Kinderwunsch Coaching

Das steckt hinter Kinderwunsch Coaching

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine große seelische Belastung. All das Bangen, Hoffen und die grenzenlose Enttäuschung wenn es nicht geklappt hat … aber mit wem kann man darüber reden? Freunde und Angehörigen verstehen dies oft nicht oder machen beim Versuch zu helfen und zu trösten alles nur noch schlimmer. Der Frauenarzt hat oft wenig Zeit für diese Sorgen oder vertröstet vielleicht mit medizinischen Statistiken und verordnet Geduld.

Mann und Frau schlafen im Bett
©Twenty20/Isaiah Stofferahn

In schwierigen Lebenssituationen ist das Gespräch wichtig! Sich die Sorgen von der Seele reden, vielleicht auch mal  richtig ausweinen und die Gefühle raus lassen. Aber wer hört einem zu, wer hilft, wieder Kraft zu schöpfen, Mut zu fassen? Neben dem Austausch in Kinderwunsch-Foren gibt es tatsächlich auch andere Hilfsangebote für betroffene Paare. Wir haben ein Interview mit Kinderwunsch-Choach Franziska Ferber geführt, und sie über ihrer Arbeit und Erfahrung befragt.
Bitte erzählen Sie uns etwas über sich selbst und wie Sie dazu gekommen sind, Paare mit Kinderwunsch zu coachen?
Ich bin Franziska Ferber und seit Jahren arbeite ich mit Leib und Seele, Hirn und Herz als Coach. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie sehr man sich nach einem Kind sehnen kann. Deshalb habe ich mich auf den Umgang mit dem Kinderwunsch in den vielen Facetten (bspw. dem Umgang mit Ängsten und der Unsicherheit, dem Umgang mit der Kinderlosigkeit in der Familie und im Berufsleben aber auch der Partnerschaft) spezialisiert.
Ich bin systemischer Coach und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und ich meine: Was Menschen mit Kinderwunsch brauchen, sind Experten! Bei jeder Kleinigkeit beim Auto oder dem Zuhause suchen wir uns Fachkräfte, weil wir wollen, dass sie sich auskennen, Erfahrung haben und eben deshalb kompetent sind. Und weil wir bei uns selbst und unserem Leben besonders Acht geben sollten, habe ich über www.kindersehnsucht.de ein Unterstützungsangebot geschaffen, das sich auf den Umgang mit dem Kinderwunsch spezialisiert.Ich weiss, wovon ich rede – sowohl aus dem eigenen Erleben als auch durch die vielen Weiterbildungen, die ich absolviert habe.

HE-Redaktion: Warum kommen Paare mit Kinderwunsch zu Ihnen, was versprechen sie sich von einem Coaching?
Zu mir kommen Frauen, Männer und Paare in unterschiedlichen Phasen des Kinderwunsches:
1. Diejenigen, die das „Kinder bekommen“ gut durchdenken möchten, bevor sie zu „üben“ beginnen,
2. diejenigen, die schon eine Weile versuchen schwanger zu werden und merken, wie sie die Kinderlosigkeit belastet – sie persönlich und/oder ihre Partnerschaft. Teilweise sind sie auch schon in reproduktionsmedizinischer Behandlung und merken, wie sehr sie das (vermeintliche!) nichts-tun-können belastet.
3. kommen Menschen zu mir, die bspw. von ihren Ärzten gehört haben, dass man ihnen nicht zu einem Kind verhelfen könne und die sich damit anfreunden müssen, dass sie kinderlos bleiben werden – aber damit nicht klar kommen.

Ich unterstütze diese Menschen auf ihrem Weg und begleite sie beim Beantworten ihrer Fragen oder dem Umgang mit ihren Ängsten und Unsicherheiten und der Verzweiflung.
Viele Menschen schaffen es, sich (erst einmal) selbst zu helfen. Gute Selbst-Coaches schaffen es dennoch oft nur zu ca. 70-80% den gesamten Kontext zu sehen. Die restlichen ca. 20-30% aber sind es oft, die für Sie etwas in Bewegung bringen und zu einer Veränderung führen. Und hierfür tut Ihnen ein erfahrener Coach gut, der es gut mit Ihnen meint – aber eben auch Impulse von außen geben kann. Ja, aus meiner Erfahrung wie aber auch aus Studien kann ich sagen, dass es leichter wird mit dem Kinderwunsch und der Kinderlosigkeit umzugehen, wenn man sich psycho-sozial dabei begleiten lässt. Das biete ich an. Und auf Grund meiner Erfahrung bin ich gut darin.

HE-Redaktion: Mit welchen Gefühlen haben diese Paare umzugehen?
Die Gefühle sind so unterschiedlich wie Menschen und ihre Lebensgeschichten unterschiedlich sind. Wenn ich jedoch die Emotionen, die die Meisten schildern, zusammenfasse, ist es das Gefühl der Hilflosigkeit, das (vermeintliche) „nichts-tun-können“ und die Einsamkeit – also das Gefühl, dass man mit niemandem offen sprechen  zu können (übrigens auch, weil Freundschaften sich in der Zeit des Kinderwunsches stark verändern) und alle anderen nahezu nebenbei schwanger zu werden scheinen, während es einem selbst so schwer fällt.

