Einschlafhilfe: Wie dein Kind leichter einschläft

Einschlafhilfe: Wie dein Kind leichter einschläft

Es tut Kindern gut, wenn Sie sich vor dem Schlafen eine Weile Ruhe zum „Auspendeln“ gönnen. Damit dieses Ihrem Kind gelingt, sollten Sie es nicht mehr anregen und äußere Reize (toben, spielen, fernsehen) weitgehend ausschalten. In dieser Zeit können Sie ein wenig mit ihm schmusen, ein ruhiges Lied vorsingen, eine Geschichte erzählen, über den vergangenen Tag sprechen und das Zimmer abdunkeln.

Kleinkind liegt im Bett und schläft
©Pixabay

Ruhephasen zum Abregen

Wenn das Zubettgehen für Sie und Ihr Kind eine schöne Zeit ist, werden Sie sich beide darauf freuen. Versuchen Sie so konsequent wie möglich ein Ritual einzuhalten, so findet Ihr Kind leicht in den Schlaf. Hier ein Beispiel für den Ablauf eines Zubettgeh-Rituals:

  • Abendessen
  • Waschen oder baden.
  • Ein Getränk anbieten.
  • Zähne putzen.
  • Das Kind wickeln oder zur Toilette begleiten.
  • Leise singen, vorlesen und schmusen.
  • Das Kind ins Bett bringen und zudecken.
  • Ihm sein Lieblingskuscheltier geben.
  • Ein paar ruhige Worte austauschen, dem Kind den Kopf streicheln.
  • Eine gute Nacht wünschen.
  • Unverzüglich das Zimmer verlassen.

Darauf schläft Ihr Kind vielleicht friedlich ein – oder es jammert, weint oder ruft lautstark. In diesem Fall warten Sie zwei Minuten ab und beginnen mit dem „kontrollierten Trösten“:

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  • Weint oder ruft Ihr Kind nach zwei Minuten noch immer, gehen Sie für 30 bis 60 Sekunden ins Zimmer, sagen Sie erneut freundlich aber bestimmt: „Gute Nacht, es ist jetzt Zeit zum Schlafen“ und gehen nach höchstens einer Minute ohne zu zögern hinaus.
  • Weint und schreit es erneut, wiederholen Sie den Vorgang nun nach 4 Minuten Wartezeit. Steigern Sie von mal zu mal um jeweils zwei Minuten bis auf max. 10 Minuten. Auf keinen Fall länger als 10 Minuten warten!
  • Werden Sie nicht ärgerlich aber sprechen Sie mit ernster Stimme. Vermeiden Sie Augenkontakt und alles, was Ihr Kind interessant finden könnte. Seien Sie so langweilig wie es geht.
  • Wenn es Ihnen schwer fällt, Ihr Kind einige Minuten weinen zu lassen, dann halten Sie sich vor Augen, dass es selbst davon profitiert, allein einschlafen zu können. Es ist ein Schritt in die Selbstständigkeit und Selbstsicherheit.

Eine behutsame Alternative:

Wenn Sie lieber behutsamer vorgehen möchten, gibt es eine Alternative, die vielleicht etwas mehr Zeit  in Anspruch nimmt, Beharrlichkeit und Standfestigkeit verlangt aber ebenfalls zum Ziel führt:

  • Sorgen Sie für ein angenehmes Zubettgeh-Ritual.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie neben Seinem Bett auf dem Stuhl warten, bis es eingeschlafen ist. Wenn Sie möchten, können Sie beruhigend die Hand auf seinen Körper legen. Lassen Sie sich aber nicht in Gespräche oder Spiele verwickeln.
  • Sollte es aufstehen, bringen Sie es zurück ins Bett und setzen das Warten fort.
  • Bleibt es im Bett, warten sie auf dem Stuhl, bis es eingeschlafen ist. Vermeiden Sie dabei Augenkontakt und Unterhaltungen.
  • Rücken Sie den Stuhl bei jedem Zubettgehen etwas weiter vom Bett weg.
  • Am Ende können Sie getrost mitsamt dem Stuhl das Zimmer verlassen, weil Ihr Kind gelernt hat, sich allein zum Einschlafen zu bringen.

Eine weitere Methode:

  • Legen Sie Ihr Kind nach dem Abend-Ritual ins Bett und versprechen Sie, in 2 Minuten noch einmal wieder zu kommen, wenn es bis dahin ruhig ist und nicht weint.
  • Halten Sie Ihr Versprechen ein und kommen Sie nach 2 Minuten wieder. Sie können Ihrem Kind dann einen Kuss zur Belohnung geben oder seinen Kopf streicheln.
  • Wiederholen Sie den Vorgang mit 4 Minuten, 6 Minuten bis max. 10 Minuten, bis es ihrem Kind zu langweilig wird und es einschläft.

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Bei dieser Methode wird versucht, das Weinen ganz zu vermeiden, die Schwierigkeit besteht jedoch darin, eine alternative Handlungsweise zu finden, wenn das Kind dennoch weint. Hier sollte auf jeden Fall nicht mit Strafen gearbeitet werden.

Spezielle Tricks:

Lassen Sie Ihrem Kind begrenzt(!) Wahlfreiheit: Fragen Sie es nicht, ob es ins Bett gehen möchte. Lassen Sie ihm bei einer anderen Entscheidung die Wahl, erlauben Sie z.B. sich eine Gute-Nacht-Geschichte auszusuchen. Vereinbaren Sie, wie viele Geschichten Sie vorlesen werden.

Vermeiden Sie vor dem Zubettgehen lebhafte Spiele.
Geben Sie Ihrem Kind bei Fortschritten ein positives Feedback.
Erlaube Sie Ihrem Kind ein ruhiges Einschlafspiel, z.B. seinen Lieblingsteddy oder seine Lieblingspuppe schlafen zu legen ehe es selbst ins Bett geht.

Sagen Sie Ihrem Kind, dass es nach dem Schlafen etwas Schönes unternehmen darf, z.B. „Wenn du ausgeschlafen hast gehen wir auf den Spielplatz“ – halten Sie Wort!
Üben Sie den Vorgang, indem Sie ihn am Tag mit Ihrem Kind spielerisch an der Puppe durchführen. Loben Sie die Puppe oder lassen Sie Ihr Kind die Puppe loben.