Fruchtbarkeitstest: Diagnose und Ursachen bei Unfruchtbarkeit

Fruchtbarkeitstest – Medizinische Ursachen für Unfruchtbarkeit

Bleibt eine Schwangerschaft trotz Bemühungen über längere Zeit aus, wird es Zeit für einen Fruchtbarkeitstest und weitere Untersuchungen, um mögliche Ursachen zu finden und zu beheben.

©Unsplash/Krista Mangulsone

Diagnose bei einem Fruchtbarkeitstest

Meist wird eine Frau nach 12 Monaten vergeblicher Bemühungen schwanger zu werden den Frauenarzt aufsuchen und um Rat fragen. Frauen über 35 sollten dies vielleicht schon früher tun, denn das Testen auf Ursachen für Unfruchtbarkeit kann einige Zeit dauern. Da es zwei braucht, um ein Baby zu zeugen, sollte der Mann sich ebenfalls zum Arzt begeben und untersuchen lassen.

Ein Arzt wird zunächst nach den sexuellen Gewohnheiten des Paares fragen, um sich ein Bild davon machen zu können, wie wahrscheinlich eine Schwangerschaft in den vorigen Monaten gewesen wäre. Selbst nach langen Untersuchungen bleibt der Grund für eine Unfruchtbarkeit in 30 Prozent aller Fälle unklar.

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Fruchtbarkeitstest beim Mann

Allgemeine Anamnese

Der Arzt wird nach der medizinischen Historie fragen, nach vorausgegangenen Krankheiten, Operationen, aktueller Medikation und sexuellen Gewohnheiten. Eine körperliche Untersuchung beinhaltet das Abtasten der Genitalien, Beurteilung der Anatomie in Hinblick auf Fehlbildungen oder Anomalien.

Spermien-Untersuchung

Hierfür benötigt der Arzt eine Spermaprobe, die in ein spezialisiertes Labor gesendet wird. Dort erfolgt die Untersuchung auf Anzahl, Mobilität, Farbe, Qualität, Infektionszeichen und ob Blut beigemisch ist. Da die Spermiendichte sich ändern kann, ist mehr als eine Probe erforderlich, um ein umfassendes Bild zu erlangen.

Bluttest

Dabei werden der Testosteron-Spiegel und andere männlichen Hormone auf ausreichendes Vorhandensein untersucht.

Ulltraschall

Mittels Ultraschall kann der Arzt herausfinden ob es eine Einengung oder andere interne Anomalitäten der Geschlechtsteile gibt.

Clamydien-Test

Ist der Test positiv, kann dies die Ursache für die Zeugungsunfähigkeit sein. Der Arzt kann dann ein Antibiotikum verschreiben.

Fruchtbarkeitstest bei der Frau

Allgemeine Anamnese

Die Ärztin wird nach der medizinischen Vergangenheit fragen, nach dem Menstruations-Zyklus, der Einnahme von Medikamenten und sexuellen Gewohnheiten. Eine gynäkologische Untersuchung wird ebenfalls erfolgen.

Blut-Tests

Durch eine Blutentnahme lässt sich ermitteln, ob der Hormonspiegel ausreichend erreicht wird und ob ein Eisprung stattfindet (Progesteron-Test).

Hysterosalpingography

Bei dieser Untersuchung wird Flüssigkeit in den Uterus eingeleitet. Diese Flüssigkeit lässt sich in Röntgenbildern darstellen. Mittels Röntgen kann somit ermittelt werden, ob die Flüssigkeit in die Eileiter gelangt oder ob es dabei Hindernisse gibt, welche eine Operation notwendig machen könnten.

Laparoskopie

Diese Untersuchung des Bauchraums erfordert einen kleinen Einschnitt etwas unterhalb des Bauchnabels. Bei der Untersuchung wird nach Endometriose, Vernarbungen, Blockaden oder anderen Anomalien im Bauchraum gesucht.

Schilddrüsen-Funktionstest

Eine Über- oder Unterproduktion der Schilddrüse ist eine häufige (ca. 5%) und leider oft übersehene Ursache für unerfüllten Kinderwunsch. Bei diesem Test wird eine Fehlfunktion der Schilddrüse ausgeschlossen bzw. nachgewiesen.

Chlamydien-Test

Ist der Test positiv, wird mit einem Antibiotikum behandelt.

Weitere Untersuchungen

Untersuchung der Qualität des Eis nach dem Eisprung, genetische Untersuchung,  und Ultraschall des Beckens.

Medizinische Diagnosen bei Unfruchtbarkeit der Frau

Gestörter Eisprung

Manche Frauen haben während des Zyklus nie oder nur unregelmäßig einen Eisprung, d.h. es wird kein Ei in den Eileiter abgegeben. Ursachen können sein:

  • Vorzeitige Ovarialinsuffizienz: Die Eierstöcke haben frühzeitig (vor den Wechseljahren) ihre Funktion eingestellt.
  • Polyzystisches Ovarsyndrom: Auch bekannt als Stein-Leventhal Syndrom betrifft dies etwa 5% bis 10% der Frauen im gebärfähigen Alter. Es handelt sich hierbei um eine Stoffwechselstörung bei der meist ein erhöhter Androgen Spiegel zu finden ist.
  • Hyperprolaktinämie: Ein erhöhter Spiegel an Prolaktin obwohl die Frau weder schwanger ist noch stillt, kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Schlechte Qualität der Eier: Wenn die Eier geschädigt sind oder eine schlechte Qualität haben (meist bei älteren Frauen), kann dies die Befruchtung beeinträchtigen.
  • Schilddrüsenfehlfunktion: Eine Überfunktion ebenso wie eine Unterfunktion der Schilddrüse wirkt sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus.
  • Chronische Erkrankungen wie Krebs, Aids etc.

