Schwimmen lernen

Schwimmen lernen – Selber beibringen oder Schwimmkurs?

Eltern möchten, dass ihre Kinder rechtzeitig schwimmen lernen, um Schwimmunfälle zu vermeiden. Im Jahr 2011 ertranken allein in Deutschland 22 Kinder unter 15 Jahren und noch einige mehr im Auslandsurlaub. Zwar ist die Zahl gegenüber den Vorjahren rückläufig, doch ist dies hauptsächlich auf die gute Aufklärungsarbeit der DLRG zurückzuführen, die verstärkt in Kindergärten auf die Gefahren des Wasser hinweist.

Kind hält unter Wasser die Luft an
©Unsplash/Phoebe Dill

Eine wichtige Vorsichtsmaßnahme ist der frühzeitige Schwimmunterricht. Auch die Koordination und der Muskelaufbau werden durch das Schwimmen gefördert. Kinder sind jedoch meist frühestens im Alter von 4 Jahren in ihrer Entwicklung so weit, dass sie sich selbständig über Wasser halten können. Zwischen vier und 6 Jahren kann Ihr Kind mit dem Schwimmunterricht beginnen, jedes Kind hat dafür seinen eigenen Zeitpunkt. Wenn Ihr Kind dann in einem Kurs lernt, sich ohne Schwimmhilfen über Wasser zu halten und fortzubewegen, profitiert Ihr Kind ein ganzes Leben lang davon und möglicherweise wird es einmal sein Leben retten.

Auf das Schwimmen lernen vorbereiten

Üben Sie mit Ihrem Kind die Schwimmbewegungen. Dies können Sie z.B. machen, indem Sie mit den Armbewegungen das Wohnzimmer durchschwimmen. Auf einem Stuhl sitzend können die Beinbewegungen geübt werden. Beides zu kombinieren ist der nächste Schritt. Ein großer Vorteil ist es, wenn Ihr Kind keine Angst hat, Wasser ins Gesicht zu bekommen und sich traut, im Wasser unterzutauchen. Üben Sie dies beim Haare waschen und in der Badewanne.

Wichtig: Keinen Zwang ausüben, sonst verliert Ihr Kind den Spaß und das Interesse am Schwimmen und baut Ängste auf.

Soll ich meinem Kind selbst das Schwimmen beibringen?

Schwimmunterricht durch die Eltern ist sicher möglich doch in vielen Fällen nicht sinnvoll. Kinder müssen oft die Angst vor dem Wasser überwinden und Ausdauer und Kraft entwickeln. Dies gelingt in einer Gruppe meistens besser als im Elternunterricht. Sie können jedoch unterstützend mit Ihrem Kind schwimmen gehen, es loben und motivieren.

Damit sich Ihr Kind im Wasser wohl fühlt und bald sicher schwimmen lernen kann, können Sie es vorbereiten.
Es muss z.B. das Tauchen akzeptieren. Wenn Ihr Kind Angst hat, Wasser in Gesicht, Augen oder Mund zu bekommen, wird es beim Schwimmen immer Angst haben.
Ängstliche Kinder können das Tauchen trainieren, indem Sie zunächst mit dem Mund im Wasser blubbern. Dann kann es üben, bis zur Nase ins Wasser zu gehen. Sich morgens beim Waschen Wasser ins Gesicht zu spritzen ist auch eine gute Übung. Kurze Tauchgänge in der Badewanne sind der nächste Schritt. Im Schwimmbecken am Beckenrand festhalten und dabei mit dem Gesicht und später mit dem ganzen Kopf unter Wasser tauchen ist dann schon für Fortgeschrittene.

Auch der Sprung ins Wasser kann geübt werden: Zunächst aus der Sitzposition hineinspringen (mit Hilfe eines Erwachsenen oder mit Schwimmhilfe), dann aus der Hocke, später aus dem Stand.

Damit Ihr Kind Muskeln und Kondition aufbaut, lassen Sie es mit Schwimmhilfe (z.B. Schwimmflügel oder Schwimmnudel) Bahnen schwimmen. Es muss dabei noch keine koordinierten Schwimmbewegungen ausführen. Effektiv ist es bereits, wenn Ihr Kind kräftig mit den Füßen strampelt und es schafft, sich mit dem Körper waagerecht im Wasser fortzubewegen.

Günstige Schwimmkurse werden oft in Sportvereinen angeboten, auch private Schwimmschulen, manche Urlaubshotels und auch Schwimmbäder bieten Kurse an.

Was lernt mein Kind im Schwimmkurs?

Wenn Ihr Kind einen Schwimmkurs besucht, werden Sie sicher das Seepferdchen-Abzeichen als Ziel vor Augen haben. Doch gibt es beim Schwimmen auch andere Aspekte: Ihr Kind übt die Koordination verschiedener Körperteile. Es bewegt sich gegen den Wasserwiderstand und entwickelt dadurch Muskulatur und Kondition. Arme, Beine, Brust- und Rückenmuskeln werden kräftiger. Beachten Sie daher also jeden Fortschritt in diesem Bereich, da er Ihrem Kind das sichere schwimmen erst ermöglicht.

In den ersten Schwimmstunden wird Ihr Kind vielleicht noch eine Schwimmhilfe erhalten, manche Schwimmschulen verzichten aber auch ganz darauf. Wenn Ihr Kind sich selbstständig über Wasser halten kann, ist es noch lange kein sicherer Schwimmer. Auch mit dem Seepferdchen-Abzeichen braucht es noch Ihre Aufsicht beim Schwimmen und am Wasser. Erst mit dem Bronze-Abzeichen (früher „Freischwimmer-Abzeichen) ist Ihr Kind ein sicherer Schwimmer. Vergessen Sie aber nie, dass Kinder Situationen oft anders einschätzen als Erwachsene und im Spiel auf ungewöhnliche Ideen kommen. Sie sollten daher unbedingt Regeln festlegen die im und am Wasser die Sicherheit Ihres Kindes gewährleisten.