Spielplatz-Guide für Väter

Der Spielplatz-Guide für Väter

Früher waren Väter auf dem Spielplatz eher rar und standen schnell unter dem Verdacht „getrennt lebende Wochenend-Väter“ zu sein. Seit einigen Jahren hat sich dieses Bild gewandelt und immer mehr Väter nehmen Elternzeit oder widmen sich in ihrer Freizeit aktiv dem Tagesprogramm ihrer Kleinen. Eine erfreuliche Entwicklung und dennoch: Manche Väter schießen ein wenig übers Ziel hinaus und ernten Kopfschütteln. Sieben Tipps wie Sie auf dem Spielplatz bei Müttern und Kindern gleichermaßen punkten.

Papa schäft auf der Couch mit seinem Baby auf der Brust
©Twenty20/Elizabeth Cramer

1. Gut organisiert

Wenn Sie für Ihr Kind jederzeit etwas zu trinken, einen gesunden Snack, Sandförmchen, ein feuchtes Reinigungstuch oder eine Windel hervorzaubern können, sind Sie der Held Ihres Kindes! Im Sommer gehört auch noch ein Sonnenhut auf den Kopf des Sprösslings.

2. Prioritäten setzen

Ja, manche Mütter können gleichzeitig Kinder betreuen und nebenher Wäsche bügeln und dabei noch Kekse backen. Aber Sie müssen nicht beweisen dass sie als Mann gleichzeitig mit den Kindern auf dem Spielplatz spielen und nebenher noch wichtige geschäftliche Transaktionen per Telefon durchführen können. Dies wird Ihnen vielleicht sogar als peinliche Angeberei ausgelegt – also: Handy aus, jetzt ist Spielzeit!

3. Sensibel sein

Trösten Sie Ihr Kind wenn es hingefallen ist oder sich verletzt hat. Sparen Sie sich markige Sprüche wie „Indianer kennt keinen Schmerz“ oder „Das war doch nicht schlimm, so ’n kleiner Kratzer“. Einfach in den Arm nehmen und trösten – mehr wird gar nicht erwartet. Dass Sie ein ganzer Kerl sind und in dieser Situation total tapfer gewesen wären, zweifelt sicher niemand an.

4. Komplimente für andere Kinder

Bei allem verständlichen Stolz auf das eigene Kind, sollten Sie auch unbedingt andere Kinder anerkennen. Aber Vorsicht, schießen Sie nicht übers Ziel hinaus: „Die Kleine hast wohl die schönen Augen von ihrer Mami geerbt…“ führt vermutlich dazu, dass Sie dauerhaft geschnitten werden. Besser: „Toll wie ihre Tochter schon klettern kann!“ auf diese Weise kommen Sie eher mit den anderen Müttern und Vätern ins Gespräch.

5. Keine guten Ratschläge

Verzichten Sie auf Besserwissereien, auch wenn Sie eine klare Vorstellung haben, wie man viel coolere Sandburgen bauen oder leichter aufs Klettergerüst gelangen kann. Lassen Sie Ihr Kind seine eigenen Erfahrungen machen und helfen Sie nur wenn Sie gebeten werden. Bis dahin stehen Sie dabei und sorgen für die Sicherheit beim Klettern und den Schwung beim Schaukeln. So gerät ihr Kind nicht mit Ihnen in Konkurrenz und kann stolz auf seine selbst erbrachten Leistungen sein.

6. Sportlichen Ehrgeiz zurückhalten

Der Spielplatz ist kein Trainingsplatz – auch nicht wenn sich hier vielleicht mit Leichtigkeit eine kleine Fußballelf zusammenstellen ließe. Lassen Sie Ihr Kind frei spielen und scheuchen Sie es nicht von Spielgerät zu Spielgerät um überall auf hohem Leistungsniveau zu turnen. Ihr Kind sollte die Möglichkeit haben sich auf dem Spielplatz ungestört selbst zu entfalten, Kontakte zu Kindern zu knüpfen und soziale Erfahrungen zu sammeln.

7. Reden Sie nie schlecht über „Mama“

„Mama wird schimpfen wenn du dich in der Pfütze einsaust!“ – glauben Sie bloß nicht, dass sich solche Aussagen nicht zu ihrer Frau herumsprechen!
Wenn Sie ein Problem mit dem Verhalten ihres Kindes haben, schieben Sie nicht „Mama“ vor, sondern sagen Sie was Sie meinen: „Komm bitte aus der Pfütze raus, ich möchte nicht dass du nass wirst!“