Augen Lasern lassen - Erfahrungsbericht

Augen lasern – Erfahrung und Kosten

Meine Brille: Nie da, wenn ich sie brauche und immer im Weg wenn ich sie nicht brauche – so ging es mir. Ein Lösungsversuch mit Kontaktlinsen verlief leider auch nicht erfolgreich: Ich hatte ständig das Gefühl eines Fremdkörpers in den Augen. Fünf Monate habe ich mich damit herumgeschlagen, in der Hoffnung dass ich mich daran gewöhne, aber es wurde nicht besser. Mit dieser Erfahrung und nach langen Überlegungen, habe ich mich dazu entschlossen, meine Augen lasern zu lassen. Lies hier, wie es verlief.

Frau sitzt im Wohnzimmer im Schneidersitz
©Unsplash.com/Lena Bell

Die Vorgeschichte

Augen-OPs im Fernsehen lassen mir für gewöhnlich einen Schauer über den Rücken laufen – kaum verwunderlich, denn kaum ein Körperbereich ist so empfindlich wie das Auge – das merkt man spätestens dann, wenn man ein Sandkorn oder eine Wimper ins Auge bekommt: Meist ist der Fremdkörper längst aus dem Auge entfernt, aber noch immer ist das Auge gereizt, tränt und tut weh. Die Motivation, jemanden an meinen Augen herumdoktern zu lassen war daher also erst einmal denkbar gering.

Was hat also für eine Änderung meiner Meinung gesorgt?

Mit etwa 40 Jahren ließ meine bis dahin einwandfreie Sehkraft immer mehr nach und aus einem gelegentlichen Brillen-Gebrauch, wurde mit der Zeit ein fast ständiger Brillen-Gebrauch. Das erwies sich mehr und mehr als Problem bei meiner täglichen Arbeit, z.B. mit der Spiegelreflex-Kamera. Aber auch andere Lebensbereiche waren betroffen und die Brille – auf Arbeiten mit Büchern und Bildschirmen optimiert – war zwar im Nahbereich hilfreich, darüber hinaus aber hinderlich. Beispiel: Um mein Essen nicht verschwommen zu sehen: Brille auf – und meinen Gesprächspartner am Tisch klar zu sehen: Brille ab! oder: Augen-Makeup ohne Brille nicht machbar, mit Brille kommt man nicht ran.

Ist Lasern lassen (Lasik) die Lösung?

Vor etwa einem Jahr fingen die Werbungen für Lasik (so wird der Eingriff genannt) an, mich zu interessieren, und als ich einer Freundin davon erzählte, erfuhr ich von ihr zu meiner Überraschung, dass sie diesen Schritt bereits vor 10 Jahren gewagt hatte. Sie hatte eine sehr starke Fehlsichtigkeit (richtig dicke Brillengläser, sagt sie) und hat diese mittels Laser beseitigen können. Keine Nebenwirkungen, keine Komplikation, nur positive Effekte. Es machte mir Mut, dies zu hören. Auch von anderen Freunden und Bekannten hörte ich nur positive Geschichten über das Augen lasern lassen. Doch wenig später las ich in der Presse einen Artikel, dass man bisher wenig über die Langzeitfolgen des Laserns wüsste – immerhin, die Methode existiert seit mehr als 20 Jahren. Zudem hält das Resultat nicht ewig, denn auch nach dem Lasern wird sich die Sehkraft durch das Alter verändern, dann kann man den Eingriff allerdings wiederholen.

Beratungstermin

Es hat ein Jahr gebraucht, bis ich endlich den Mut fand, mich zumindest einmal beim Augenarzt beraten zu lassen. Die Empfehlung einer weiteren Freundin hat mich dabei zu einer Praxis geführt, die sich auf dieses Thema spezialisiert hat. Nach eingehender Untersuchung stand fest, dass ich ein Laser-Kandidat bin und mir wurde der Eingriff erklärt:

  • 10-15 Minuten würde der gesamte Eingriff dauern, ich würde keinen Schmerz spüren und obendrein sediert sein.
  • Es ist ausgeschlossen, dass ich hinterher blind bin, das Schlimmste was passieren könnte, wäre, dass ich keine Verbesserung habe.
  • Es würden zwei Laser zum Einsatz kommen: Der erste Laser macht den Schnitt für den sogenannten „Flap“, der das Zurückklappen der obersten Hornhautschicht ermöglicht, der zweite Laser den Eingriff, der die Hornhaut korrigiert.
  • Während des Eingriffs wird ein Auge auf Nahsicht und ein Auge auf Fernsicht optimiert. Zusammen werden sie dann ein optimales Sicht-Ergebnis produzieren.
  • mögliche Risiken und Probleme: vorübergehende Augentrockenheit (dagegen hilft künstliche Tränenflüssigkeit), Über- oder Unterkorrektur (behandelbar durch erneutes lasern), Infektion, evtl. einwachsen von Hornhautdeckschichtzellen

