Auswirkung des Geschlechts auf die Kindesentwicklung

Geschlechterrollen – Typisch Mädchen, typisch Junge?

Jungen und Mädchen sind verschieden und entwickeln sich unterschiedlich. Doch bedeutet dies, dass sie auf ihre Geschlechterrolle festgelegt sind? Die äußeren Einflüsse spielen natürlich eine große Rolle und wie die Eltern mit den Rollen umgehen.

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Die Entwicklung von Jungen und Mädchen verläuft unterschiedlich. Dies bewirken im Wesentlichen zwei Einflüsse:

  1. Hormone: Beide Geschlechter produzieren in geringen Mengen das männliche Hormon Androgen und das weibliche Hormon Östrogen. Jungen haben mehr Androgen und Mädchen mehr Östrogen. Das jeweilige Übergewicht führt zu Unterschieden in der Entwicklungen.
  2. Sozialer Druck: Von Geburt an sind Kinder einem starken sozialen Druck ausgesetzt. Sie sollen den Geschlechtsnormen entsprechen, die von der jeweiligen Kultur vorgegebenen sind.

Typisch Mädchen, typisch Junge?

Unterschiede beim Erwerb von Fähigkeiten:

Körperlich

Es gibt zwischen Kindern gleichen Geschlechts oftmals größere Unterschiede, als zwischen Jungen und Mädchen. Trotzdem meinen die meisten Eltern, dass Geschlechtsunterschiede beim Erlangen bestimmter Fähigkeiten nicht nur das Tempo bestimmen, sondern auch deren Qualität.

Mädchen wachsen z.B. offenbar schneller und beginnen die Pubertät früher als Jungen. Bei Kraft und Geschwindigkeit sind die Unterschiede bis zur Pubertät gering. Dann jedoch werden Jungen schneller, stärker und entwickeln mehr Muskeln und Knochen und weniger Fett. Herz und Lunge wachsen bei Ihnen in der Pubertät ebenfalls stärker, denn das Blut muss die stärkeren Muskeln und Knochen mit einer größeren Menge Sauerstoff versorgen. Bei Mädchen im Vorschulalter ist das Hüpfen und Springen bei rhythmischer Bewegung und im Balanceakt besser.

Geistig

Bei der intellektuellen Entwicklung ist kein Unterschied zu erkennen, IQ-Tests belegen dies. Allerdings sind Mädchen beim Spracherwerb meistens schneller als die Jungen – sie beginnen oft früher mit dem Sprechen und verknüpfen Wörter besser und zu längeren Sätzen. Dieser Trend hält über den Spracherwerb hinaus an.

Mädchen beginnen meist früher mit dem Lesen und Schreiben und machen weniger Fehler bei Grammatik und Orthographie. Sie haben eine bessere Aussprache und Artikulation, eine bessere verbale Logik und haben seltener Sprachstörungen. Sogar im Rechnen sind Mädchen zumindest bis zur Pubertät besser als Jungen.

Nach der Pubertät schneiden Jungen bei mathematisch logischen Aufgaben besser ab. Jungen jeden Alters haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen und verstehen die physischen Zusammenhänge besser.

In sozialer Hinsicht sind Jungen in allen Bereichen aggressiver und beherrschender, sofern diese Eigenschaft nicht unterdrückt wird. Außerdem zeichnen sich Jungen durch ein ausgeprägtes Konkurrenzverhalten aus. Mädchen hingegen sind umgänglicher und schließen engere Freundschaften. Beide Geschlechter unterscheiden sich nicht in der Fähigkeit, Kinder aufzuziehen!

Es kann Eltern bei der Unterstützung ihrer Kinder helfen, wenn sie sich dieser Unterschiede bewusst werden. Sie können versuchen, die schwachen Stellen auszugleichen. Jungen sollten frühzeitig mit Büchern in Kontakt kommen und Wortspiele machen.

Fördern Sie das räumliche Vorstellungsvermögen eines Mädchens, indem Sie es früh mit Puzzles und Baukästen spielen lassen, später spielen Sie mit ihm Schach und andere Spiele, die strategisches Denken erfordern.

Auswirkung von Klischees

Unsere Gesellschaft prägt Klischeevorstellungen über Aussehen, Körperbau, Gesichtszüge, Körperbau, soziale Rollen, wie man spricht, wie man Gefühle mitteilt, welche Rollen man in der Ehe spielt, wie man seinen Lebensunterhalt verdient und mehr.

Sind diese Vorstellungen erst einmal akzeptiert, werden sie als Maßstäbe genutzt. An ihnen werden unsere Kinder bewertet, als gut oder schlecht, erfolgreich oder erfolglos, geeignet oder ungeeignet. Doch sollten wir sie doch statt dessen zu ihrer Individualität und Originalität ermutigen. Die Entwicklung der Persönlichkeit eines Kindes verkümmert, wenn man ihm schon von früh auf an beibringt, gemäß einem stereotypen Muster zu denken, zu fühlen und zu handeln.

Zu den schlimmsten Klischeevorstellungen gehört der Glaube, dass ein Geschlecht dem anderen überlegen bzw. untergeordnet sei. Gleichberechtigte Rollenkonzepte bieten hingegen zahlreiche Möglichkeiten der Selbstverwirklichung: Sie werden von dem Glauben getragen, dass jedes Kind ungeachtet seines Geschlechts, die Freiheit hat, seine Wünsche zu verwirklichen, all seine Fähigkeiten einzusetzen (in welchem selbst gewählten Betätigungsfeld auch immer) und dabei Erfüllung zu finden, ohne sich schuldig zu fühlen.

Als Eltern müssen wir vom ersten Tag an wohlüberlegt handeln, wenn wir ein Mädchen zu mehr Abenteuerlust anregen wollen und einen Jungen dazu, sich um andere zu kümmern, seine Gefühle zu zeigen und als Friedenstifter zu wirken. Dies ist um so wichtiger, als sich heraus gestellt hat, dass wir Babys in Rosa anders behandeln als die in blauer Wäsche und sogar in anderem Tonfall mit ihnen sprechen.

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