Töpfchentraining: 14 Tipps und dein Kind braucht keine Windel mehr

Töpfchentraining: 14 Dinge, die du beachten solltest

Nur wenige Eltern sind darauf vorbereitet, wie lange es dauern kann, bis das Kind trocken ist. Natürlich klappt es bei einigen Kindern innerhalb weniger Tage aber meist zieht sich der Vorgang über mehrere Monate. Sie und Ihr Kind haben eine bessere Chance, wenn Sie die Basis des Töpfchentrainings kennen und Ihrem Kind den Vorgang vermitteln können.

1. Prüfen Sie, ob Ihr Kind bereit ist!

Die meisten Eltern beginnen mit dem Training wenn ihr Kind 2 Jahre und älter ist. Manche Kinder brauchen jedoch Zeit, bis sie 4 Jahre alt sind. Achten Sie auf die richtigen Anzeichen wie z.B. das Imitieren Anderer beim Toilettengang und setzen Sie es nicht unter Druck.

2. Besorgen Sie das richtige Zubehör

Zunächst einmal heißt es, in einen kindgerechten Topf oder einen Kindertoilettensitz zu investieren. Bei letzterem sollten Sie Ihre Toilettenbrille zuvor ausmessen, denn nicht jeder Sitz passt und oft werden die Sitze im Laden nicht umgetauscht. Was von beidem Sie auch auswählen, stellen Sie sicher, dass Ihr Kind sich mit den Füßen stabilisieren kann, so dass es bei Stuhlgang auch „drücken“ kann. Kaufen Sie keine Bodys mehr, wenn das Trocken werden abzusehen ist. Hemd und Schlüpfer sind nun erheblich praktischer, besonders wenn es schnell gehen muss!

3. Entwickeln Sie eine Routine

Setzen Sie Ihr Kind komplett bekleidet auf den Topf oder Sitz, am Besten zu einer bestimmten Zeit wie z.B. nach dem Frühstück, vor dem Baden oder wann immer ihr Kind für gewöhnlich Stuhlgang hat. Durch dieses Vorgehen gewöhnt sich Ihr Kind an den Topf/Sitz und akzeptiert ihn als Teil der täglichen Routine. Wenn Ihr Kind sich nicht darauf setzen will, ist es OK. Zwingen Sie Ihr Kind niemals, sich darauf zu setzen. Ist ihr Kind ängstlich, stellen Sie das Vorhaben und den Topf erst einmal für ein paar Wochen oder auch Monate zurück und versuchen Sie es dann erneut. Wenn Ihr Kind darauf sitzen möchte: Prima! Aber versuchen Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, zu erklären warum es Topf oder Toilette benutzen sollte – es soll sich zunächst nur einmal daran gewöhnen.

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4. Die Windel weg lassen

Setzen Sie Ihr Kind auf den Topf oder Sitz, jedoch nun ohne die Windel. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, sich daran zu gewöhnen. Wenn Ihr Kind etwas „produziert“ ist es prima, aber lassen Sie ihm Zeit und drängen Sie es nicht. Warten Sie bis Ihr Kind den Wunsch hat, die Toilette oder den Topf von selbst zu benutzen.

5. Erklären Sie den Vorgang

Es kann helfen, wenn Sie Ihrem Kind zeigen, was aus seinem Stuhlgang wird. Wenn es das nächste Mal in die Windel macht, setzen Sie es neben den Topf und leeren Sie die Windel in den Topf. Bringen Sie nun den Topf zur Toilette und leeren Sie den Topf dorthinein. Wenn Ihr Kind möchte, kann es die Spülung betätigen aber nur wenn es keine Angst hat. Bringen Sie ihm nun bei, sich die Hose wieder anzuziehen und die Hände zu waschen.

6. Unterstützen Sie Unabhängigkeit

Regen Sie Ihr Kind an, den Topf/Toilettensitz immer dann zu benutzen, wenn es das Bedürfnis hat. Machen Sie aber auch deutlich, dass es Ihnen ebenso auch Bescheid sagen kann und dass Sie es dann jederzeit unterstützen. Wenn möglich, lassen Sie es ohne Windel und andere Kleidung am Unterleib herumlaufen (z.B. im eigenen Garten), den Topf in sichtbarer Nähe. Sagen Sie ihm, dass es ihn benutzen kann wenn es möchte und erinnern sie es gelegentlich daran.

