Kleinkind Entwicklung: 16 Monate

Kleinkind Entwicklung: 16 Monate 

Wechselhafte Vorlieben und eine ausgeprägte Mama-Phase können den Familienalltag nun sehr kompliziert werden lassen. Kein Wunder, wenn man sich da ab und zu mal ein paar Minuten Ruhe wünscht. Mit einem Trick verschaffen sich Eltern eine kleine Atempause.

©Unsplash/Providence Doucet

Emotional und sozial

Es scheint manchmal so, als würde Dein Kind zwei Persönlichkeiten besitzen, die sich abwechseln: Heute liebt es Banane, morgen verabscheut es diese und würde eher verhungern als davon zu essen – morgen das gleiche Spiel mit Möhren o.ä.. Bisher war die Badewanne vielleicht ein spannendes Abenteuer, plötzlich ist Dein Kind wasserscheu und brüllt beim Baden, … ganz schön anstrengend, sich jeden Tag „auf ein neues Kind einzustellen“, das sich aufführt wie die Prinzessin auf der Erbse. Dies ist eine Phase, die vorübergeht, ebenso wie die „Mama“-Phase, in der Papa einfach gar nichts darf und nur Mama das Kind beruhigen kann, füttern und ins Bett bringen darf usw. Allerdings kann dies auch ebenso gut eine „Papa-Phase“ sein, wenn Papa die hauptsächlich betreuende Bezugsperson ist.

 

Intellektuell

„Da?“ – Dein Kind will alles wissen: Was ist das, was macht das, wie heißt das, …? Auf jedes neue Objekt wird gezeigt und Du sollst darauf antworten. Auf diese Weise hält Dich dein Kleinkind mächtig auf Trab und es ist verständlich, dass Du hin und wieder eine Atempause brauchst. Generell ist es schwierig, mit einem Kleinkind auch mal ein paar Minuten für sich zu finden. Um mal schnell unter die Dusche zu springen, ein wichtiges Telefonat zu führen, die Mails zu lesen. Solltest Du Dein Kind in eine sichere Umgebung (z.B. Gitterbett, Laufstall) setzen, und ihm ein Spielzeug geben, das ihm sonst nicht zur Verfügung steht. Solche „begehrenswerten“ Spielsachen sollten in einer speziellen, für das Kind unerreichbaren Kiste verwahrt werden. Es muss nicht einmal etwas Besonderes sein, einfach nur selten und daher interessant!

Dein Kind lernt zu generalisieren: Es weiß vielleicht, dass wenn es den Knopf an der Spülmaschine drückt, diese beginnt, Geräusche zu machen. Sieht es einen ähnlichen Knopf an der Waschmaschine, wird es sich fragen, ob dies den gleichen Effekt hat. Es wird es vielleicht testen und feststellen: Ja, das macht auch ein Geräusch. Solche und ähnliche Experimente wird Dein Kind nun zunehmend durchführen. Es wird Dir vielleicht eher wie eine Welle des Chaos vorkommt als wie eine wissenschaftliche Untersuchung physikalischer oder anderer Gegebenheiten: Kann man mit Milche genauso kleckern wie mir Wasser? Schmeckt Blumenerde wie Schokoladenkuchen? Wie fühlt sich Katzenfutter an? Malen Stifte auch an Wänden? Kann ich mich auch im Pyjama eincremen? Endlose Möglichkeiten!

 

Eltern haben meist beide Hände voll zu tun, den Forscherdrang ihres Kleinkindes in sicheren Bahnen zu halten. Doch auch wenn es an vielen Stellen gut und richtig ist, seinem Kind etwas zu zeigen und ihm Lösungen zu präsentieren, so ist es auch sehr wichtig, seinem Kind die Zeit und Freiheit zu geben, selbst Lösungen zu finden. Rollt sein Spielzeug unter das Sofa und es kann mit seinen kurzen Armen nicht daran reichen, wird es mit der Zeit vielleicht von ganz allein auf die Idee kommen, es mittels eines anderen Gegenstandes hervor zu angeln.

Sortieren ist ein neues Hobby  Deines Kindes. Du wirst vielleicht beobachten, wie es die Erbsen auf seinem Teller von den Möhren trennt oder die Stofftiere auf einen anderen Haufen tut als die Bauklötze. Vermeide von nun an, alle Spielsachen in die gleiche Kiste zu werfen, sondern stelle mehrere Kisten und Körbe zur Verfügung, in die abends die verschiedenen Gruppierungen einsortiert werden können – der erste Schritt zu Ordnung! Natürlich hat Dein Kind dabei noch kein ordentliches Kinderzimmer im Sinn und eine Garantie für eine aufgeräumte Wohnung ist dies auch nicht, es macht Deinem Kind einfach Spaß, zu sortieren! Sorge dafür, dass das Aufräumen und Sortieren interessant bleibt, z.B. indem Du ein Spielzeug aufnimmst und fragst: „Wo gehört das nur hin?“ – Dein Kind wird Dir dann vielleicht gern helfen und das Spielzeug nehmen und (hoffentlich) richtig einsortieren.

 

Motorisch

Aufgepasst: Wenn Dein Kind schon das Klettern als neues Hobby entdeckt hat, kommt es nun vielleicht über den Stuhl an den Schreibtisch und somit an Dinge, die sicher nicht für Kinderhände gedacht sind: Schere, Sekundenkleber, Brieföffner oder wichtige Dokumente. Ab jetzt helfen oft nur noch gesicherte Schränke gegen kleine Kinderhände!

Durchschnittliche Entwicklung eines Kindes im Alter von 16 Monaten:

Fähigkeit Prozent
Geistige Entwicklung
Das Kind spricht 3 klare Wörter und verwendet sie richtig. 94%
Das Kind spricht 6 klare Wörter und verwendet sie richtig. 66%
Laufen
Das Kind kann stehen, ohne sich dabei festzuhalten. 94%
Das Kind kann allein mind. 3 Schritte ohne Hilfe laufen. 94%
Das Kind kann sich im Stand bücken und auch wieder aufrichten, ohne sich dabei festzuhalten. 87%
Das Kind läuft nun sicher und fällt selten hin. 84%
Das Kind kann rückwärts gehen. 58%

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