Kreativität fördern -1-

Die richtigen Materialien zum Kreativität fördern

„Mama, kuck mal!“ ruft Maja und präsentiert stolz ein Werk ausGlitzerfolie, Wollfäden, Papier und riesigen Klebeklecksen. Ihre Mutter hat zwar keine Ahnung was sie da gerade vor sich hat, aber selbstverständlich bekommt es einen Ehrenplatz neben den anderen Exponaten auf ihrem Schreibtisch. Schon flitzt die Kleine davon und kurz darauf hört Birgit sie nebenan eifrig schnippeln, kritzeln und knistern – eine kleine Künstlerin in ihrem Atelier!

Mädchen bastelt mit bunten Bügelperlen
©Pexels

Angefangen hatte Majas kleine Künstlerkarriere im Kindergarten. Dort wurde der Raum umgestaltet und ein Schwerpunkt auf die Kreativität der Kinder gelegt. Zwar kann man Kreativität nicht verordnen oder erlernen aber man kann die notwendigen Maßnahmen ergreifen um ihr eine Entwicklungsumgebung schaffen. So wurden also viele kleine Bastelköder ausgelegt und Maja hat sofort angebissen. Majas neues Hobby findet bei ihren Eltern Unterstützung: Sie haben ebenfalls eine Bastelumgebung zur Verfügung gestellt, die nun eifrig genutzt wird.

Der Bastelplatz

Zu einer kreativen Entwicklungsumgebung gehört zunächst einmal ein Arbeitsplatz, an dem das Kind schneiden, kleben, malen und vor allen Dingen auch klecksen darf. Für den Hausgebrauch ist es daher ratsam, die Anschaffung eines eigenen Schreibtisches nicht bis zum Schulanfang hinauszuzögern. Schon mit vier Jahren lohnt sich ein eigener Arbeitsplatz – abgedeckt mit einer Schreibtischunterlage oder einer Wachstischdecke. Wer Angst um den Bodenbelag hat, kann hier eine Kunststoffunterlage für Bürostühle (gibt es im Teppichgeschäft) verwenden.

Der Tisch sollte sich in der Höhe verstellen lassen, so kann er mit dem kleinen Künstler mitwachsen. Ebenso gehört auch ein höhenverstellbarer Stuhl dazu.

Werkzeuge und Material sollten für das Kind möglichst selbstständig erreichbar und überschaubar angeordnet sein.

Das Material

Denke 3-Dimensional! Neben Papier und Stiften sollten auch andere Dinge zur Verfügung stehen: Eierpappen, Verpackungen aus verschiedenen Materialien, Federn, Knöpfe, Wollreste, Korken, Pfeifenreiniger, Holzwolle, …

Außerdem sollten auch Glitzerpuder, Goldpapier, Silberfolie, Goldband und ähnlich „wertvoll“ scheinende Dinge vorhanden sein.

Aufkleber, Lineale und Schablonen helfen beim Verzieren der Kunstwerke und fördern die Auge-Hand-Koordination.

Für größere Kinder sind auch Laubsägen und Sperrholz, Nägel und Hammer angebracht. Hier sollten aber klare Regeln für die Verwendung gelten.

Material aus der Natur wie Steine, Stöckchen, Blätter, Baumrinde, Moos, Kastanien, Muscheln und Eicheln sind bei Kindern auch sehr beliebt. Da macht nicht nur das Basteln sondern auch das sammeln Spaß.

Das Werkzeug

Pinsel, Wachsstifte und Buntstifte sind Filzstiften vorzuziehen. Zwar sehen Filzstifte besonders leuchtend aus, doch der Vorteil anderer Stifte liegt darin, dass beim Verwenden durch einen unterschiedlichen Stiftdruck, verschiedene Ergebnisse erzielt werden können.

Korken, alte Zahnbürsten und sogar Strohhalme lassen sich zum Auftragen und Verteilen von Farbe nutzten. Fingerfarben laden ganz besonders zum Malen und Erzeugen von Abdrücken mit Händen und Füßen ein.

Stempel können gekauft oder selbst gefertigt werden. Mit Stempelkissen oder Farbe lassen sich verschiedene Ergebnisse erzielen.

Handarbeiten

Kleine Webrahmen, eine Strick-Liesel, kleine Bügelperlen – viele Kinder im Vor- und Grundschulalter möchten bereits „richtige“ Dinge produzieren. Hier liegen Lust und Frust oft dicht beieinander, denn nicht immer entspricht das Ergebnis den Vorstellungen des Kindes.