Schach für Kinder - nicht nur etwas für Erwachsene!

Schach für Kinder – nicht nur etwas für Erwachsene!

Viele Menschen glauben, dass Schachspielen ausschließlich etwas für Erwachsene oder hochbegabte Kinder ist – was für ein Irrtum! Zwar gehörte Schach im Mittelalter zur Ausbildung adliger Kinder, doch spätestens bei einem Kinder-Schachturnier kann man heute feststellen, dass dieses Spiel keiner wie auch immer gearteten Elite vorbehalten ist. Vielmehr wird es von Jungen und Mädchen fast jeden Alters und Temperaments leicht erlernt und mit Begeisterung gespielt.

Schachbrett mit Figuren und einem Kind im Hintergrund
©Unsplash.com/Michal Parzuchowski

„Mensch Ärgere Dich nicht“ ist häufig der Einstieg in die Welt der Brettspiele. Monopoli (zunächst meist in der Kinderversion) ist dann die nächste Herausforderung. Aber auf die Idee, dem eigenen Nachwuchs Schach beizubringen, kommen häufig nur Eltern, die selbst begeisterte Spieler sind.

Dabei eignet sich Schach wirklich hervorragend als Spiel für Kinder:
Die erlaubten Spielzüge sind recht einfach und schnell erklärt, die Figuren haben spannende und fantasieanregende Namen wir Springer, König, Läufer, Turm, Bauern oder Dame und somit sind die wichtigsten Komponenten für ein vielseitiges Kinderspiel auch schon gegeben.

Zunächst ist es gar nicht so wichtig, bestimmte Strategien, besondere Eröffnungszüge oder dergleichen zu kennen und anzuwenden. Im Vordergrund steht der Spaß mit einer Figur eine andere „zu bedrohen“ und zu sehen was im Spielverlauf alles passiert. Nach und nach entwickeln die Kinder dann eine Idee davon, welche Figuren besonders nützlich sind und welche man zur Not opfert, wie man andere in die Falle lockt oder eigene Figuren deckt. Zunehmend werden dann auch weitere Regeln erlernt, sodass immer neue Dimensionen des Spiels entstehen.

Schach ist vielseitig

Schach hat viele Facetten: Es kann ein gemütliches Spiel sein und mit viel Nachdenken betrieben werden oder mit Schachuhr und schnellen Zügen. Es kann ein gegenseitiges Heranpirschen und Umkreisen der anderen Figuren sein oder eine Materialschlacht in der die Figuren nur so von den Spielfeldern fliegen. Man kann defensiv spielen oder aggressiv, stumm, mit Plauderei oder viel Gelächter. Auf jeden Fall ist jedes Spiel anders: Nicht nur die vielen Möglichkeiten des Spielverlaufs sondern auch jeder neue Gegner ist eine spannende Herausforderung. Alle Spieler bringen stets ihre Persönlichkeit, ihren Spielstil, ihre aktuelle Stimmung und ihr Können mit ein.

Dank der Vorstellungskraft von Kindern wird oft jede einzelne Figur personalisiert und vor dem inneren Auge der spielenden Kinder wird eine bildliche Schlacht ausgetragen.

Kinder profitieren vom Schachspiel

Konzentrationsfähigkeit, Fairness, Geduld (insbes. „Warten können“), vorausschauendes Denken, Gehirntraining, sozialverträgliches Ausleben von kindlicher Aggression durch die auf Figuren projizierte Kampfhandlung – dies sind nur einige Vorteile die Kinder durch das Schachspiel erleben.

Ein Kinder-Schachturnier

Vergessen Sie die Vorstellung von Mamis kleinem Besserwissern mit Mittelscheitel und Zopfmuster-Strickpullunder! Diesem Vorurteil wird vermutlich kein teilnehmendes Kind gerecht und darüber hinaus ist ein Kinder-Schachturnier eine ebenso aufregende Sache wie die Bundesjugendspiele.

