Konzentrationsfähigkeit fördern

Konzentration fördern

Konzentrationsfähigkeit ist wie eine Sportart, die regelmäßig geübt werden muss. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Sinne: riechen, schmecken, sehen, hören, greifen fühlen all dies führt zum begreifen und verstehen. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie ihrem Kind schon in der Vorschulzeit oft die Möglichkeit bieten, ausreichend Sinneserfahrungen zu sammeln.

Junge mit Pullover starrt aufs Meer
©Unsplash/Michal Prazuchowski

Was verstehen wir unter „Konzentration“?

Konzentration und Aufmerksamkeit sind Fähigkeiten, geistige aber auch körperliche Kräfte auf ein Ziel, auf eine Aufgabe hin zusammenzufassen. Sich konzentrieren bedeutet, aufnahmebereit zu sein, seine Wahrnehmung zu steigern, seine Sinne einzusetzen und Informationen zu speichern.

Dass sich gerade Kinder gern von inneren und äußeren Reizen ablenken lassen, wissen Eltern nur zu gut. Mit zunehmendem Alter erhöht sich die Fähigkeit, konzentriert und mit Aufmerksamkeit an der Lösung einer Aufgabe zu arbeiten. Konzentrations- und Entspannungsphasen wechseln sich ab und gerade jüngere Kinder brauchen Bezugspersonen, die ihnen helfen, nach der Erholungsphase erneut eine Konzentrationsphase einzuleiten. Aber eindeutig ist, dass Konzentration eine Grundlage des Lernens ist.

Konzentrationsfähigkeit fördern

Machen Sie mit Ihrem Kind „Entdeckungsreisen der Sinne“: in den Wald, auf die Wiese, in den Supermarkt, in den Garten … und verknüpfen Sie diese Ausflüge mit vielen Spielideen, die die Sinne anregen. Lassen Sie Ihr Kind mit verbundenen Augen Dinge ertasten, Obst „er“-riechen, Geräusche erraten. Eine Web-Site, die viele sinnliche Spielideen enthält: Kindergarten-Workshop

Auch viele Gesellschaftsspiele fördern die Konzentration. Überhaupt wird im Spielen die Grundlage für die spätere Konzentrationsfähigkeit gelegt. Tragen Sie dabei Sorge, dass das Spielzeugangebot im Kinderzimmer überschaubar bleibt. Nehmen Sie sich Zeit, mit Ihrem Kind in ruhe zu spielen und zu basteln. Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre, ohne Fernseher, Kassettenrekorder oder ähnlicher Berieselung.

3 Regeln, um die Konzentrationsfähigkeit bei den Hausaufgaben zu steigern:

  1. Ablenkung vermeiden:
    • Sorgen Sie für einen ruhigen Arbeitsplatz
    • Nur das für die Hausaufgaben benötigte Material auf den Tisch legen
    • Lenken Sie Ihr Kind nicht mit unnötigen Fragen und Aufträgen von der Arbeit ab
  2. Zweckmäßige Hilfestellung:
    • Loben Sie richtige Lösungen sofort
    • Geben Sie nur knappe Hinweise, wenn Ihr Kind die Aufgabe nicht verstanden hat
    • Weisen Sie ganz sachlich auf Fehler hin
    • Schaffen Sie eine ruhige Arbeitsatmosphäre
    • Beherzigen Sie, dass weniger oft mehr ist, d.h. vereinbaren Sie mit Ihrem Kind eine feste zeit, bis wann es Hausaufgaben machen muss.
    • Sorgen Sie nach den Hausaufgaben dafür, dass sich Ihr Kind bewegt, möglichst im Freien
  3. Fallen Sie nicht auf Tricks rein, wie etwa:
    • auf Klo gehen müssen,
    • ein Gespräch anfangen,
    • Hunger/Durst haben,
    • im Buch blättern,
    • mit Spielsachen und Arbeitsmaterial spielen.

