Entwicklung: 29 Monate

Entwicklung: 29 Monate

Viele Veränderungen treiben die Entwicklung Deines Kindes jetzt rasant voran. Der innere Dialog und das Langzeitgedächtnis bilden sich aus und die Welt der Gefühle überwältigt Eltern und Kinder oft gleichermaßen.

Kind hält eine Schüssel Erdbeeren in der Hand
©Pixabay/Kathrin Pie

Körperliche Veränderungen

Dein Kind sieht nun wahrscheinlich kaum noch babyhaft aus. Seine Proportionen haben sich verändert und einige Veränderungen finden auch im Körper finden statt. So hat sich z.B. sein Blutdruck erhöht und sein Gehirn wächst auf 80% bis 90% seiner endgültigen Größe. Dafür ist es jetzt besonders wichtig, dass Dein Kind genug schläft, so dass ausreichend Neuronen und Gehirnzellen produziert und Hormone ausgeschüttet werden können.

Auch seine Balance hat sich verbessert: Dein Kind kann sich auf seine Zehenspitzen stellen, wenn Du einen Gegenstand unerreichbar über seinem Kopf hältst. Es kann von einer kleinen Stufe springen und einen leichten Ball werfen. Du kannst vielleicht auch feststellen, dass Dein Kind beim Toben deutlich schwitzt und z.B. nasse Haare oder Schweißtropfen an Stirn und Nase hat.

Kognitive Entwicklung

Dein Kind entwickelt langsam die Fähigkeit, sich an Dinge zu erinnern, die länger zurück liegen – das Langzeitgedächtnis bildet sich. Es beginnt, eigene Gedanken in seinem Kopf zu entwickeln. Mit der Entwicklung der Sprache startet auch mehr und mehr der innere Dialog, den jeder Mensch hat.  Hörbehinderte Kinder führen ihren inneren Dialog in Form von Zeichensprache, darum ist es für diese Kinder sehr wichtig, schon früh mit dem Erlernen der Zeichensprache zu beginnen.

Was „jetzt“, „gleich“ und „später“ bedeuten, kann Dein Kind auch zunehmend besser verstehen und einordnen. Dies hilft Deinem Kind, ein Gefühl für Zeit zu entwickeln und den Tagesablauf besser zu verstehen und vorherzusehen. Was „in, unter, neben, …“ bedeutet wird Deinem Kind inzwischen auch klarer und kann beim Spielen benutzt werden: „Hol mir die Puppe, sie ist in der Kiste“ oder „Leg den Schlüssel auf den Tisch“

Beim Sprechen wird die Satzbildung nun langsam besser und Wörter kommen mehr in der richtigen Reihenfolge. Die Sätze werden auch länger und Dein Kind liebt Verneinungen. Zugleich können Kinder nun schon etwas Humor entwickeln und lachen über lustige Ereignisse. Sei also ruhig ein wenig albern!

Emotionale Entwicklung

Wut- und Trotzanfälle sind in diesem Alter sehr normal. Sie beeindrucken aber nicht nur die Eltern. Auch die Kinder sind meist ratlos über die starken Gefühle, die sie noch nicht einordnen können. Selbst positive Gefühle können verwirrend sein. Was sind Freude, Wut, Trauer? Eltern müssen ihren Kindern helfen, die Gefühle richtig einzuordnen: „Du bist wütend, weil Du nicht auf den Tisch klettern darfst“ oder „Du freust Dich dass Du die Schuhe allein angezogen hast“ oder „Du bist traurig, weil das Spielzeug kaputt gegangen ist“. Dies hilft dem Kind auch, später seine Gefühle richtig in Worte zu fassen: „Ich bin wütend weil ich schon nach Hause muss!“ oder „Ich freue mich weil Oma uns besuchen kommt.“

Beim Umgang mit negativen Gefühlen kommt es oft auch zu heftigen körperlichen Reaktionen wie treten, schlagen, sich auf den Boden werfen, schreien, weinen … hier können Eltern helfen, „sozial verträgliche“ Alternativen zu vermitteln. Dies kann z.B. sein, dass sich das Kind tröstet, indem es sein Lieblingskuscheltier an sich drückt oder seine Wut an einem „Wutkissen“ auslässt. Lies mehr darüber in unserem Artikel kindliche Wut.

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Was Dein Kind jetzt kann

  • kennt seinen Namen und kann ihn sagen
  • kann auf Zehenspitzen stehen

Was es vielleicht schon kann:

  • Treppen hinauf und hinunter gehen, dabei betreten beide Füße nacheinander jede Stufe

Was manche Kinder schon können:

  • einfache Kinderreime mitsprechen oder allein aufsagen
  • allein Bücher ansehen

Spielen und Lernen

In diesem Alter genießen Kinder es, sich zu verstecken – am Liebsten an engen Stellen wie z.B. in einer Kiste oder einem Koffer, zwischen Sofa und Heizung, spielt also ruhig verstecken und wundere Dich nicht, wenn sich Dein Kind wieder und wieder an der gleichen Stelle versteckt.

Eine Murmelbahn ist für die meisten Kinder ein spannendes Spielzeug. Du kannst sie auch selbst bauen, z.B. aus leeren Rollen von Küchen- und Toilettenpapier: Zur Hälfte aufschneiden oder auch belassen und mit Kreppklebeband (Malerabteilung im Baumarkt) an der Wand befestigen. Nun einen runden Gegenstand (Achtung, darf nicht verschluckt werden) darin hinunterkullern lassen.

Stopp und weiter: Lass Dein Kind kreuz und quer durch den Raum laufen und beim Wort „Stopp“ muss es sofort erstarren. Sagst Du dann „weiter“, darf es wieder wild herum laufen. Du kannst das auch mit Musik spielen: Sobald die Musik aufhört, muss das Kind stehen bleiben. Dieses Spiel vermittelt auch die wichtige Fähigkeit, auf „Stopp“ sofort stehen zu bleiben, was bei Gefahren z.B. im Straßenverkehr oder am Wasser notwendig ist.