Auszeit nehmen - So schöpfen gestresste Eltern wieder Kraft

Auszeit nehmen – So schöpfen Eltern wieder Kraft

Über die Elternschaft kursieren einige Gerüchte, wie z.B. „Mit Kinder hat man keine Zeit für sich selbst, man muss warten bis sie größer sind, bevor man wieder richtig ausspannen kann.“ „Der Partner/die Partnerin muss sich gedulden, die Kinder haben Vorrang.“ „Als Eltern muss man Opfer bringen.“ … kein Wunder, wenn immer weniger Paare sich für Kinder entscheiden, wenn solche Vorstellungen gelten.

 

Frau sitzt im Wohnzimmer im Schneidersitz
©Unsplash.com/Lena Bell

Elternsein soll Spaß machen!

Die Medien zeigen Eltern ein Bild von perfekten, aufopferungswilligen Eltern, die an ihren Kindern nur Freude haben und denen nie etwas zu viel wird. Also mühen sie sich ab und üben Verzicht gegenüber ihren eigenen Bedürfnissen und sehen ihre Aufgabe darin, sich zu opfern. Und wenn die Kinder dann groß sind, erwarten sie die Dankbarkeit Ihrer Kinder. Oft versuchen sie mit Vermittlung von Schuldgefühlen eine Rechnung einzutreiben, die sie selbst aufgemacht haben: „Nach allem, was wir für dich getan haben…“ und „Wir haben unsere besten Jahre für dich geopfert!“

Was machst du, wenn du einen Moment für dich hast?

Dabei haben sie als Eltern nur 3 einfache Pflichten:

  • für sich selbst zu sorgen
  • für Ihre Partnerschaft zu sorgen
  • für Ihre Kinder zu sorgen

 … und zwar in dieser Reihenfolge.

Viele Eltern sind mit Ihrer Situation unzufrieden oder reizbar, oft erschöpft. Der Elternteil, der zu Hause bleibt, fühlt sich eingesperrt und sehnt sich nach der Gesellschaft von Erwachsenen. Der Elternteil, der arbeitet und das Familieneinkommen verdient, fühlt sich als Arbeitspferd und bemängelt, zu wenig von der Familie zu haben.Wenn Sie sich wohl fühlen, angenehme Gesellschaft haben, gesund und erholt sind, dann können Sie Ihren Kindern viel geben und sich an ihnen erfreuen. Sind Sie müde, krank, einsam und überlastet, dann erreichen Sie bald einen Punkt, an dem Ihnen Ihre Kinder zur Last fallen, zum Gegner werden. Das kann für Sie, Ihre Ehe und die Unversehrtheit Ihrer Kinder gefährlich werden.

Hier einige Tipps, was Sie sich Gutes tun sollten:

  1. Leisten Sie sich einen Babysitter.
  2. Lernen Sie, auch einmal für Ihre Kinder so langweilig zu sein, dass sie Sie eine Weile in Ruhe lassen.
  3. Verbringen Sie 10 min. mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, wenn er/ sie nach Hause kommt: Tauschen Sie gute Nachrichten aus oder seien sie einfach zusammen. Wenn die Kinder sich ruhig verhalten, können sie dabei bleiben, wenn nicht, werden sie in ein anderes Zimmer geschickt.
  4. Verbringen Sie jeden Tag eine halbe Stunde voll konzentriert mit ihren Kindern, anstatt widerwillig stundenlang mit halber Aufmerksamkeit bei der Sache zu sein. Lassen Sie die Kinder einfach planen und sich im voraus darauf freuen, was sie in ihrer halben Stunde mit Ihnen machen wollen.
  5. Lernen Sie, einfach abzuschalten, damit Sie entspannen und sich einfach während der Hausarbeit, auf der Fahrt zur Arbeit oder bei anderen Gelegenheiten etwas Schönes ausdenken können.
  6. Kochen Sie einmal etwas, was Ihnen schmeckt, anstatt immer nur „Kinderteller“ zu essen.
  7. Spielen Sie Ihre Musik.
  8. Verbringen Sie viel Zeit mit anderen Eltern.
  9. Machen Sie deutlich, was Sie von Ihrem Partner möchten: Zärtlichkeit, Sex oder nur Gesellschaft. Versuchen Sie, die Bedürfnisse Ihres Partners zu verstehen und diesen entgegenzukommen. Falls Sie normalerweise reden, versuchen Sie es mit Massage. Falls Sie sich üblicherweise berühren, reden Sie.
  10. Tun Sie regelmäßig etwas, was nicht mit Elternsein zu tun hat, was Erwachsenen Spaß macht.
  11. Nehmen Sie alle Arten von Unterstützung und Hilfsangeboten in Ihrem Umfeld in Anspruch: Begegnungsstätten, Tageskrippen, Fitnessklubs, Sportvereine, Krabbelgruppen, Kurse für Eltern.
  12. Nutzen Sie die Zeit, in der Sie Babysitter oder Krippen in Anspruch nehmen, für sich selbst und nicht dazu, schnell einzukaufen oder mehr zu arbeiten.
  13. Sagen Sie sich einfach, dass „Unordnung schön ist“ und geben Sie das Ziel eines blitzblanken Haushalts für ein paar Jahre auf.
  14. Richten Sie für die Kinder einen Bereich ein, in dem keine wertvollen Sachen herumstehen und Oberflächen sowie Möbel einfach zu säubern sind. Das spart täglich die Energie für tausendmal „Nein“ sagen.
  15. Richten Sie sich einen aufgeräumten, schönen Bereich her (und sei es nur das Schlafzimmer), den die Kinder nicht betreten dürfen und wo Sie sich so richtig wohl fühlen können.
  16. Reden Sie, lösen Sie Probleme und planen Sie – im Wohnzimmer! Setzen Sie sich hin, von Angesicht zu Angesicht, ohne die Kinder. Machen Sie nicht das Schlafzimmer zum Diskussionsforum. Das Bett ist für andere, bessere Zwecke da.