Struwwelpeter-Syndrom: Diese Haare sind wirklich unzähmbar

Struwwelpeter-Syndrom: Diese Haare sind unzähmbar

Struwwelpeter gibt es wirklich. Forscher haben einen Gendefekt entdeckt, der Kinder-Haare unzähmbar macht.

Stuwwelpeter-Syndrom: inkämmbare Haare
Unzähmbare Haare? Forscher entdecken das Struwwelpeter-Gen Tverdokhlib via Bigstock

Verwuschelte, unkämmbare Haare und ein Kind, das nicht stillhält. Wir stellen die vage These in den Raum, dass so ziemlich alle Eltern dieses Problem kennen. Doch es gibt Kinder, die haben sogar einen klinisch nachgewiesenen Wuschelkopf. Die Wissenschaft spricht vom sogenannten Struwwelpeter-Syndrom. Weltweit sind aber nur rund 100 solcher Fälle dokumentiert. Daher ist das Phänomen auch kaum bekannt.

Ein internationales Forscherteam der Universitäten Bonn und Toulouse hat die Unkämmbarkeit von Kinderhaaren genauer untersucht und einen interessanten Zusammenhang entdeckt.

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Die fiese Friese lässt sich auf einen Gendefekt zurückführen. Das liest sich schlimmer als es ist. Zwar handelt es sich um eine Genmutation, doch außer auf die Haare wirkt sich das nicht auf die Gesundheit der Kinder aus.

Der Defekt sitzt wirklich nur auf einem von drei Haar-Genen. Alle drei tragen Bausteine für Proteine, welche für unser Haarwachstum verantwortlich sind. Wird ihr Zusammenspiel durch einen Erbfehler gestört, wirkt sich das unmittelbar auf die Haare aus. Betroffene Kinder haben extrem krause, trockene, meist hellblonde Haare, die sich jedem Kamm und jeder Bürste vehement widersetzen. Unter dem Mikroskop zeigt sich ein weiteres interessantes Detail: Struwwelpeter-Haar hat nicht wie normal einen runden Querschnitt, sondern sieht nieren- oder herzförmig.

Struwwelpeter-Haar verwächst sich

Auch wenn die Forschungsergebnisse sehr interessant klingen, glatter machen sie die Haare nicht. Der Wuschelkopf ist leider Schicksal – zumindest vorübergehend. Und das ist die schöne Nachricht: Die Untersuchungen haben ergeben, dass mit zunehmendem Alter auch die Haare wieder kämmbarer werden. Warum das so ist, das können sich die Forscher nicht wirklich erklären. Sie vermuten, dass sich im Laufe der Zeit neue Gene bei der Haarproduktion einklinken und somit den Defekt der anderen ausgleichen. Doch das sind nur Vermutungen. Um eine sichere Aussage treffen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig.