Ovulationstests - so geht's

Ovulationstest – auf das Timing kommt es an

Manche Paare üben Monate oder sogar Jahre, ohne dass sich das ersehnte Babyglück einstellt. Das kann viele Gründe haben, unter anderem, dass man die günstigste Zeit schwanger zu werden nicht kennt oder verpasst. Denn nutzt man mit Hilfe eines Ovulationstests gezielt die fruchtbaren Tage der Frau dafür, ist die Chance auf eine Empfängnis deutlich höher. Am Idealsten ist es, den Tag des Eisprungs sowie den Vortag zu nutzen. Doch wann genau sind diese beiden Tage eigentlich?

Mann und Frau schlafen im Bett
©Twenty20/Isaiah Stofferahn

Mithilfe eines Eisprungkalenders kann man den Zeitraum der fruchtbaren Tage schon recht gut eingrenzen. Die Zykluslänge sowie der genaue Zeitpunkt des Eisprungs können allerdings von Monat zu Monat variieren. Einfluss darauf hat zum Beispiel Stress, ein höheres Alter der Frau oder jahrelanges Einnehmen der Pille, was das Berechnen der fruchtbaren Tage schwierig macht. Hier hilft ein Ovulationstest, der die besten Tage für eine Empfängnis sehr sicher und zuverlässig ermitteln kann. Somit eignet sich ein solcher Test zwar prinzipiell für jede Frau mit Kinderwunsch, besonders aber für solche, mit unregelmäßigen Menstruationszyklen. Außerdem lässt sich damit erkennen, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet.

Wie funktioniert ein Ovulationstest?

Das luteinisierende Hormon (LH) ist verantwortlich für das Auslösen des Eisprungs. Etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung steigt der LH-Spiegel im Urin stark an. Ovulationstests erkennen diesen rapiden Anstieg und sagen Dir damit zuverlässig den günstigsten Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr voraus. Richtig angewendet, lässt sich so die Chance auf die erwünschte Schwangerschaft deutlich erhöhen.

Bevor Du mit der Anwendung eines LH-Tests beginnen kannst, musst Du noch die eigene Zykluslänge bestimmen. Bestenfalls kontrollierst Du dafür über mehrere Monate Deinen Menstruationszyklus. Er beginnt mit Einsetzen der Blutung und endet am letzten Tag vor der nächsten Periode. Bei geringen Abweichungen der Zyklusdauer (weniger als vier Tage) nimmst Du einen Mittelwert an. Frauen mit unregelmäßigeren Zyklen sollten die kürzeste Länge zur Berechnung verwenden. Daraus ergibt sich der erste Testtag: Bei einem Zyklus von beispielsweise 28 Tagen, wird am elften Tag begonnen. Den genauen Tag für den Testbeginn kannst Du der Gebrauchsanweisung entnehmen.

Die Durchführung eines Ovulationstests

Die Anwendung eines Eisprungtests ist ebenso einfach, wie bei einem Schwangerschaftstest. Testen kannst Du zu jeder Tageszeit, aber unbedingt immer zur ungefähr gleichen Uhrzeit. Da Du mindestens vier Stunden vorher nicht uriniert haben solltest, empfiehlt es sich, den Test immer nach dem Aufstehen durchzuführen. Eine Packung enthält fünf bzw. sieben Teststäbchen. Wie auch bei einem Schwangerschaftstest wird die Testspitze in Urin getaucht (entweder direkt in den Strahl oder in ein Behältnis mit aufgefangenem Urin). Halte dabei unbedingt die Dauer des Eintauchens ein, die in der Beschreibung angegeben ist! Nach etwa drei Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Die Referenzlinie zeigt, ob der Test korrekt funktioniert hat. Die Ergebnislinie sagt Dir, wie hoch die Konzentration des luteinisierenden Hormons im Urin ist. Je farbintensiver das Ergebnis, desto höher der LH-Spiegel. Kein oder nur ein sehr schwacher Streifen sagt aus, dass der Wert noch nicht gestiegen ist. Nun muss der Test jeden Tag zur gleichen Zeit wiederholt werden. Färbt sich die Ergebnislinie genauso deutlich oder stärker als die Referenzlinie, hat der Test einen LH-Anstieg erkannt. Somit hat die fruchtbarste Zeit in diesem Zyklus begonnen. Jetzt heißt es binnen 48 Stunden mit dem Partner Geschlechtsverkehr zu haben, denn in diesem Zeitfenster sind die Erfolgschancen am größten. Wird der Test nach allen fünf bzw. sieben Stäbchen noch immer nicht positiv, dann teste mit einer zweiten Packung weiter. Es könnte sich um einen sehr späten oder einen ausbleibenden Eisprung handeln. Das ist prinzipiell nicht ungewöhnlich, sollte aber mit dem Arzt besprochen werden, wenn es häufiger vorkommt.

Die Eisprungtests – erhältlich in der Apotheke

In Apotheken erhältst Du verschiedene Testarten, die sich in ihrer Funktionsweise aber kaum unterscheiden: Teststäbchen, Kassettentests oder digitale Tests. Bei den Kassettensystemen werden einige Tropfen Urin mit einer Pipette auf ein Testfeld geträufelt. Bei einem digitalen Eisprungtest soll eine Fehlinterpretation beim Ablesen des Ergebnisses vermieden werden. Auf dem Display wird ein eindeutiges Ei-Symbol angezeigt, falls ein LH-Anstieg ermittelt wurde. So bleibt kein Zweifel, wann der relevante Zeitraum beginnt.

Für welche Art von Test Du Dich auch entscheidest, ganz billig ist der Kinderwunsch nach Plan nicht: Je nach Test musst Du pro Zyklus mit etwa 20 bis 40 Euro rechnen. Unbenutzte Teststreifen können im nächsten Zyklus wiederverwendet werden.

Bloß nicht den Spaß verlieren

Was tut man nicht alles für die Erfüllung des Kinderwunsches? Doch achtet darauf, Euch als Paar unter all dem Testen und Planen nicht aus den Augen zu verlieren. Liebt Euch auch, wenn gerade keine fruchtbare Zeit ist und setzt Euch gegenseitig nicht zu sehr unter Druck. Denn sonst kann sich schnell Ernüchterung einstellen und der Geschlechtsverkehr auf Kommando wird zum notwendigen Akt, an dem beide keinen Spaß mehr haben. Ob das dann zum ersehnten Baby führt, ist fraglich. Also bewahrt Euch die Lust aufeinander und respektiert es, wenn der Partner am Tag des Eisprungs mal überhaupt keine Lust auf Zärtlichkeiten hat.

Allen Paaren, die auf ein Baby „hinarbeiten“, wünschen wir viel Spaß und Erfolg, sodass sich der Kindersegen schon bald einstellt…!

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