Geschwister: Das Baby ist da

Das Geschwisterchen ist da – und jetzt?

Während wir unser Baby am Liebsten in Watte packen möchte, wird unser Erstgeborenes vermutlich schon bald etwas weniger Sensibilität im Umgang mit der keinen Schwester oder dem kleinen Bruder zeigen. Ermahnungen wie „Nicht so fest drücken“ oder „Nicht so laut, das Baby schläft!“ sollten dennoch nicht permanent fallen. Die meisten Babys schlafen hervorragend trotz des Trubels, den spielende Kinder verursachen. Auch die gelegentlich zu herzhafte Behandlung wird vom Baby meist nicht verübelt. Vertrauen Sie ruhig ein wenig auf die Fähigkeit Ihres Kindes, zu beurteilen, was es sich im Umgang mit dem Baby zutrauen kann. Meist imitieren Sie die Eltern und gehen eher vorsichtig und zärtlich mit ihm um.

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Die Gewöhnung an das Geschwisterchen

Ein Laufstall kann das Baby vor allzu rabiater Behandlung durch das Geschwisterkind schützen, wenn Sie gerade mal nicht alle Aufmerksamkeit auf die Kinder lenken können. Beziehen Sie Ihr großes Kind von Beginn an mit in die Babypflege ein. Setzen Sie es z.B. beim Wickeln auch auf den Wickeltisch und lassen sich von ihm Feuchttücher und Windeln reichen. Wenn es hilft, sagen Sie nicht „Nein, das ist falsch“ sondern lieber „Prima, jetzt müssen wir nur noch die Windel etwas fester stellen, damit nichts ausläuft“. So verderben Sie ihm nicht den Spaß an der Sache. Akzeptieren Sie aber auch, wenn Ihr Kind keine Lust mehr hat, bei der Babypflege mitzumachen und sich anderen Dingen zuwenden möchte. Es ist ein Zeichen, dass es seine Selbstsicherheit wieder gewonnen hat.

Wenn Ihr Kind das Baby halten möchte, setzen Sie es auf einen Sessel oder auf das Sofa. Geben Sie ihm vielleicht das Stillkissen als Stütze und legen Sie das Baby nun in den Arm Ihres Kindes. Wenn Ihr Kind noch klein ist, sollten Sie unbedingt dabei bleiben denn oft wird es ihm schon bald langweilig und das Baby dann einfach abrupt beiseite geschoben…

Kinder ab vier Jahren sind meist in der Lage, ein Baby ein kleines Stück zu tragen. Anweisungen wie „Lass es nicht fallen!“ sind dabei nicht angebracht. Ihr Kind muss dann nämlich überlegen, wie es das Baby nicht fallen lässt und kann sich auf die eigentliche Aufgabe nicht mehr konzentrieren. Formulieren Sie lieber so:“ Drück das Baby ein bisschen an Deinen Körper.“ Dann weiß Ihr Kind genau, was es tun soll.

Ihr Baby wird natürlich auch öfter mal weinen. Dies kann Ihr größeres Kind beunruhigen oder auch nerven. Erklären Sie ihm, dass Weinen die einzige Möglichkeit eines Babys ist, seine Bedürfnisse zu äußern und versuchen Sie „zu dolmetschen“.

Verwenden Sie von Anfang an den Namen des Baby, damit auch das Geschwisterkind gleich versteht, dass es sich um eine vollwertige Person handelt.

Beim Stillen zeigen viele Geschwisterkinder wenig Verständnis, dass die Mutter gerade nicht abkömmlich ist und sich sogar etwas Gemütlichkeit mit dem Baby gönnt. Schnell haben Sie heraus, dass sich diese Zeit eignet, um durch negatives Verhalten die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Umgehen Sie dies, indem Sie „zu Dritte“ stillen: Machen Sie es sich zusammen auf dem Sofa gemütlich, kuscheln Sie mit Baby, Kind und Stillkissen und lesen vielleicht eine Geschichte dabei vor. Die meisten kleinen Babys stört das nicht. Manche Kinder holen sich eine Babypuppe und „stillen“ ebenfalls. Irgendwann kommt vom größeren Kind vielleicht auch die Frage nach der Muttermilch und der Wunsch, davon zu probieren. Wenn Sie es für sich zulassen können, das große Kind aus der Brust trinken zu lassen, tun Sie es einfach. Sie können aber auch etwas Milch abpumpen bzw. ausstreichen und in einem kleinen Becher zum Probieren geben. Es wird ihrem großen Kind vermutlich nicht schmecken aber die Neugier ist „gestillt“.