Behandlung und Nebeneffekte bei Unfruchtbarkeit

Behandlung und Nebeneffekte bei Unfruchtbarkeit

Eine Behandlung von Unfruchtbarkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab wie dem Alter, der Ursache und dem generellen Gesundheitszustand. Selbst wenn z.B. bei der Frau Ursachen bestehen, die zur Unfruchtbarkeit führen, heißt dies nicht unbedingt, dass sie nicht schwanger werden und ein Kind austragen kann.

Arzt hält Labortest in der Hand
©Pixabay/Darko Stojanovic

Behandlungsmöglichkeiten

Ein erster Schritt ist oft die Frequenz des Geschlechtsverkehrs auf 2 bis 3 Mal pro Woche zu erhöhen … oder zu verringern, denn auch zu häufiger Verkehr kann die Spermiendichte und -qualität verringern. Oft wird dies mit weiteren Maßnahmen und Behandlungen kombiniert.

Behandlung beim Mann
  • Störungen der Erektion oder vorzeitiger Samenerguss lassen sich mit Medikamenten behandeln
  • Varikozele – diese Vene lässt sich operativ entfernen.
  • Blockierter Samenleiter oder fehlgeleitete Samen lassen sich direkt vom Hoden entnehmen, so dass eine Eizelle im Labor befruchtet werden kann.
  • epididymal Blockade – operative Behebung ist möglich
Behandlung bei der Frau

Medikamentöse Behandlung für den Eisprung:

Clomifene: Lässt die Hirnanhangsdrüse mehr FSH und LH produzieren, wird meist bei PCOS verschrieben

Metformin: Wird eingesetzt wenn mit Clomifen keine Besserung erfolgt wurde.

Humanes Menopausengonadotropin (hMG), Repronex: Enthält FSh und LH und wird injiziert. Es wird für Frauen verschrieben, die wegen einer Störung der Hirnanhangsdrüse keinen Eisprung haben.

Follikelstimulierendes Hormon (Gonal-F, Bravelle): Ersetzt ein Hormon der Hirnanhangsdrüse das für das Heranreifen der Eizelle zuständig ist.

Humanes Choriongonadotropin (Ovidrel, Pregnyl): Stimuliert zusammen mit FSH und hMG den Eisprung.

GnRH (Gonadotropine Releasing Hormone): Für Frauen deren Eisprung stattfindet bevor die Eizelle ausreichend herangereift ist. Dieses Medikament erlaubt es, das Reifen der Eizelle mittels FSH zu erreichen.

Bromocriptine (Parlodel): Unterdrückt die Prolactind Produktion. Prolactin ist ein Hormon das beim Stillen notwendig ist, jedoch außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit den Zyklus unregelmäßig macht oder ganz ausfallen lässt.

Nebenwirkung bei medikamentöser Behandlung:

Injizierte Hormontherapien können zu Mehrlingsschwangerschaften führen: Zwillinge, Drillinge … sind möglich. Dem kann vorgebeugt werden indem zunächst überprüft wird, wieviele Eizellen herangereift sind. Sind es mehrere, ließe sich der Zyklus aussitzen und die Hormonmenge im Folgezyklus anpassen. Ist der Kinderwunsch jedoch zu groß, wollen Paare oft nicht warten. Das Entfernen von befruchteten Eizellen bei Mehrlingsschwangerschaften ist möglich, jedoch ethisch schwierig.

Operative Behandlung:

Eileiter-Operation: Behebt Verengungen oder Vernarbungen am Eileiter.

Laparoskopische Eingriffe z.B. bei Endometriose, die die Fruchtbarkeit verbessern können

Unterstützte Empfängnis

IUI – Intrauterine Insemination (künstliche Befruchtung): Oft angewandt wenn der Mann wenig bzw. schlechte Spermien oder Erektionsprobleme hat, oder auch wenn die Ursache für die Unfruchtbarkeit nicht gefunden werden konnte. Ein kleiner Schlauch wird in den Uterus gelegt und darüber werden die besten Spermien vom Partner (oder Spender) direkt in den Uterus platziert.

IVF – Initro Fertilisation:  Eine Eizelle und Spermien werden in eine Petrischale gegeben, wo die Befruchtung stattfindet. Anschließend wird das befruchtete Ei in die Gebärmutter eingepflanzt. In manchen Fällen wird der Embryo zur späteren Verwendung eingefroren (Kryokonserviert).

ICSI – Intracytoplasmic Spermien Injektion: Während einer IVF wird nur ein einzelnes Spermium direkt und die Eizelle injiziert. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung bei geringer Spermienzahl.

Assisted hatching: Hierbei wird ein durch einen kleinen Eingriff die Fähigkeit des Eis sich einzunisten erhöht. Dies kann bei älteren Frauen hinfreich sein oder bei Frauen wo die IVF mehrfach fehlgeschlagen ist.

Komplikationen bei der Behandlung

  • Überstimmulierung der Eierstöcke (OHSS) kann bei hormoneller Behandlung eintreten. Symptome sind aufgeblähter Unterbauch, dunkler Urin, Verstopfung oder auch Durchfall, Übelkeit, Schmerzen im Unterbauch, Erbrechen. Meist sind die Symptome nur leicht und OHSS leicht zu behandeln, in seltenen Fällen kann es aber auch zu Thrombosebildungen kommen, in sehr seltenen Fällen auch mit Todesfolge.
  • Eileiterschwangerschaft: Die befruchtete Eizelle nistet sich nicht in der Gebärmutter ein, sondern im Eileiter. Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft ist bei Frauen in Kinderwunschbehandlung leicht erhöht. In der Regel wird die Eileiterschwangerschaft zur Fehlgeburt führen, bevor schlimmere Folgen eintreten. Ultraschall-Überprüfungen helfen dabei, dies rechtzeitig zu erkennen.

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Quellen:

Mayo Clinic, NHS (UK), Wikipedia, Medical News Today archives.

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