HE-Redaktion: Was ist, wenn einer der Partner als Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch gilt? Gibt es dabei Unterschiede, ob es am Mann oder an der Frau liegt?
Die Zahlen belegen, dass zu nahezu gleichen Teilen der eine oder andere Partner Verursacher der Kinderlosigkeit ist. Dennoch rate ich dringend davon ab, hier mit Schuldzuweisungen zu arbeiten, denn gerade in der Zeit des Kinderwunsches ist das Dringendste, das die Betroffenen benötigen, Stärkung und emotionaler Rückhalt – sowohl vom Partner als auch von aussen wie durch einen Coach aber auch das eigene Umfeld. Schuld ist negativ und dabei nicht förderlich. Es gilt, die Paare zu stärken; auch wenn einer von beiden medizinisch diagnostiziert ursächlich dafür ist. Und ich kenne auch Paare, wo trotz „reproduktionsmedizinischer Ausgleichung“ der medizinischen Nachteile eines Partners keine Schwangerschaft eingetreten ist; das betrifft ca. 15% oder ca. 2 Mio. Menschen in Deutschland. Schuldzuweisungen sind alleine schon deshalb keine Lösung. Mir ist es auch wichtig, die Paare hier kommunikativ zu stärken, denn allzu oft fragen wir in unserer Gesellschaft nach der Schuld – und nicht nach der Lösung. Die Paare müssen hierfür eine Antwort parat haben, wenn sie gefragt werden – das stärkt sie; vor Allem als Paar.

HE-Redaktion: Wie geht man mit gutgemeinten, aber verletzenden bzw. wenig hilfreichen Ratschlägen um? Das geht ja von „Kauf Dir einen Hund“ bis hin zu „Fahrt mal in den Urlaub, da wird’s klappen“ …

Das hängt von der Individualität der Person ab. Ich habe nicht den einen Tipp, der für alle passt. Ich schaue mir als Coach sehr genau an welche Eigenschaften sie mitbringt, die man nutzen kann, damit sie sich von Menschen, die gut gemeinte aber oftmals schlecht gemachte Ratschläge geben, besser und klarer abgrenzen kann.
Ratschläge zu erteilen, ist dabei nicht auf meiner Agenda; denn auch das sind Schläge, die den Betroffenen meiner Erfahrung nach nicht wirklich gut tun… und gegen die sie sich ja nun gerade abgrenzen wollen. Einen Tipp habe ich aber dennoch: Klar Position beziehen. Das kann passieren in Form von „wenn ich einen Rat von Dir möchte, werde ich darum bitten“ bis hin zu „Dein Ansatz ist nicht hilfreich.“ oder der klaren Formulierung von Wünschen an die andere Person wie bspw. „Unterstützen würdest Du mich, wenn Du … machen würdest“.
Es ist wichtig, sich selbst den Respekt entgegen zu bringen, den man anderen Menschen sofort gewähren würde. Das darf man auch einfordern.
HE-Redaktion: Was ist generell der wichtigste Rat, den Sie Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch auf den Weg geben?
Auch das hängt von der Individualität der Paare ab. Die Einen brauchen eher emotionale Stärkung; Anderen hilft die Hinführung zu einer „Lebensvision-PlanB“ – also einem Plan für den Fall, dass sie trotz Allem kinderlos bleiben. Ich bin hier methodisch breit aufgestellt, so dass ich individuell begleiten und unterstützen kann.

HE-Redaktion: Hatten Sie schon Klienten, bei denen die Hoffnung auf ein Baby aussichtslos war? Wie können Sie diesen Paaren helfen, damit umzugehen?
Natürlich. Mit www.kindersehsucht.de habe ich ein Angebot geschaffen, wie die Betroffenen (wie ich auch ganz persönlich) einen Weg finden, ein Sinn-erfülltes, lebensfrohes Leben auch ohne Kind führen zu können. Ich selbst musste diesen Weg beschreiten und mich nach langen Jahren des Kinderwunsches davon verabschieden. Und ich habe es geschafft. Heute weiss ich daher genau, dass es – bei aller Trauer, die auch gut und wichtig ist – möglich ist, glücklich und erfüllt auch ohne Kind zu leben. Die Verabschiedung vom Kinderwunsch ist quasi mein Spezialgebiet.

HE-Redaktion: Was war bisher ihre schönste Erfahrung mit Klienten?
Die Antwort möchte ich gerne zweiteilen: Ich freue mich von Herzen, wenn ein Paar mir sagt, dass „es geklappt“ hat; sie endlich schwanger sind! Viele wünschen sich dann, dass ich sie durch die Schwangerschaft begleite, was ich gerne tue. Wenn ein Kind auf die Welt kommt, freue ich mich von Herzen mit und bin dankbar. Ich fiebere dann sogar richtig mit.
Dankbarkeit empfinde ich aber auch, wenn ich jemanden dabei begleitet habe, dem Kinderwunsch Lebewohl zu sagen – und mir der Kunde oder die Kundin über die Zeit berichtet, dass sie es nie für möglich gehalten hätten… …sie aber Stück für Stück im eigenen Tempo wieder Lebensfreude empfinden und ihr „neues Leben ohne Kind“ annehmen und in vollen Zügen genießen können.
In beiden Fällen weiss ich dann, dass ich etwas Gutes getan habe – und dafür bin ich tief dankbar. Das ist mein Antrieb!

HE-Redaktion: Vielen Dank Frau Ferber!

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