Eingewöhnungsphase im Kindergarten: So klappt's

Eingewöhnung in den Kindergarten

Beim Abschied sollten Sie sich grundsätzlich nicht heimlich davon stehlen, sondern Ihrem Kind klar sagen, dass Sie jetzt gehen. Verabschieden Sie sich liebevoll aber nicht wehmütig. Sagen Sie ihrem Kind, dass Sie es später wieder abholen werden. Rituale sind vielleicht hilfreich, so kann z.B. das Winken am Fenster beim Abschied zur festen Tradition werden. Wenn Sie Ihr Kind weinend zurück lassen müssen, rufen Sie ruhig nach 10 Minuten dort an – meist werden Sie hören, dass die Tränen versiegt sind, sobald Sie weg waren. Hinterlassen Sie Ihre Handynummer im Kindergarten, so haben Sie die Gewissheit, dass der Kindergarten Sie bei ernsthaften Problemen informieren kann. Gerade zu Beginn ist die Trennung von Mama und Papa gar nicht so einfach für ein Kind. So übersteht ihr gemeinsam die Eingewöhnung in den Kindergarten.

©Pexels/Markus Spiske

Der Übergang in den Kindergarten ist ein „kritisches Ereignis“, das für Eltern und Kind eine vorübergehende Belastung darstellt. Um diese Belastung so gering wie möglich zu halten, hier ein paar Tipps: Um Ihrem Kind die Eingewöhnung in den Kindergarten zu erleichtern, empfiehlt es sich, diesen vorab zu besuchen.

  • Viele Kindergärten bieten Schnuppertage an, an denen die neuen Kindergartenkinder zu Besuch kommen. Fragen Sie nach solchen Angeboten und besuchen Sie die Einrichtung möglichst mehrmals, bevor Ihr Kind dort regelmäßig hin geht.
  • Der Kindergarten kann unterstützend dazu beitragen, dass der Start mit einer möglichst geringen Belastung einher geht. Z.B. kann gleich am ersten Tag ein Foto des neuen Kindes für alle sichtbar im Kindergarten aufgehängt werden. Ältere Kinder können die Patenschaft für ein neues Kind übernehmen und ihm helfen. Viele praktische Tipps finden Sie im Buch „Start in den Kindergarten“.
  • Auf jeden Fall sollte eine Erzieherin sich in den ersten Tagen besonders intensiv um ein neues Kind kümmern und mit den Eltern in engem Kontakt stehen.
  • Es ist außerdem ratsam, dass die Eltern sich beim Holen und Bringen des Kindes abwechseln.

An großen Abnabelungsproblemen sind meist beide Seiten beteiligt: Bezugsperson und Kind. Wenn Sie sich als Eltern(teil) mit dem Loslassen Ihres Kindes schwer tun, erschweren Sie ihm die Situation. Ihr Kinder spürt Ihre Gefühle und klammern dann um so mehr. Überlegen Sie, welche Ängste Sie haben, wenn Ihr Kind nicht bei Ihnen ist und machen Sie sich klar, dass die Erzieherinnen vermutlich schon viele Jahre länger Kinder betreuen als sie selbst es tun. Das Personal hat diesen Beruf erlernt und wird sicher gut auf Ihren Sprössling aufpassen.

Mutter-Kind-Bindung

Vielleicht sind auch Bindungsprobleme aus Ihrer eigenen Kindheit (z.B. unsichere Mutter-Kind-Bindung) die Ursache für Ihre Sorge. Ihr Kind muss sich nicht verlassen fühlen, wenn Sie nicht anwesend sind. Vielmehr kann es diese Zeit nutzen, seine Eigenständigkeit auszuprobieren und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Es kann im Kindergarten Freundschaft zu Gleichaltrigen entwickeln, Spielkameraden für Verabredungen finden, Lieder und Spiele kennen lernen und viele andere schöne Dinge erleben.Auch der Charakter des Kindes kann bei der Eingewöhnung erschwerend sein, z.B.wenn es  sehr schüchtern ist. Dann können die Erzieherinnen helfend zur Seite stehen oder eine Patenschaft durch ein älteres Kind vermitteln.Vielleicht gibt es auch Probleme mit den Erzieherinnen. Vielleicht kommt das Kind mit dem Stil der Erzieherin nicht zurecht. Dann sollte es Gespräche zwischen Eltern und Betreuerin geben, in denen Konflikte besprochen und Lösungen gesucht werden.Bei besonders großen Problemen: Vielleicht können Sie als Eltern auch morgens ein wenig länger bleiben und unter der Vermittlung Ihres Kindes an Aktivitäten teilnehmen (z.B. Morgenkreis). Eventuell können Sie Ihr Kind morgens auch zusammen mit einem Nachbarkind bringen.

Kontakte zu anderen Eltern und private Verabredungen mit Kindergartenkindern sind ebenfalls eine Hilfe.Eines noch: Vermeiden Sie in der Anfangszeit zu viele Aktivitäten. Den meisten Kindern fällt es schwer, nach mehreren Stunden im Kindergartentrubel noch Motivation für Unternehmungen außerhalb des Hauses aufzubringen.