Wenn Sie dies beachten und gleichzeitig täglich ca. 10 Minuten gemeinsam mit Ihrem Kind Konzentrationsfördernde Spiele oder Übungen durchführen, wird sich die Aufnahmefähigkeit Ihres Kindes schnell steigern und dies bewirkt eine Steigerung des Selbstwertgefühls, der Leistung, der Aufgeschlossenheit. Ihr Kind wird sich mehr zutrauen, wird risikofreudiger, Ängste nehmen ab, es wird selbstständiger, die Fehlerzahl sinkt, Stress wird vermindert, es hört besser zu, es wird kooperativer, und es wird weniger in Konflikte verwickelt sein. Und ganz sicher tut es dem Familienklima gut.

Quelle: „Mobile“, Ausgabe Sept. ’01

Ernährung und Konzentration/Verhaltensreaktion

Es wird zunehmend erkannt, dass das, was Eltern Ihren Kindern zu essen geben, tiefgreifende Auswirkungen auf deren Verhalten hat. Würden Sie die Ernährung Ihrer Kinder umstellen, wenn Sie wüssten, dass Sie dadurch sein Verhalten in der Schule beeinflussen könnten, sie dadurch ruhiger und glücklicher wären und dadurch umgänglicher? Ernähren Sie Ihre Kinder so, dass sie dauerhaft mit Energie versorgt sind.

Nahrungsmittel liefern Nährstoffe, für das Wachstum und die Abwehrkräfte unseres Körpers. Sie liefern Energie für physische und geistige Aktivität. Immer mehr Kinder werden heute vollwertig ernährt. Wesentlich ist dabei, dass sie eine Kombination aus Kohlenhydraten und Proteinen bekommen, die eine dauerhafte, den ganzen Tag anhaltende Energieversorgung ihres Körpers gewährleistet. Eine vollwertige Ernährung vermeidet Ermüdung, fördert die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für Ausgeglichenheit. Vor allen Dingen brauchen Kinder Vollkornprodukte, proteinreiche Kost wie Milchprodukte sowie frisches Obst jeden Morgen zum Frühstück.

Vermeiden Sie schnelle verbrennende Nahrung:

Zucker und mit raffinierter Zucker zubereitete Nahrung hat einen bemerkenswert unangenehmen Einfluss auf das Verhalten von Kindern: Viele von ihnen besitzen einfach zu viel Energie nach dem Verzehr solcher Produkte. Sie reagieren gereizt, hyperaktiv oder sogar aggressiv. Bluttests haben bewiesen, dass Zuckerprodukte sehr schnell Energiespitzen freisetzen und danach der Blutzucker unter das notwenige Niveau fällt, während der Körper noch mit den Folgen der Energiespitzen kämpft. So erfahren Kinder ein Absacken der Leistungskurve in der Mitte des Vormittags, können sich nicht mehr konzentrieren, werden müde und lassen sich leicht ablenken.

Vermeiden Sie chemische Zusätze, Farb- und Konservierungsstoffe

Farbstoffe und Zusätze im Essen haben komplexe und sehr individuelle Folgen. Immer mehr Kinder reagieren allergisch – in vielen Kindergärten hängen Essenspläne, die die Kindergärtnerinnen daran erinnern, welches Kind welche Nahrungsmittel nicht zu sich nehmen darf.

Unabhängig davon, wie Ihr Kind auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert sind einige Lebensmittel grundsätzlich problematisch: Der Farbstoff Tartrazin (= E102, der für das Gelb in vielen Lebensmitteln sorgt) kann starke Hyperaktivitätsanfälle auslösen. Das Gleiche gilt für Phosphate, die in Nahrungsmitteln wie z.B.  Würstchen, Hamburgern, Käsescheibletten, Instantsuppen und -soßen zu finden sind. Tartrazin war in Deutschland nur begrenzt für Spirituosen und Liköre zugelassen. Durch die Zusatzstoff-Harmonisierung in der EU ist das Anwendungsgebiet deutlich ausgeweitet worden. (Mehr zu den Zusatzstoffen)

Das Einfachste ist, den Kindern morgens so viele Kohlenhydrate und Proteine anzubieten, dass sie einfach keinen Hunger mehr auf so genanntes „Fastfood“ haben. Seien Sie aber nicht zu pedantisch mit dem gesunden Essen. Zwar haben Kinder auch einen besonderen Geschmack, doch ist Essen oft mehr eine Frage der Stimmung. Gewöhnen Sie Ihre Kinder daher allmählich und behutsam um.

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