltensweisen, die eingesetzt werden, um das unangenehme Gefühl der Angst zu vermeiden oder zu reduzieren. Angst kann bewältigt werden durch adäquate Angstverarbeitungsstrategien.

©Unsplash/Annie Spratt

Hier eine Auflistung verschiedener Angstverarbeitungsstrategien von Kindern:

  • Ausleben von Emotionen wie z.B. Weinen, Streiten, Dampf ablassen
  • Vermeidungsstrategien sind ein sehr weit verbreitetes Verhalten (= Flucht und Vermeidung der Auseinandersetzung mit der Angst), z.B. sich Einigeln, Alleinsein-Wollen, sich ins Bett legen, grübeln,…
  • Aktive Angstbewältigungsstrategien: z.B. die Ursache des Problems finden oder mit anderen Menschen darüber reden
  • Selbstkontrolle: z.B. sich zusammenreißen, sich mit dem Angstauslöser aktiv auseinandersetzen

 

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  • Freiwillige Konfrontation mit dem Angstauslöser: Dieses Verhaltensmodell bewirkt die Stärkung des Selbstwertgefühls des Kindes; ein Gefühl der Tüchtigkeit und des Stolzes auf die eigene Willensanstrengung entstehen
  • Auftreten einer Phantasiefigur: Durch eine Phantasiefigur, mit der sich das Kind identifizieren kann, wird das Ich des ängstlichen Kindes gestärkt. Mittels ausgedachter Schutz-Figuren kommt es zu einer Ich-Stärke des Kindes. Die Phantasiefiguren unterstützen das Kind so lange, bis dieses sie nicht mehr braucht.
  • Konfrontation mit dem Angstauslöser unter dem Schutz von ausgedachten Figuren.
  • Identifikation mit dem Stärkeren: Identifikation mit dem Starken, Mächtigen, Erfolgreichen wird gleichgesetzt mit „sehr beliebt sein“
  • Projektion der Angst nach außen: Wenn die eigene Angst so stark wird, dass das eigene Ich zu sehr bedroht wird kommt es zu einem Abwehrmechanismus – die Projektion tritt in Kraft: die eigenen unangenehmen Gefühle werden nach außen, in eine andere Person verlegt, an der man sie dann abwehren kann
  • Unfreiwillige Konfrontation mit der Angst wird in Verhaltenstherapien oft angewandt (Konfrontationsmethode). Der Klient wird mit Angstauslöser konfrontiert, ohne die Möglichkeit zur Flucht zu haben oder den Angstauslöser abzuwehren. Diese Methode wird nur bei massiven Angstproblemen angewandt, die auf schonendere Methoden nicht ansprechen. Durch abrupte Konfrontation mit der Angst kommt es zu einer Abreaktion, zu emotionaler Erschöpfung, daneben aber auch zum ersten Mal zu Angstwahrnehmung, die früher nicht möglich war, weil Patient immer sofort Vermeidungsreaktion durchführte. Manche warnen davor, diese Methode bei Kindern anzuwenden, weil sie dadurch an ihre emotionale Belastungsgrenze geführt werden. Da ein Erfolg nicht immer eintritt, ist das Risiko zu hoch. Erwachsene können hingegen selbständig entscheiden, ob sie mit dieser Methode arbeiten wollen.

Wie kann ich meinem Kind bei der Angstbewältigung helfen?

Eine gute Methode, um sich mit Ängsten auseinanderzusetzen und Lösungen anzubieten sind Angstbilderbücher.

Angstbilderbücher können eingesetzt werden, um

  • Auslöser für Diskussion zu sein, als kommunikative Hilfe über die Probleme, die hinter der Angst stehen zu sprechen (Angstträume, Schulangst, sexueller Missbrauch)
  • möglichen Ängsten präventiv zu begegnen (z.B. Krankenhaus, Tod)
  • traumatische Situationen zu verarbeiten (z.B. Tod, Fernseheindrücke, Krieg, Gewalt, Umweltzerstörung)
  • das Selbstwertgefühl von ängstlichen Kindern zu stärken -> erfolgreiches Verhalten der Figuren im Buch als Identifikationsmodelle

Anteilnahme und Betreuung durch Erwachsene ist bei Büchern, die Angst darstellen aber unbedingt erforderlich! Wichtig ist ein positiver Schluss des Buches: Die erfolgreiche Angstbewältigung durch die Hauptfigur soll dem Leser Mut und Selbstvertrauen zur Bewältigung der eigenen Ängste geben!

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