Taschengeld für Schulkinder

Wie viel Taschengeld sollte mein Kind bekommen?

Sparstrumpf oder Konsumrausch? – Irgendwann wird jedes Kind erwachsen, sein eigenes Einkommen haben und mit diesem Budget auskommen müssen. Daher sollten Eltern schon früh beginnen, Ihrem Nachwuchs den verantwortlichen Umgang mit Geld beizubringen. Doch alles Reden ist vergebens, wenn Kinder keine Erfahrungen in diesem Bereich sammeln können, daher ist Taschengeld wichtig.

©Unsplash/Annie Spratt

Häufig sieht man Kinder in Geschäften, die hin und her gerissen sind zwischen dem sofortigen Wunsch nach Süßigkeiten oder dem Sparziel „Spielzeug“. Ein schweres Dilemma, so scheint es, jedoch ist dies eine wertvolle Lebenslektion für den Nachwuchs.

Lernen, zu vergleichen

Schon bei den Süßigkeiten steht es vor der Frage: Eine Packung mit 30 Bonbons oder einen Lolli und dazu eine Packung Kaugummi mit 10 Streifen? Vorratshaltung und planvolles Einkaufen will gelernt sein!

Auch das Vergleichen von Preisen wird (evtl. mit etwas mathematischer Unterstützung der Eltern) erlernt und mit Erstaunen stellen Kinder fest, dass es das gleiche Produkt beim Discounter günstiger gibt und dass ein Sonderangebot nicht immer das günstigste Produkt seiner Art sein muss.

Ab wann und wie viel Taschengeld?

Eltern sind oft unsicher, ab wann und wie viel Taschengeld sie ihren Kindern auszahlen sollen. Orientierungen an Nachbarskindern oder Klassenkameraden sind meist schwierig, da Alter, Reife und Erziehungsziele unterschiedlich sind. Wonach soll man sich also richten? Ein wichtiger Hinweis ist das Interesse des Kindes: Im Alter von 4 bis 5 Jahren verstehen Kinder das Konzept des Geldes und interessieren sich dafür. Mit einem kleinen wöchentlichen Budget können nun erste Erfahrungen gemacht werden.

Lernen, Kaufentscheidungen zu fällen

Bei ihren Kaufentscheidungen werden die meisten Kinder zunächst ihren kleinen und großen persönlichen Wünschen nachgehen wollen und oft stellen sie fest, dass die Dinge teurer sind als gedacht und dass nur Sparen sie ans Ziel bringt. Der Wert des Geldes steht erstmals im Vergleich zu einem Preis. Das Kind begreift, dass es nur begrenzte Möglichkeiten hat, seine Wünsche zu erfüllen – manchmal sind Ziele nur durch Sparsamkeit und Verzicht auf andere Dinge zu erreichen. Bei ihren Kaufentscheidungen werden sich Kinder aber auch am Kaufverhalten der Eltern orientieren oder sich Freunde zum Beispiel nehmen.

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Wahlfreiheit?

Auch die Frage, ob sich Eltern in die Kaufentscheidungen ihres Nachwuchses einmischen dürfen oder sogar müssen ist oft strittig. Natürlich sind Eltern nicht mit jedem Kauf einverstanden – doch haben sie auch das Recht, sich einzumischen? Sicher gibt es Dinge, die nicht altersgemäß sind und daher nicht angeschafft werden dürfen, aber diese Wünsche werden eher in der Minderzahl sein. Anders sieht es mit ungezügeltem Süßigkeitenkauf aus. Hier läuten bei vielen Eltern alle Alarmglocken und sie möchten intervenieren.

Doch ist es nicht viel sinnvoller, dem Kind ein wenig von der eigenen Entscheidungsfindung zu erzählen? Warum kaufen Eltern nicht jeden Tag ein Stück Sahnetorte beim Bäcker und warum laufen sie die Extrameile zum Discounter? Nach welchen Gesichtspunkten entscheiden wir uns zwischen mehreren Produkten? Wie fließen Gedanken wie Nachhaltigkeit, Gesundheit, Sparziele, etc. in unsere Kaufentscheidungen ein? Ein Kind kann hieraus viel erfahren und auch wenn es vielleicht zunächst eigene, unliebsame Entscheidungen trifft, so sollte es doch Herr über das eigenen Budget sein. Je älter ein Kind wird, desto mehr ist es geneigt, verantwortungsvolle Entscheidungen beim Kauf zu treffen. Dies setzt jedoch meist auch die eine oder andere Fehlentscheidung voraus.

Wie oft Taschengeld auszahlen?

Die Antwort auf die Frage, in welschem Rhythmus Taschengeld ausgezahlt werden soll, hängt vom Alter aber auch von der Reife des Kindes ab. Ist es alt genug um langfristig zu entscheiden, und über einen so langen Zeitraum wie z.B. 14 Tage oder gar einen Monat zu haushalten? Kleiner Kinder sollten ihr Taschengeld in einem wöchentlichen Intervall erhalten. Bei größeren Kindern muss individuell entschieden werden, ob sie bereits reif genug sind, um ein monatliches Taschengeld zu verwalten.

Wie viel Taschengeld?

Nicht jede Familie verfügt über das gleiche Budget und die gleiche Kinderzahl. Somit müssen Eltern bei der Entscheidung über die Taschengeldhöhe zunächst einmal ihre finanziellen Kapazitäten ausloten. Als Bemessungsgrundlage kann die Taschengeld-Übersicht aus der kostenlosen Broschüre „Finanzkompetenz für Kinder – Taschengeld, Finanzerziehung und wirtschaftliche Bildung“ helfen:

Alter des Kindes Taschengeldhöhe
4 bis 5 Jahre 0,50 bis 1,50 Euro/Woche
6 bis 7 Jahre 1,50 bis 2 Euro/Woche
8 bis 9 Jahre 2 bis 3 Euro/Woche
10 Jahre 12bis 14 Euro/Monat
11 Jahre 14bis 16 Euro/Monat
12 Jahre 16bis 20 Euro/Monat
13 Jahre 20 bis 22 Euro/Monat
14 Jahre 22 bis 25 Euro/Monat
15 Jahre 25 bis 30 Euro/Monat
16 Jahre 30 bis 35 Euro/Monat
17 Jahre 40 bis 45 Euro/Monat
18 Jahre 60 bis 70 Euro/Monat

Die komplette Broschüre mit vielen weiteren Tipps rund um Finanzkompetenz für Kinder kann online kostenlos als PDF aufgerufen werden. Du findest Sie hier:

http://www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/ratgeber/kindern-den-umgang-mit-geld-beibringen.php