7. Kaufen Sie „Trainings-Windeln“

Oftmals erweisen sich „Trainingswindeln“ als praktisch. Viele Kinder mögen Sie als „warme Unterhosen“. Sie lassen sich selbstständig an und ausziehen. Manche Kinder bevorzugen jedoch richtige Unterhosen.

8. Handhaben Sie Rückschläge verständnisvoll

Jedes Kind hat wohl eine Reihe von „Unfällen“, bevor es Tag und Nacht komplett trocken ist. Werden Sie nicht böse, bestrafen Sie Ihr Kind nicht. Den Vorgang zu kontrollieren dauert seine Zeit, bleiben Sie also ruhig, machen Sie Ihr Kind ohne Vorwürfe sauber und schlagen Sie vor, dass es beim nächsten Mal den Topf/die Toilette benutzt.

9. Mit dem „Nachttraining“ beginnen

Selbst wenn Ihr Kind tagsüber zuverlässig sauber und trocken ist, kann es noch Monate oder gar Jahre dauern, bis es dies auch nachts beherrscht. Also werfen Sie die Windeln nicht gleich weg! Der Körper Ihres Kindes ist vielleicht noch nicht reif genug, um es zuverlässig für den Toilettengang mitten in der Nacht aufzuwecken. Sie können Ihrem Kind helfen, indem Sie ihm kurz vor dem Schlafengehen nicht so viel zu trinken geben und anbieten, dass es Sie rufen kann, wenn es mitten in der Nacht wach wird so dass Sie ihm dann beim Toilettengang helfen können. Eine andere Möglichkeit ist es, den Topf in die Nähe des Bettes zu stellen und dem Kind zu erklären, dass es ihn in der Nacht benutzen kann wenn es möchte.

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10. Freuen Sie sich, wenn es geschafft ist!

Glauben Sie es oder nicht aber wenn Ihr Kind so weit ist „trocken“ zu werden, wird es dies auch werden. Und wenn Sie warten, bis es so weit ist, wird es für beide eine stressfreie Angelegenheit.

11. Keinen Druck ausüben

Wenn Ihr Kind Interesse an der Toilette oder am Topf zeigt ist das prima aber beginnen Sie jetzt nicht damit, die Sache zügiger vorantreiben zu wollen. Wenn Ihr Kind nervös wird, wird es vielleicht den Stuhl anhalten und das kann zu Verstopfung und anderen Problemen führen. Selbstverständlich ist es in Ordnung, das Interesse des Kindes mit Geschichten aus Bücher anzuregen und es zu ermutigen. Wenn Ihr Kind aber dabei blockt, lassen Sie es.

12. Hören Sie nicht auf Andere!

Ganz egal wie oft die eigenen Eltern oder Schwiegereltern oder andere Personen von „früher“ erzählen und meinen, Sie würden zu lange warten: Ignorieren Sie es! Die Methoden, ein Kind an die Toilette zu gewöhnen haben sich in den letzten 40 Jahren geändert und was in unserer Kindheit noch Praxis war, ist nicht mehr gültig. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder Ihre Blase und ihren Schließmuskel nicht kontrollieren können, bis sie etwa 18 Monate alt sind. Also, wenn Sie weitere Geschichten von Cousine X’s Sohn hören, der schon beim ersten Geburtstag anfing zu lernen nicht mehr in die Windel zu machen, lächeln, nicken und sagen Sie: „Wir haben einen Plan wie wir vorgehen und machen uns keine Sorgen darüber!“

13. Bestrafen Sie nicht!

Es wird die Sache in keiner Weise vorantreiben, wenn Sie böse werden oder bestrafen weil Ihr Kind sich nicht für das Training interessiert oder nicht auf dem Topf sitzen bleibt oder einen „Unfall“ in der Hose hat. Beißen Sie sich auf die Zunge, zählen Sie bis zehn und versuchen Sie es weiterhin.

14. Den richtigen Zeitpunkt wählen:

Beginnen Sie mit dem Training nicht ausgerechnet eine Woche bevor ein Geschwisterkind geboren wird oder kurz vor einem Umzug oder Urlaub, also nicht, wenn im Leben Ihres Kindes größere Veränderungen bevorstehen. Bei Kleinkindern kann jede Veränderung einen Rückschlag in der Entwicklung zur Folge haben.