Entwicklung: 32 Monate

Entwicklung: 32 Monate

Was ist real und was nicht? Dein Kind kann dies nicht unterscheiden und wundert sich vielleicht, dass es im Zoo keine Einhörner sieht, dass in seiner Cornflakes-Packung kein Tiger steckt und dass Du seinen neuen Wellensittich nicht sehen kannst. Sehr real hingegen sind vielleicht Konflikte mit Oma und Opa über einzuhaltende Erziehungsregeln

Baby steht in seinem Bett mit Schnuller im Mund
©Unsplash/Les Anderson

Großeltern

Oma und Opa können eine hilfreiche Unterstützung für die Familie sein … oder Anlass zu Ärger und Frustration. Ein häufiges Streitthema sind die vorhandenen Regeln für das Kind: Während die Eltern dem Kind vielleicht bevorzugt Obst geben, zücken Oma und Opa Schokolade und Lutscher,  (natürlich gern direkt vor der nächsten Mahlzeit) oder torpedieren andere Erziehungsmaßnahmen. Derartige Konflikte kommen in vielen Familien vor, und die beflissenen Eltern fühlen sich in ihrer Autorität untergraben und sorgen sich darum, dass ihr Kind durch dieses unterschiedlichen Vorgehensweisen verunsichert wird.

Doch es gibt gute Nachricht: In diesem Alter kann ein Kind bereits verstehen, dass es in verschiedenen Umgebungen unterschiedliche Regeln gibt. Es wird also nicht verwirrt, sondern entwickelt vielmehr ein Verständnis dafür, dass es unterschiedliche Wege und Konzepte gibt und wird sich entsprechend es Ortes oder der Person anpassen. Es mag vielleicht bei Oma bald die Schokolade erwarten und gar einfordern, wird aber daheim nicht danach fragen – zumindest sofern dort konsequent die eigenen Regeln weiterhin befolgt werden.

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Kleine Helfer

Fördere die Hilfsbereitschaft Deines Kindes, indem Du ihm kleine Aufgaben überträgst. Z.B. die Katze füttern, Blumen gießen oder etwas zum Mülleimer bringen. Diese Aufgaben sollten altersgerecht sein und Dein Kind sie mit Spaß durchzuführen können. Lass es stolz auf seine Hilfe sein, indem Du es lobst und Dich bedankst: „Danke, dass Du das für mich weggeschmissen hast, das hat mir sehr geholfen!“

Gerade wenn ein neues Geschwisterkind in die Familie kommt, ist ein Kleinkind gern hilfreich, sofern es dabei Anerkennung erhält. Lass es beim Wickeln helfen indem es die Windel reicht oder den Strampler aussuchen darf. Gib ihm eine kleine Aufgabe wie z.B. Staub wischen, während Du das Baby fütterst. Dein Kind wird sich dadurch weiterhin wichtig und gebraucht fühlen.

Vorstellungskraft

Mit 2,5 Jahren haben Kinder eine enorme Vorstellungskraft und können nicht zwischen Wirklichkeit und Fantasie unterscheiden. Manche Kinder haben jetzt einen unsichtbaren Freund oder ein unsichtbares Haustier, mit dem sie reden. Auch verstehen sie nicht, dass die Figuren im Zeichentrickfilm rein fiktiv sind.

Dein Kind schaut vielleicht hinter den Fernseher, um zu sehen, wo die Figuren stecken oder es denkt, dass all diese Gestalten im Fernseher wohnen. Im CD-Player scheint ein kleiner Mann zu sitzen, der die Geschichten vorliest usw.- wie sonst könnten sich Kinder auch erklären, dass eine Maschine spricht?

Eltern müssen diese Dinge manchmal erklären, damit Kinder lernen, was real und was Fantasie ist. Man sollte ihnen die Fantasie aber nicht austreiben, lediglich erklären wo die Grenzen zwischen wirklich und unwirklich sind. Gerade im Fernsehen, wo Kinder z.B. sehen wie aus einem Auto ein Roboter wird, müssen Eltern ihren Kindern sagen, dass diese Dinge nur durch Tricks entstehen und Autos nicht wirklich zu Robotern werden.