Probleme mit den Eileiters oder Uterus

Nach dem Eisprung gelangt das Ei durch die Eileiter zum Uterus, gibt es dabei Probleme, kann eine natürliche Empfängnis schwierig oder gar unmöglich sein. Dies kann passieren wenn einer der folgenden Fälle eintritt:

  • Vernarbungen nach Operationen
  • Submuköse Myomen: Myome sind meist gutartige Tumore im muskelgewebe des Uterus. Sie können den Weg zum Eileiter versperren und es den Spermien somit unmöglich machen, das Ei zu erreichen, ferner können sie die Einnistung im Uterus behindern oder den Uterus so stark vergrößern, dass dies den Weg für die Spermien verlängert.
  • Endometriose: Gewebe welches normalerweise im Uterus zu finden ist und am Ende eines Zyklus als Menstruationsblutung den Körper verlässt, kann statt dessen in andere Bereiche des Körpers gelangen (z.B. in die Eileiter) und dort Läsionen erzeugen, die auf den monatlichen Zyklus reagieren. Dies führt meist zu starken Schmerzen bei der Periode. Endometriose kann zur Unfruchtbarkeit führen und muss daher möglichst frühzeitig behandelt werden.
  • Rückgängig gemachte Sterilisation: Zwar kann eine Sterilisation bei der Frau unter gewissen Umständen rückgängig gemacht werden, jedoch kann auch dann noch die Fruchtbarkeit stark beeinträchtig oder unmöglich sein.

Weitere Ursachen

  • Medikation: Entzündungshemmende, nicht steroidhaltige Medikamente wie z.B. die Langzeiteinnahme von Aspirin oder Ibuprofen.
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • Illegale Drogen

Medizinische Diagnosen bei Unfruchtbarkeit des Mannes

Probleme mit den Spermien umfassen die folgenden Möglichkeiten: Geringe Anzahl, keine Spermien in der Samenflüssigkeit vorhanden, geringe Mobilität, abnormale Spermien (z.B. Verformungen die eine Befruchtung schwieriger machen). Dies kann durch folgendes verursacht werden:

  • Infektionen, Krebs oder vorangegangene Operationen am Hoden.
  • Überhitzung des Hodens z.B. durch Sauna, heiße Bäder, enge Kleidung, Arbeit in extrem heißer Umgebung …
  • Samenerguss-Probleme – dies kann z.B. sein dass die Samenflüssigkeit bei der Ejakulation in die Blase gelangt oder ganz blockiert ist.
  • Varikozele – eine Art Krampfader am Hoden die für eine Überhitzung sorgen kann.
  • Hodenhochstand – in der fetalen Entwicklung rutscht der Hoden nicht nach unten und befindet sich somit im Unterbauch, wo es zu warm für die Spermien ist. Mehr dazu unter Hodenhochstand frühzeitig erkennen und behandeln
  • Hypogonadismus – ein Defizit an Testosteron welches zu Fehlfunktionen der Hoden führt.
  • Genetische Anomalie: Wenn ein Mann statt der üblichen XY-Chromosomen z.B. XXY-Chromosomen hat (Klinefelter’s Syndrom), führt dies zu Fehlbildungen der Reproduktionsorgane, geringer Hormonproduktion und verringerter Spermienzahl.
  • Mumps – erfolgt die Krankheit nach der Pubertät, kann die Spermienproduktion beeinträchtigt sein.
  • Hypospadie – hier befindet sich der Ausgang der Harnröhre auf der Unterseite des Penis statt auf der Spitze und erschwert dabei den Spermien vom Penis in die Frau zu gelangen. Normalerweise wird dies beim Baby schon erkannt und operativ behoben – etwa 1 von 500 männlichen Neugeborenen ist davon betroffen.
  • Mukoviszidose
  • Strahlentherapie
  • Erkrankungen wie Diabetes, Anämie, Cushings Syndrom, Schilddrüsenfehlfunktionen
  • Medikation: Entzündungshemmende Medikamente können die Zeugungsfähigkeit von Männern deutlich beeinträchtigen, solche Medikamente werden z.B. bei Morbus Crohn und rheumatoider Arthritis verordnet. Absetzen der Medikation macht diese Nebenwirkung zum Glück rückgängig.
    Auch Anabolika bei Sportlern können die Spermienzahl deutlich verringern – besonders bei Langzeiteinnahme.
    Chemotherapie: Einige reduzieren die Spermienzahl signifikant.
  • Drogen: Marihiana und Kokain reduzieren die Spermienzahl.