So profitiert dein Kind davon, wenn es eine Kita besucht

Kinder profitieren vom frühen Kita-Besuch

Die Bindung zwischen Eltern und Baby wird in den ersten Lebensjahren besonders gestärkt. Viele Eltern wissen jedoch nicht, wie sehr ihr Kind davon profitieren kann, schon früh in die Kita zu gehen.

Ein Kind spielt mit seinem Spielzeug.
Der Besuch einer Kita kann die Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen. © Markus Spiske via Unsplash

Es gibt Eltern, die schrecken davor zurück, ihr Kind frühzeitig zur Betreuung in eine Kita zu geben. Die Angst ist groß, dass eine frühe Trennung, der Beziehung zwischen Eltern und Kind schaden könnte. Dass eine Kita jedoch wichtig für die Entwicklung des Kindes ist, zeigen aktuelle Studien.

Sprachförderung durch Kita

Der Berliner Sprachtest „Deutsch Plus 4“ stellte beispielweise fest, dass es einen Zusammenhang gibt, zwischen der Sprachentwicklung und dem Besuch einer Kita. Im Rahmen der Sprachstandsfestellung wurden 692 Berliner Kinder untersucht und das Ergebnis war, dass 84 Prozent der Kinder, die keine Kita besuchten, eine Sprachförderung benötigten. Ein Wert, der im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich angestiegen ist. 2015 waren es noch 59 Prozent, ein Jahr später bereits 74 Prozent.

6 Tipps, die das Immunsystem deines Kindes stärken

Der Test ist im Berliner Schulgesetz verankert. Mit ihm soll vor der Einschulung herausgefunden werden, ob das sprachliche Niveau der Kinder ausreicht, um dem Unterricht folgen zu können. Sei dies nicht der Fall, müssen die Kinder Sprachkurse in einer Kita besuchen. Wird der Test verweigert, droht den Eltern sogar ein Bußgeld.

Kitakinder leiden seltener an Hyperaktivität

Veit Roessner, Leiter der Kinder-und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Dresden kam außerdem zu dem Ergebnis, dass Kinder, die schon seit den ersten zwei Jahren eine Kita besuchen, später seltener psychisch auffällig seien. Er untersuchte 4000 Kinder im Einschulungsalter und fand heraus: Je früher die Kinder in einer Einrichtung betreut wurden, desto niedriger sei das Risiko für psychische Störungen.

Bei Kindern, die erst im Alter von drei oder vier Jahren fremdbetreut werden, sei die Wahrscheinlichkeit für Auffälligkeiten, wie Hyperaktivität doppelt so hoch, so Roessner in einem Interview mit dem Magazin Stern. Der soziale Hintergrund der Familien war dabei nicht entscheidend.

Kitakinder sind auch in der Schule besser

Ergebnisse einer Bertelsmann-Studie von 2016 zeigen, dass eine frühe Unterbringung in einer Kita zwangsläufig auch einen Einfluss auf die Schullaufbahn eines Kindes hat. Sie haben zu Beginn der ersten Klasse eine bessere Sprachkompetenz, Körperkoordination, weniger Probleme beim Zählen und sind seltener übergewichtig.

Ein Grund für das bessere Abschneiden von Kindern, die die Kita besucht haben, ist laut Forschern der Bertelsmann-Studie auch die Interaktion mit anderen Kindern. Das Austauschen mit Gleichaltrigen und Erwachsenen fördert die Kinder in ihrer Entwicklung.

Wahl der richtigen Kita ist entscheidend

Kita ist nicht gleich Kita. Entscheidend für eine gute frühkindliche Förderung sind mehrere Faktoren. Kitas in den alten Bundesländern schneiden einer Bertelsmann-Studie von 2017 zufolge immer noch besser ab. In Westdeutschland kommen demnach auf einen Erzieher 3,6 Kinder, in Ostdeutschland seien es 6 Kinder.

 

Setzt sich die Gruppe in einer Kita aus Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten zusammen, sollen die Kinder laut Dr. Regina von Görtz, Leiterin der  Bertelsmann-Studie „Kein Kind zurücklassen“ , davon profitieren.

Ihr braucht euch als Eltern also keine Sorge machen, eure Kinder frühzeitig in einer Kita betreuen zu lassen, sie können davon nur profitieren.