Entwicklung Kleinkind: 14 Monate

Kleinkind Entwicklung: 14 Monate 

Dein Kind will nun immer mehr wissen und entdecken. Es saugt Informationen auf wie ein Schwamm und möchte alles ausprobieren. Manchmal aber bekommt es auch Angst vor neuen Entdeckungen und dann will es ganz schnell zurück auf den schützenden Arm.

Mutter und Kind liegen im Bett und sehen sich in die Augen
©Twenty20/Misha No

Intellektuelle Fähigkeiten

Dein Kind meint, dass es schon verstanden hat, wie die Welt funktioniert, und doch wird es immer wieder mit Überraschungen konfrontiert: Hat es doch z.B. inzwischen gelernt, dass Gegenstände sich nur bewegen, wenn jemand sie anschiebt oder anschubst, wird seine Welt ins Schwanken gebracht, wenn sich ein ferngesteuertes Spielzeugauto oder ein aufgezogener Gegenstand plötzlich durch den Raum bewegt. Da will man dann doch sicherheitshalber erst einmal auf Mamas Arm!

 

In solchen neuen Situationen sollten Eltern emotionalen Beistand leisten, auch wenn es für sie zunächst schwer verständlich ist, warum die aufgezogene Spielzeugmaus so viel Panik auslöst. Gib Deinem Kind Zeit, sich an neue Erfahrungen zu gewöhnen und sie zu verarbeiten.

Sozial und emotional

Schon in den ersten Babywochen hast Du begonnen Dein Kind beim Grimassen schneiden nachzuahmen. Dann hast Du auf die Laute Deines Babys mit ähnlichen Lauten und ähnlicher Tonlage reagiert – dies hat Euch einander näher gebracht. Nun beginnt Dein Kleinkind, selbstständig Dinge zu tun und auch hier ist es von Vorteil, es z.B. beim Spiel zu imitieren. Nimmt es die Gummi-Ente und bewegt sie mit „Gack-Gack“, dann mach es Deinem Kind nach. Es wird sich freuen und begeistert weiter spielen.

Sehr praktisch ist dieses Verhalten des Nachahmens für Personen, die für das Kind neu sind, wie z.B. Babysitter, Tagesmütter oder Verwandte, die es nicht oft sieht. Wenn sie sich mit Deinem Kind hinsetzen und sein Spiel und seine Aktivitäten nachmachen, wird es sie mit einem Lachen und Sympathie belohnen und die Basis für eine freundschaftliche Beziehung wird geschaffen.

 

Dein Kind freut sich nun vielleicht deutlicher über die Gesellschaft anderer Kinder. Dabei gerät es aber auch unter einen gewissen Druck, denn es vergleicht sich bereits mit anderen Kindern und möchte es ihnen in allem gleichtun. Verhalten, dass es bei anderen Kindern beobachtet hat, wird es versuchen nachzuahmen – manchmal auch erst Tage später. Das kann seine guten Seiten haben, wenn es z.B. beobachtet hat, wie man eine Katze streichelt, und weniger gute Seiten, wenn es gesehen hat, wie ein anderes Kind die Katze am Schwanz zieht und es dies nachahmt.

Sprachentwicklung

Von den paar Wörtern, die Dein Kind nun schon sprechen kann, ist „nein“ vielleicht sein Lieblingswort – gern mit einem Kopfschütteln unterstrichen. Es ist wichtig, langsam ein paar Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen. Dabei sollten beide Elternteile einig sein, was erlaubt und was verboten ist. Zu enge Grenzen und zu viele Regeln werden Dein Kind jedoch noch überfordern. Sorge für eine Umgebung, in der möglichst viel erlaubt sein kann, ohne die Sicherheit Deines Kindes oder wertvoller Gegenstände zu gefährden.

 

Sicherheit

Prüfe immer wieder Deinen Haushalt auf Kindersicherheit. Während es wächst, beobachtet und nachahmt, mobiler wird, ist es immer mehr Risiken ausgesetzt. Achte darauf das Haushaltsreiniger, Duschgel und Shampoo, Medikamente unerreichbar sind. Haben alle Steckdosen eine Sicherung? Sind Schnüre von Gardinen und Rollos, Kabel und Kordeln vor Kinderhänden gesichert? Denke auch an die Erstickungsgefahr wenn Dein Kind sich Dinge über den Kopf stülpt. Tischdecken, an denen man ziehen und somit heiße Getränke in den freien Fall befördern kann, Treppen die nicht gesichert sind, Gartenteiche und Planschbecken mit Wasser, Türen durch die man entwischen kann – Dein Kind wird unter Umständen jede Gelegenheit nutzen, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Sei darauf vorbereitet, versuche Unfälle zu verhindern, aber sei auch informiert, was man im Notfall tun muss: Halte die Nummer der Gift-Notrufzentrale bereit, ebenso von Kinderarzt und Kinderklinik, sowie Rettungsdienst. Informiere Dich über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verbrennungen, Badeunfällen, etc.

Spielend lernen

„Da!“ Dein Kind zeigt auf etwas und erwartet eine Antwort. „Das ist ein Trecker.“, könnte die Antwort sein, doch langsam gibt sich Dein Kind damit nicht mehr zufrieden. Es will mehr wissen als nur den Namen. Du kannst nun erklären, dass der Trecker auf dem Feld fährt, um die Erde umzugraben.

 

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Dein Kind hat jetzt auch zunehmend Interesse an Details, wie z.B. dem Anhänger des Treckers und was der macht. Gib Deinem Kind ruhig alle Informationen, die Du liefern kannst: Der Trecker zieht den Anhänger, der Anhänger ist grün oder das sind die Räder. Es mag vielleicht noch nicht alles verstehen, aber es weiß zu schätzen, dass Du ihm etwas zu seiner Frage erzählst und wird nach und nach auch die Informationen zumindest in den Wortschatz aufnehmen und bald sogar begreifen. So ist „die Katze“ schon bald nicht mehr einfach „die Katze“, sondern „Timi, die Katze von Frau Schmidt“ und somit für Dein Kind klar zu unterscheiden von „Mauzi, dem Kater von Susanne“.

Durchschnittliche Entwicklung eines Kindes im Alter von 14 Monaten:

Fähigkeit Prozent
geistige Entwicklung
Das Kind erkennt seinen eigenen Namen. 90%
Das Kind spricht 3 klare Wörter und verwendet sie richtig. 79%
Das Kind spricht 6 klare Wörter und verwendet sie richtig. 41%
sprechen
Richtige Verwendung und klare Aussprache eines Wortes z.B. „Mama“ oder „Papa“, bzw. ein anderes Wort. 94%
manuelle Fähigkeiten
Das Kind läßt bewußt einen Gegenstand los, z.B. um ihn an einer bestimmten Stelle zu platzieren. 94%
Das Kind kann einen Turm aus 2 Klötzen bauen. 61%
sitzen
Das Kind stützt sich beim Sitzen nach hinten ab, wenn es nach hinten kippt. 86%
laufen
Das Kind zieht sich selbstständig an Möbeln o.ä. hoch . Es bleibt dort stehen, wenn es die Möglichkeit hat, sich fesstzuhalten. 95%
Das Kind kann stehen, ohne sich dabei festzuhalten. 85%
Das Kind kann allein mind. 3 Schritte ohne Hilfe laufen. 82%
Das Kind läuft nun sicher und fällt selten hin. 47%
Das Kind kann sich im Stand bücken und auch wieder aufrichten, ohne sich dabei festzuhalten. 44%
Das Kind kann rückwärts gehen. 9%

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