Dreck schützt vor Krankheiten, also lasst eure Kinder im Dreck spielen

Lass dein Kind im Dreck spielen

Gehörst du auch zu den Müttern, die den Weg ihrer Kinder mit der Sagrotan-Flasche präparieren? Oder lässt du sie, getreu dem Motto, „Ein bisschen Dreck macht den Magen rein“, nach Herzenslust in der Erde wühlen? Wir verraten dir, warum die zweite Variante viel gesünder für dein Kind ist!

©Pexels/Scott Webb

Als junge Eltern hat man Angst, etwas falsch zu machen und bettet sein Kind in die dickste Watte, die man finden kann. Da wird der fallengelassene Schnulli beinahe panisch unter heißes Wasser gehalten, bevor er wieder in den Mund kommt. Doch gerade wenn es um den Aufbau des kindlichen Immunsystems geht, solltest du deine Kinder viel öfter mit Schmutz in Berührung kommen lassen – sagt die Wissenschaft!

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Dreck schützt vor Krankheiten

Das menschliche Immunsystem bildet sich in unseren ersten Lebensjahren aus. Genau deshalb ist es wichtig, dass dein Kind so früh wie möglich mit Keimen aus der Umwelt in Berührung kommt. Egal, ob beim Spielen in der Erde, mit Haustieren oder im Kontakt mit erkälteten Kindern.

Wie ein internationales Forscherteam in einer Studie belegen konnte, ist eine völlig keimfreie Umgebung nämlich schlecht für den Organismus. So wird das Immunsystem ohne regelmäßigen Kontakt mit natürlichen Bakterien und Keimen schlichtweg nicht trainiert und reagiert viel zu extrem auf äußere Reize wie beispielweise Staub und Schmutz. Das kann sich dann beispielweise in Asthma, Neurodermitis oder Autoimmunkrankheiten wie Morbus Crohn äußern.

Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2000 hat ebenfalls gezeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof groß geworden sind, viel seltener an Asthma und Allergien leiden. Der Grund: Sie sind in ihrem Zuhause regelmäßig mit Bakterien und Keimen in Verbindung gekommen. Das Immunsystem konnte sich daran gewöhnen und sich entsprechend rüsten.

Kinder sollen rechtzeitig mit natürlichen Keimen in Berührung kommen

Torsten Olszak von dem Klinikum Großhadern in München war Teil des internationalen Forscherteams und betont, dass sogar „nur ein kleines Zeitfenster im frühkindlichen Alter besteht, wo das Immunsystem trainiert und reguliert wird“. Wer sein Kind schon früh vor Keimen & Co. bewahrt, könne dies im späteren Alter nicht mehr gutmachen, so Olszak.

Das soll nun für junge Mütter und Väter heißen: Brecht nicht gleich in Schweiß aus, wenn euer Kind an der abgegriffenen Fernbedienung nuckelt und beim Spielen im Sand ein Stück leckeren Sandkuchen verspeist hat! Nur so kann der kleine Körper einen natürlichen Schutzschild gegenüber feindlichen Erregern aufbauen.