Das klang für mich alles recht überschaubar und ganz ehrlich: Ich habe drei Geburten überstanden, die alle kein Spaziergang waren und bei denen deutlich mehr hätte passieren können! Meine Entscheidung war innerhalb von Minuten gefallen und ich wollte am Liebsten sofort loslegen. Schon eine Woche später hatte ich meinen Termin.

Der Eingriff

Am Vortag sollte ich mir zwei verschriebene Augentropfen aus der Apotheke holen und verwenden. Außerdem durfte ich am Tag des Eingriffs kein Makeup tragen und sollte einen „Fahrer“ mitbringen.
Ich hatte beschlossen, nicht aufgeregt zu sein. Mein innerer Monolog war in etwa: Nervös? Ja, aber nicht ängstlich, denn ich mache das freiwillig und ich habe eine hohe Motivation.
Es half auch ein wenig, dass der Chef meines Mannes an diesem Tag erfahren hatte, dass er eine Herz-OP braucht – was ist dagegen schon ein Lasereingriff von 15 Minuten? Manchmal hilft es, die Dinge in Relation zu setzen!

In der Praxis bekam ich noch einmal einen kurzen Sehtest, dann zwei Valium und diverse Augentropfen, die u.a. einen betäubenden Effekt haben. Dieser Effekt war für mich nicht bewusst spürbar – anders als beim Zahnarzt, wo sich meist plötzlich das halbe Gesicht taub anfühlt. Die Valium hatten noch nicht ganz angefangen zu wirken, da wurde ich schon in den Laser-Raum geholt. Mein Mann durfte übrigens von draußen durch eine Scheibe zusehen.

Ich wurde auf eine bequemen Liege gebeten und dann ging alles recht schnell:

Um das Auge offen zuhalten, wurde eine Klammer eingesetzt. Davor hatte es mir am Meisten gegruselt aber es stellte sich heraus, dass alle Sorge darum unbegründet war: Es tat weder weh, noch fühlte es sich komisch an (sicher auch den Betäubungstropfen zu verdanken) und ich hatte nicht im Geringsten das Bedürfnis, zu Blinzeln. Als Nächstes wurde der 1. Laser über meinem Auge platziert und auf mein Auge geführt. Ich spürte, dass das Gerät ein wenig Druck auf mein Auge ausübte, das fühlte sich ungewohnt, jedoch nicht schmerzhaft an. Mein anderes Auge wurde abgedeckt und mit dem Auge unter dem Laser sah ich schwarz mit rosa-Punkten – ähnlich einer Laser-Show im Kino.

„Schau gerade aus.“ hieß es, und ich fand es schwierig, dieser Anweisung zu folgen, denn wenn sich der Blick an nichts orientieren kann, weiß man ja nicht, ob man geradeaus schaut oder nicht. Also habe ich einfach nur ganz still gehalten und meinen Körper so gut wie möglich entspannt. Gedanklich war ich allerdings weniger entspannt, sondern voller Sorge, dass ich mich vielleicht doch unbewusst bewege und den Eingriff dadurch verpatze. „… 5, 4, 3, 2, 1 – OK“ und das erste Auge war mit dem ersten Laser fertig, das zweite Auge war dran. Jetzt war ich schon viel entspannter und auch dieser Eingriff war ruckzuck vorüber. Nun wurde meine Liege zum anderen Lasergerät geschwenkt. Die Prozedur war ähnlich, die Lasershow hatte aber andere Farben und während des Eingriffs gab es einen unangenehmen Geruch, von dem ich zuvor schon gelesen hatte. Der Laser trägt eine hauchdünne Schicht an der Hornhaut ab und formt diese so, dass sie die Fehlsichtigkeit ausgleicht.

Insgesamt war ich etwa 10 bis 15 Minuten im OP, die meiste Zeit wurde dabei der Laser richtig eingestellt und positioniert. Die Eingriffe an den Augen dauerten jeweils nur ca. eine Minute. Inzwischen fingen die Valium eindeutig an, zu wirken, und ich wurde etwas benommen aus dem Raum geführt. Ein Augenarzt untersuchte noch einmal kurz meine Augen, dann bekam ich auf jedes Auge eine durchsichtige Schutzkappe aus Kunststoff geklebt und darüber eine Sonnenbrille gestülpt. Unter dem festen Griff meines Mannes torkelte ich aus der Praxis und zum Auto.