Am Besten achten Eltern darauf, dass ihre Kinder nur wenige und altersgemäße Sendungen sehen. Dabei sind Sendungen über real existierende Dinge (Farmer, Postboten, Feuerwehrleute …) gegenüber nicht existierenden Dingen (Schlümpfe etc.) zu bevorzugen, um nicht für unnötige Verwirrung zu sorgen und das reale Leben besser kennen zu lernen. Auch sollten die Charaktere in der Sendung nur über realistische Fähigkeiten verfügen.

Später, wenn das Kind älter ist, kann die Geschichte von „Karlson vom Dach“ durchaus inspirieren, mit 2,5 denken Kinder jedoch, dass andere Kinder wirklich fliegen können und würden evtl. ohne zu zögern ein anderes Kind vom Balkon schubsen, um es fliegen zu sehen.

Was Dein Kind jetzt kann

  • Konsequenzen aus einer Handlung erwarten
  • mit Bauklötzen einen hohen Turm bauen

Was es vielleicht schon kann:

  • mit anderen Kindern für kurze Zeit spielen
  • Zeitkonzepte wie „morgen“ und „nächste Woche“ verstehen, auch wenn es die Zeit noch nicht einschätzen kann

Was manche Kinder schon können:

  • eine detaillierte Unterhaltung führen

Spielen und Lernen

Musik ist wichtig für Kinder! Das Hören von Musik – egal welche Stilrichtung, Hauptsache nicht zu laut – tut Kindern gut. Sie werden sich spontan nach dem Rhythmus bewegen wollen, viele singen bald lauthals mit oder klatschen in die Hände. Sofern Dein Kind kein kleiner Mozart ist, muss der Klavierunterricht noch etwas warten, aber es kann trotzdem schon Musik machen und vielleicht einer Musikgruppe für Kleinkinder (z.B. bei „Musikgarten“) beitreten.

Auch zuhause kann man Musik machen: Auf Kochtöpfen trommeln, mit Rasseln rasseln, auf einem Xylophon spielen.

Spiel-und Bewegungslieder sind nun beliebt, angefangen vom „Häschen in der Grube“ bis zu „1-2-3 im Sauseschritt“. Im Handel gibt es zahlreiche CD’s mit Anleitungsbüchern.

Hier ein paar klassische Kinderliedtexte, falls die Erinnerung schwächelt:

Häschen in der Grube

Häschen in der Grube, saß und schlief,

saß und schlief,

armes Häschen bist du krank,

dass du nicht mehr hüpfen kannst?

Häschen hüpf, Häschen hüpf,

Häschen hüpf!

Backe, backe Kuchen

Backe, backe Kuchen,

der Bäcker hat gerufen!

Wer will guten Kuchen backen,

der muss haben sieben Sachen:

Eier und Schmalz,

Butter und Salz,

Milch und Mehl,

Safran macht den Kuchen gehl,

schieb, schieb in Ofen rein.

Mein Hut der hat drei Ecken

Mein Hut der hat drei Ecken,

drei Ecken hat mein Hut.

Und hätt er nicht drei Ecken,

dann wär er auch nicht mein Hut!

Zeigt her eure Füße

Zeigt her eure Füße,

zeigt her eure Schuh‘

und schauet den fleißigen Waschrauen zu.

Sie waschen, sie waschen, sie waschend en ganzen Tag.

2. … sie wringen, sie wringen …

3. … sie hängen, sie hängen

4. … sie legen …

5. … sie rollen …

6. … sie plätten …

7. … sie ruhen …

8. … sie klatschen …

9. … sie tanzen …

Dornröschen

Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind, schönes Kind

Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind!

2. Dornröschen nimm dich ja in acht …

3. Da kam die böse Fee herein …

4. Dornröschen schlafe hundert Jahr …

5. Da wuchs die Hecke riesengroß …

6. Da kam der junge Königssohn …

7. Dornröschen, wache wieder auf …

8. Da feierten sie ein Hochzeitsfest …

9. Da jubelte das ganze Volk …

Viele weitere Kinderlieder – auch zum Anhören – findest Du unter www.liederprojekt.org