Kinderfreibetrag: Was ist das und wie profitiert die Familie davon?

Kinderfreibetrag: Was ist das und wie profitiert die Familie davon?

Nur die wenigsten schlagen sich gerne mit bürokratischen Dingen wie der Steuererklärung herum. Doch gerade als frischgebackene Eltern, kommt hier für viele der sogenannte Kinderfreibetrag zum Tragen. Was genau das ist, wie es sich zum Kindergeld verhält und wie Familien davon profitieren, erfährst du bei uns.

Kinderfreibetrag, Kindergeld
Was ist für meine Familie sinnvoller: Kinderfreibetrag oder Kindergeld? © Rawpixel.com via Bigstock

Was ist der Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag ist eine vom Staat festgelegte Summe, die Eltern pro Kind und Jahr verdienen dürfen, ohne Steuern dafür zahlen zu müssen. Im Jahr 2017 beträgt diese jährliche Summe 7.356 Euro. Der Freibetrag gilt sowohl für leibliche als auch adoptierte Kinder. Bei Pflegekindern richtet es sich nach dem jeweiligen Betreuungsumfang, inwiefern die Pflegeeltern ebenfalls beim Kinderfreibetrag berücksichtigt werden.

Der Sinn hinter dieser Regelung ist, dass den Eltern genug Geld zur Verfügung stehen soll, um ihren Kindern Essen, Kleidung, Wohnung, Ausbildung & Co. finanzieren zu können.

Was ist der Unterschied zum Kindergeld?

Beim Kindergeld bekommen die Eltern jeden Monat einen fixen, steuerfreien Betrag vom Staat, der sich wie folgt berechnet:

  • 1. und 2. Kind: 192 Euro
  • 3. Kind: 198 Euro
  • 4. Kind und alle weiteren: je 223 Euro

Wie beim Kinderfreibeitrag handelt es sich auch beim Kindergeld um eine Steuererleichterung. Wichtig: Eltern bekommen nur eins von beidem! Entweder Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Wer welche Steuererleichterung erhält, entscheidet das Finanzamt, das prüft, welche der beiden Optionen das Elternpaar finanziell mehr begünstigt.

Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag jedoch nicht monatlich ausgezahlt, sondern das Finanzamt zieht die besagten 7.356 Euro rückwirkend von dem zu versteuernden Jahreseinkommen ab.

Kinderfreibetrag: Ein Rechenbeispiel

Damit du dir die Abwägung zwischen Kinderfreibetrag und Kindergeld ein wenig besser vorstellen beziehungsweise nachvollziehen kannst, haben wir ein kleines Rechenbeispiel für dich.

Franziska und Hendrik sind frischegebackene Eltern ihrer kleinen Tochter Mia. Gemeinsam haben Sie ein zu versteuerndes, jährliches Bruttoeinkommen von 60.000 Euro. Auf dieses Einkommen müssen Franziska und Hendrik Steuern zahlen. In diesem Fall sind das in etwa 19.300 Euro.

Zieht man Mias Freibetrag (7.356 Euro) vom Jahreseinkommen (60.000 Euro) ab, erhält man ein neues zu versteuerndes Einkommen von 52.644 Euro. Auf dieses geringere Einkommen fallen logischerweise auch weniger Steuern, in dem Fall etwa 15.900 Euro.

4 Rückbildungsübungen nach der Geburt

Nun berechnet man, wie viel Steuern man unter Einbezug des Kinderfreibetrages gespart hat:

19.300 Euro (ohne) – 15.900 Euro (mit) = 3.400 Euro

Was, wenn Franziska und Hendrik ein monatliches Kindergeld bekommen hätten?

12 x 192 Euro = 2.304 Euro

Am Beispiel der beiden jungen Eltern zeigt sich, dass Franziska und Hendrik mit dem Kinderfreibetrag über 1.000 Euro im Jahr MEHR an steuerfreiem Geld zur Verfügung steht, als es mit dem Kindergeld der Fall wäre.

Wem steht der Kinderfreibetrag zu?

Jeder Elternteil hat zu 50 Prozent Anrecht auf den Kinderfreibetrag und zwar bis zur Volljährigkeit ihres Kindes/ihrer Kinder. Befindet sich das Kind mit 18 Jahren noch in einem Ausbildungsverhältnis (dazu zählt auch ein Studium), wird der Freibetrag bis zu einem Alter von 25 Jahren berücksichtigt.

Ab wann lohnt sich welches Modell?

Da das Finanzamt entscheidet, welches Modell sich finanziell günstiger auswirkt, bleibt dir die Rechnerei glücklicherweise erspart. Als grober Referenzwert gilt jedoch, dass sich der Kinderfreibetrag für Eheleute ab einem Bruttojahreseinkommen von 60.000 Euro lohnt. Für Alleinerziehende lohnt er sich ab einem zu versteuernden, jährlichen Einkommen von 30.000 Euro.

Aber selbst, wenn du dir sicher bist, dass sich das Kindergeld für euch nicht lohnt, solltest du in jedem Fall bei den Familienkassen beantragen, denn:

  1. Du bekommst das Geld monatlich auf dein Konto überwiesen und es wird nicht erst am Ende des Jahres verrechnet und
  2. Das Finanzamt geht davon aus, dass Eltern grundsätzlich Kindergeld beantragt und erhalten haben, und rechnet diesen Betrag bei der Steuererklärung mit ein, egal ob die Eltern das Kindergeld tatsächlich beantragt haben oder nicht