Die Kinder sind bei einem Schachturnier genauso normal und zugleich verschieden wie überall auf der Welt!

Beispielsweise wird in dem kleinen Ort Bendestorf in Niedersachsen jährlich ein Schul-Schachturnier zwischen den umliegenden Grundschulen ausgetragen. Initiiert, organisiert und gesponsert wird die Veranstaltung alljährlich durch den engagierten Vater eines der Kinder der Bendestorfer Sonnenschule und tatkräftige Unterstützung erhält er dabei u.a. von seiner Frau.

Da füllt sich also jährlich eine ganze Turnhalle mit Schülern von der zweiten bis zur vierten Klasse, alle sind aufgeregt und zappelig und hüpfen wie kleine Gummibälle um die aufgebauten Tische und Brettspiele herum.

Zunächst werden Gruppen eingeteilt, die Kinder erhalten Namensschilder und eine kurze Einweisung in die Schachuhr und den Ablauf des Turniers.
Es geht nach Zeit: 10 Minuten stehen jedem Spieler insgesamt für seine Spielzüge zur Verfügung. Immer wenn ein Kind am Zug ist, reduziert sich seine Zeit – hat es gesetzt, drückt es auf den Knopf und seine Uhr wird angehalten, während nun die Zeit des Gegners läuft. Verloren hat, wer schachmatt ist oder wessen zehn Minuten zuerst aufgebraucht sind.

Da alle Gruppen gegen einander spielen, wird bei diesem Turnier die Zeit nach den ersten 4 Spielen auf fünf Minuten verkürzt, so dass sich die Veranstaltung nicht bis in den späten Nachmittag hin zieht. Eine Runde nach der anderen wird gespielt. Wer fertig ist, tobt ausgelassen durch die Halle oder schaut gespannt auf die Gruppen-Wertungen. Nach den ersten Spielen zeichnet sich ab, wer sich gut auskennt und die Gegner werden so zugeordnet, dass sie möglichst leistungsgleich sind. Da spielen dann auch Zweitklässler gegen Viertklässler. Bei jeder Spielrunde wird es zunächst recht ruhig in der Halle doch mit jeder vergangenen Minute wächst der Geräuschpegel und es ist erstaunlich, wie konzentriert die Kinder dennoch am Brett spielen können.

Gewinnen ist hier nicht das oberste Ziel: Spaß soll es machen und die Atmosphäre, die Aufregung und das schnelle Spiel sind wirklich ein einprägendes Erlebnis. Mit jedem Spiel lernen die Kinder etwas dazu, die Fairness untereinander funktioniert ganz ohne Zutun der Erwachsenen und am Ende bekommt jedes Kind eine Medaille.

Die drei besten Spieler und die drei besten Gruppen erhalten noch Pokale und zusätzliche Preise.
Am Ende sind alle Kinder froh mitgespielt zu haben, beschauen stolz ihre Medaillen und wirken nach dem vierstündigen Spielmarathon auch irgendwie „Schach-matt“.

Keine Schachkenntnisse?

Es ist nie zu spät, Schach zu lernen – und selten zu früh!

Schon Fünfjährige können bei entsprechendem Interesse und Ausdauer die Regeln erlernen und erste Schacherfahrungen machen. Oft bieten auch Vereine (z.B. Sportverein) und Schulen Schach für Kinder an und vermitteln dabei die nötigen Kenntnisse. Der Deutsche Schachbund veranstaltet jährlich sogar eine „Deutsche Familienmeisterschaft“.

Eine besonders gute Lernmethode bietet die Schach-Software „Fritz & Fertig„. Spielerisch und in eine witzige Geschichte verpackt, lernen Kinder nach und nach die Möglichkeiten der verschiedenen Spielfiguren kennen:

Prinz Fritz hat im Schloss gerade die Urlaubsvertretung für seinen Vater, König Weiß, angetreten, da passiert es auch schon: Eine Einladung zum Schachduell gegen den gefürchteten König Schwarz flattert ins Haus.
Zu dumm, das Fritz keine Ahnung von Schach hat! Doch zusammen mit seiner schlagfertigen Cousine Bianca stellt er sich der Herausforderung – denn schließlich geht es um die Ehre.

