Was ist Ergotherapie?

Was ist Ergotherapie?

Ergotherapie ist nach dem Heilmittelkatalog von 2004 ein ärztlich verordnetes Heilmittel zur Verbesserung der Handlungs- und Wahrnehmungsfähigkeit bzw. der altersentsprechenden selbständigen Versorgung im Alltag und beruht auf medizinischen und sozialwissenschaftlichen Grundlagen.

©Unsplash/Gabby Orcutt

Wofür wird Ergotherapie angewendet?

Sie wendet sich besonders an Säuglinge, Kinder und Jugendliche, deren Entwicklung verzögert ist oder die von Behinderung bedroht oder betroffen sind. Behandelt werden Störungen der feinmotorischen und der grobmotorischen Koordination und Geschicklichkeit, der Wahrnehmungsverarbeitung der verschiedenen Sinnessysteme, des Spiel- und Arbeitsverhaltens, unterstützt wird bei den selbstständigen Verrichtungen des alltäglichen Lebens (Kommunikation, Ankleiden, Körperpflege). Ergotherapeuten unterstützen das Kind bei der Wiedererlangung und Stabilisierung der individuellen größtmöglichen Selbständigkeit und Handlungskompetenz zuhause, im Kindergarten, in der Schule, in der Freizeit und im alltäglichen Leben. Ergotherapie ist immer handlungsorientiert, in den Therapiestunden stehen Bewegung und Spiel neben handwerklichen und kreativen Techniken, Tätigkeiten des Alltags und dem Einsatz und der Anpassung von Hilfsmitteln.

Die Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) in Deutschland sind spezialisierte Einrichtungen der ambulanten Krankenversorgung zur Untersuchung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die nach Verordnung durch einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin tätig werden können. Inhaltliche Schwerpunkte sind neuropädiatrische Krankheiten wie globale Entwicklungsstörungen, Epilepsien, Muskelerkrankungen, psychologische Störungsbilder wie Verhaltensauffälligkeiten, Störungen des Sozialverhaltens, psychosomatische Symptome, Entwicklungsstörungen wie Teilleistungsstörungen oder Folgen chronischer Erkrankungen sowie Störungen des sozialen und familiären Umfeldes wie familiäre Interaktionsstörungen, Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Missbrauch. Charakteristisch für das Vorgehen der SPZ ist die fachübergreifende Arbeitsweise auf medizinischem, psychologischem und pädagogisch-therapeutischem Gebiet, die Einbeziehung der Familien in die Behandlung, die kindheitslange Betreuung bis ins Jugendalter und die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und Therapeuten, den Fördereinrichtungen und dem öffentlichen Gesundheitssystem.