Psychologin hält Barbies für gefährlich. Eine Studie liefert den Beweis

Psychologin hält Barbie-Puppen für gefährlich

Laut einer australischen Psychologin sollten junge Mädchen nie mit Barbies spielen. Sie hat eine Studie aufgesetzt, die angeblich beweist, wie sehr die Puppe die Entwicklung stören kann.

Mädchen spielt mit Barbies
Barbie-Puppen gehören nicht ins Kinderzimmer? © Surasaki via Bigstock

Hat deine Tochter schon einmal mit einer Barbie gespielt? Ja? Dann ist sie angeblich bereits dauerhaft geschädigt, was das weibliche Körperideal angeht. So scharf formuliert es zumindest Marika Tiggemann, Professorin für Psychologie an der Flinders University Australien. Sie befasst sich seit den 80er-Jahren mit dem Körperbild der Menschen und gilt als Expertin auf dem Gebiet uns. Für sie ist klar, Barbie-Puppen sind schlecht für die Entwicklung von kleinen Mädchen.

Das hat Tiggermann mit einer Studie nachgewiesen. Dafür wurden 160 Mädchen im Alter zwischen fünf bis acht Jahren in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine spielte mit Barbies, die andere mit anderen Puppen. In einer anschließenden Befragung zeigte sich tatsächlich, dass es die Barbie-Gruppe, anders als die übrigen Mädchen, für sehr wichtig hielt, dünn zu sein. „Sie denken, dass Aussehen wichtig ist und dass vor allem Dünnsein gut ist. Wenn fett schlecht ist, dann ist dünn gut und dünner ist besser“, erklärt Tiggermann gegenüber dem australischen Online-Magazin Herald Sun. Ihrer Meinung nach reiche ein erster Kontakt mit Barbies schon aus, um „dünn“ als Körperideal zu verinnerlichen. Sie beruft sich für diese Aussage auf ihre Studie. Deswegen lautet ihre Empfehlung auch: „Man sollte Kindern keine Barbies geben, besonders, wenn sie klein sind.“

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Soll ich meinem Kind die Barbies wegnehmen?

Ginge es nach Tiggermann, sollte es keine Barbies im Kinderzimmer geben. Doch die Puppe hat eben eine fast 60-jährige Erfolgsgeschichte und ist auch heute noch sehr beliebt. Daher lenkt auch die Professorin ein und gibt Eltern den Rat, dass sie ihre Kinder wenigstens dazu ermutigen sollen „kreativer mit den Puppen zu spielen und sie nicht nur hübsch zu machen“.

Tiggermanns Kritik ist nicht neu. Seit etlichen Jahren wird dem Barbie-Hersteller Mattel vorgeworfen, ein unrealistisches Körperbild zu propagieren. Und inzwischen gibt es ja auch Barbies mit normal langen Beinen, ohne Wespentaille und mit kleinem Bauchansatz. Laut Tiggermann sei das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber es gebe noch mehr zu tun, um Mädchen ein realistischeres Körperbild zu vermitteln.

Ein bisschen einseitig ist die Studie schon. Es liegt sicher nicht nur an einer Puppe, weshalb „dünn“ in unserer Gesellschaft ein wichtiges Schönheitsideal ist. Junge Mädchen werden von weitaus mehr beeinflusst als ihrem Spielzeug.