Tatkräftige Unterstützung bekommen die beiden vom fidelen König Bunt. Der vermittelt ihnen beim „Kloschüsselzerdeppern“ oder bei der „Bärentaler Bauernkloppe“ ganz nebenbei (und ohne Schachbrett!), wie die einzelnen Schachfiguren überhaupt ziehen.

In der Muckibude für Hirngymnastik (Bild links) heißt es dann unter Anleitung von Kanalratte Fred Fertig tüchtig Grips antrainieren: Was ist Patt und Remis? Warum braucht man die Opposition? Und wie kommt es zum fiesen „Treppenmatt“ oder dem grauenvollen „erstickten Matt“?

Am virtuellen Schachbrett wird nun fleißig trainiert: nicht nur die Gangart der Figuren mit allen Sonderregeln wird gezeigt, sondern auch die taktischen Vorteile der einzelnen Figuren: was nützt es zu wissen, wie der Turm zieht, wenn man nicht gleich lernt, wie man damit den Gegner mattsetzen kann? Zu jedem Lernabschnitt gibt es eine Übungsdatenbank mit vielen Trainingsstellungen, die interaktiv vom Trainer Fred Fertig begleitet werden. Die handlungsorientierten Übungen bauen im Schwierigkeitsgrad aufeinander auf und vermitteln Schritt für Schritt das Schachspiel im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch und interaktiv. Das garantiert die Entwicklung des Lernteils durch erfahrene Jugendschachtrainer.

Die Gripswaage (Bild links) vermittelt Kindern eine Einschätzung ihrer erlangten Spielkenntnisse und motiviert zudem.

Ist man reif für die große Arena, wird es ernst: Hier heißt es, mit voller Konzentration gegen den gefährlichen König Schwarz zu spielen. Jetzt zeigt sich, ob man schon ein kleiner Stratege oder ein großer Taktiker geworden ist.

Selbst nach dem Duell mit König Schwarz geht der Schachspiel-Spaß weiter: So kann man jederzeit König Bunt oder König Schwarz zu einer neuen Partie herausfordern oder gegen Fred Fertig spielen – und dabei den Schwierigkeitsgrad des Gegners selbst wählen.

Zusätzlich bekommt man mit Fritz & Fertig einen Zugang zum Schachserver schach.de von ChessBase. Dort kann man gegen andere Schachfreunde spielen, chatten und sich Partien oder Trainingskurse anschauen – und das weltweit.

Mit Fritz & Fertig lernt man mit viel Spaß und kompetenter Anleitung das königliche Spiel. Wer’s mit diesem Kurs gelernt hat, besitzt mit Fritz & Fertig außerdem ein vollwertiges Schachprogramm auf Basis von Fritz – dem „populärsten deutschen Schachprogramm“ (Spiegel). Und wer keine Lust mehr hat, gegen virtuelle Gegner am PC zu spielen, kann über das Internet auf dem Fritz-Server gegen Schachspieler auf der ganzen Welt antreten.
Empfohlen wird die Software auch vom Deutschen Schachbund und ausdrücklich von unserem Redaktionskind Robin!

Hersteller von Fritz & Fertig ist „Terzio„, wo außerdem folgende Produkte erschienen sind:

  • „Fritz & Fertig 2“ – Schach im schwarzen Schloss
  • „Fritz & Fertig 3“ – Schach für Siegertypen
  • „Fritz & Fertig 4“ – Schach für Außerirdische
  • Fritz & Fertig für Nintendo DS
  • Mäuseschach – Buch für erste Schritte im Königsspiel für Kinder ab 5
  • Wie geht Schach? – Ein Buch zum Schach lernen für Kinder ab 8
  • Rätsel-Schachblock 1 & 2