Wachstumsschmerz bei Kindern: Was steckt dahinter?

Wachstumsschmerz bei Kindern: Was steckt dahinter?

Wenn dein Kind abends oder morgens über Schmerzen in den Beinen klagt, könnten sogenannte Wachstumsschmerzen dafür verantwortlich sein. Was hinter dem Phänomen steckt und was du für dein Kind tun kannst.

Wachstumsschmerzen, Mädchen auf der Wiese
©Unsplash/Janko Ferlic

Wann können Wachstumsschmerzen auftreten?

In der Regel treten Wachstumsschmerzen im Alter zwischen drei und fünf sowie zwischen acht und zwölf Jahren auf. „Etwa 20 bis 40 Prozent aller Kinder klagen darüber“, sagt Prof. Dr. med. ­Bettina Westhoff, leitende Oberärztin für Kinder-/Neuroorthopädie an der Ortho­pädischen Klinik der Universität Düssel­dorf, gegenüber dem Familienportal Baby und Familie.

Die Schmerzen machen sich schubweise über mehrere Jahre hinweg bemerkbar, äußern sich dabei in den Beinmuskeln, vor allem in den Waden, Kniekehlen sowie an der Vorderseite der Oberschenkel und können dabei wandern, beziehungsweise die Seite wechseln.

Wachstumsschübe

Generell solltest du mit deinem Kind bei unerklärlichen Schmerzen immer zum Kinderarzt gehen. Bei kleinen Kindern ist es besonders wichtig, dass der Grund der Schmerzen umfassend abgeklärt wird, um beispielsweise einen Bruch als Ursache ausschließen zu können. Denn sie können ihre Schmerzen noch nicht so gut einordnen oder beschreiben wie ältere Kinder.

Wie stark die Schmerzen ausfallen, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche empfinden den Schmerz als so extrem, dass sie davon nachts weinend aufwachen. Typischerweise treten sie weder tagsüber, noch unter Belastung auf. Allerdings können sie verstärkt mit einigen Stunden Abstand in Folge von Belastungen, beispielsweise übermäßigem Toben, auftreten.

Was ist die Ursache?

Welche Ursache Wachstumsschmerzen haben, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Forscher und Mediziner haben Wachstumshormone im Verdacht, die nachts ausgeschüttet werden und zu einer Wachstumsbeschleunigung führen. Das wäre auch eine Erklärung, weshalb die Beinschmerzen vor allem abends und am frühen Morgen auftreten.

Wie kann ich meinen Kind helfen?

Bevor du in Absprache mit einem Arzt eine medikamentöse Behandlung in Form von Paracetamol, Ibuprofen oder ähnlichem in Betracht ziehst, kannst du es zunächst mit Globuli-Kügelchen versuchen. Dabei werden Calcium phosphoricum und Manganum metallicum empfohlen:

Calcium phosphoricum D12: einmal morgens 5 Kügelchen

Manganum metallicum D12: einmal abends 5 Kügelchen

Verschwindet Babyspeck mit dem Wachsen von selbst

Auch das Einreiben beziehungsweise Massieren der betroffenen Stellen mit Johanniskrautöl oder Arnikasalbe kann helfen, die Schmerzen zu lindern.

Dass man die Wachstumsschmerzen auch mit Osteopathie behandeln kann, konnten die Osteopathen Manuela Treinies und Malte Löhr 2008 in einer Studie belegen. Der zufolge nahm die Frequenz der Schmerzen um 85 Prozent ab, wenn die Kinder regelmäßig osteopathische Anwendungen erhielten.

Ohne Behandlung hören die schubweise auftretenden Schmerzen typischerweise von selbst wieder auf. Spätestens nach dem 12. Lebensjahr sind Wachstumsschmerzen passé.