Wann ist es nötig, einen Logopäden aufzusuchen?

Logopädie Übungen – Sprachtraining für die Kleinen

Wann müssen Kinder zu einem Logopäden und was kann dieser tun?

Junge mit Pullover starrt aufs Meer
©Unsplash/Michal Prazuchowski

Wann ist es nötig, einen Logopäden aufzusuchen?

Sicherlich immer dann, wenn ein Arzt – sei es Kinderarzt oder HNO – dazu rät. Außerdem aber auch, wenn das Kind selber Probleme damit hat.

Ein Beispiel: Ein Kind kann das „k“ nicht richtig sprechen. Es sagt z.B. immer tutten anstatt kucken. Bislang war es für das Kind nicht schlimm. Dann kam es in den Kindergarten. Dort wurde das Lied „Krocko-krocko-krocko-di Krocko-da“ gesungen. Am Anfang trällerte es fröhlich „totto-totto-totto-totto-di Totto-da“. Es wurde ausgelacht. Jetzt singt es nur noch „la-la-la-la-la-la“. Es sagt auch nicht mehr „Mama, tutt mal“ sondern nur noch „Mama, schau mal“.
Er lässt den Buchstaben also völlig weg. Ein Alarmsignal!

Oder wenn ein Kind selber sagt, dass es dieses oder jenes nicht sagen kann und sich das häuft. Außerdem natürlich, wenn ein Kind, das sonst viel und gerne geredet hat, plötzlich nicht mehr gern und nur wenig spricht.

Welche Tipps geben Logopäden?

  • Die Kinder sprechen lassen! Hören Sie auf den Inhalt dessen, was ihr Kind sagen möchte, nicht auf die Form. Korrigieren Sie deshalb nicht die Aussprache oder Grammatik.
  • Schenken Sie Ihrem Kind beim Sprechen die volle Aufmerksamkeit. Gucken Sie es nach Möglichkeit an. Wenn dies nicht möglich ist, sagen Sie dem Kind, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt zuhören werden.
  • Ermahnen Sie Ihr Kind nicht: – langsam zu sprechen – tief Luft zu holen – nicht zu stottern – aufzuhören und neu anzufangen
  • Setzen Sie das Kind beim Sprechen möglichst nicht unter Zeitdruck.
  • Nicht unterbrechen sondern ausreden lassen und vor allem nicht die Sätze für sie zu Ende sprechen.
  • Sprechen Sie mit dem Kind an „flüssigen“ Tagen viel, und setzen Sie es an „unflüssigen“ Tagen möglichst geringen sprachlichen Belastungen aus.
  • Viel mit den Kindern sprechen, sie aber nicht „vollquatschen“.
  • Seien Sie ihrem Kind ein Sprechvorbild. Versuchen Sie im Gespräch ruhig und langsam zu sprechen.
  • Möglichst langsam und deutlich sprechen, von Beginn an.
  • Beim Sprechen und Vorlesen keine Laute verschlucken, z.B. nicht das „t“ von dem Wort „ist“ verschlucken.
  • Jeden Tag 5 Minuten ganz bewusst extrem langsam mit dem Kind zu sprechen. Ihm ruhig erklären, warum man das tut. Man kommt sich zwar ziemlich merkwürdig dabei vor, aber es hilft.
  • Von klein auf oft Streichmusik anhören lassen. Das schult bestimmte Bereiche im Ohr.
  • Und ganz wichtig: Die Kinder nicht korrigieren oder bewusst mit ihnen üben. Dafür aber jeden falschen Satz oder jedes falsche Wort richtig wiederholen. Den Satz einfach als Bestätigung nachsprechen. Sagen Sie dies bitte auch den anderen Menschen, mit denen das Kind zu tun hat (Großeltern, Eltern befreundeter Kinder, Erzieherinnen). Das Kind soll nicht den Eindruck gewinnen, dass es nicht richtig ist. Und der Unterschied zwischen „du sprichst nicht richtig“ und „du bist nicht richtig“ ist für die Kinder oft nicht erkennbar.
  • Loben Sie das Kind nicht, wenn es mal besonders flüssig gesprochen hat.
  • Versuchen Sie Sprachprobleme innerlich anzunehmen und gelassen damit umzugehen.