Postoperativ

Zuhause bin ich gleich ins Bett gegangen und habe zwei Stunden geschlafen – so wie es angeraten war – Valium machts möglich! Nach zwei Stunden wachte ich auf und meine Augen fühlten sich an, als würde darin etwas pieksen. Ich habe die verschriebenen Augentropfen genommen – Antibiotika und Cortison – und es wurde sofort besser. Diese Tropfen sollte ich am ersten Tag alle 2 Stunden nehmen und in den folgenden 5 Tagen 4 Mal täglich. Zwischendrin nach Bedarf künstliche Tränenflüssigkeit. Schon an diesem Abend war ich in der Lage, ohne Brille auf meinem iPad durch meine Playlist zu navigieren, was zuvor nicht möglich war. Insgesamt versuchte ich an diesem Tag aber meine Augen weitgehend geschlossen zu halten, um die Heilung zu fördern.

Am Folgetag stellte ich fest, dass ich in einiger Entfernung nun eher verschwommen sehen konnte, kleine Schrift ebenfalls noch verschwommen, aber überwiegend lesbar war und ich größere Schrift gut erkennen konnte. Mittags sollte ich zur Nachsorge fahren und da ich wegen der leicht verschwommenen Sicht etwas verunsichert war, fuhr mich mein Mann dort hin. Im Sehtest konnte ich nun deutlich besser Buchstaben erkennen als vor dem Eingriff. Es wird noch besser, wurde mir versprochen.
Eine Woche später konnte ich beim Sehtest schon zwei Reihen mehr lesen als am Tag nach dem Eingriff. Dennoch war Vieles leicht verschwommen und das Lesen daher oft noch anstrengend. Manchmal geht es schneller, manchmal dauert es länger, bis sich die Sicht deutlich verbessert, sagte man mir. Insgesamt kann man nach 3 bis 6 Monaten das vollständige Ergebnis des Eingriffs erwarten. Bis dahin wird der Augenarzt regelmäßig alle vier Wochen kontrollieren.

Wichtig ist, dass man in der ersten Zeit nach der OP auf keinen Fall seine Augen reibt! Auch die Augentropfen und ein hygienischer Umgang am Auge sind unbedingt zu beachten, um Infektionen zu vermeiden. Nachts trägt man in den ersten Tagen Schutzkappen, damit man nicht im Schlaf an den Augen reibt. Ich habe meine Augencreme mal etwas zu stark einmassiert und das Auge war danach stundenlang gereizt und tat etwas weh – Vorsicht also auch hier und mit Makeup bzw. beim Abschminken.

Mein Tipp:

Zieh Dich für den Eingriff bequem und vor allen Dingen warm, denn die Laser müssen in einem sehr kühlen Raum betrieben werden.

Lade Dir vorab für den Tag des Eingriffs ein gutes Hörbuch auf Deinen MP3 Player, so dass Du die Augen am OP-Tag lange geschlossen halten kannst, ohne Dich zu langweilen. Stelle Dir etwas zu Trinken, einen Snack, die Augentropfen und den MP3-Player neben das Bett, bevor Du zum Eingriff fährst, so kommst Du an alles problemlos heran, auch wenn das Valium Dich noch etwas beeinträchtigt.

Fazit:

Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Ich hatte in meinem Leben schon Zahnbehandlungen, die deutlich unangenehmer waren!  Seit dem Eingriff habe ich außer meiner Sonnenbrille keine Brille mehr verwendet. Es sind nun zehn Tage vergangen und ich schreibe diesen Erfahrungsbericht ohne Sehhilfe. Auch wenn Vieles noch etwas verschwommen ist und ich ungeduldig auf eine klare Sicht warte: Es ist schon jetzt so eine Erleichterung und macht mein Leben um so vieles Einfacher.

Sicher wäre es auch mit Brille gegangen, aber ich fühle mich jetzt viel wohler, entspannter und irgendwie auch wieder jünger, denn dieses ewige „Moment, ich muss erst mal meine Brille holen“ erinnerte mich doch sehr an meine Großmutter!  Wer sich mit seiner Brille nicht glücklich fühlt und den Eingriff finanzieren kann, dem kann ich Lasik wirklich empfehlen. Alle Ängste, die ich zuvor hatte, haben sich für mich als unbegründet erwiesen und ich frage mich im Nachhinein, was mich so lange abgehalten hat. Wichtig ist sicher, dass man sich an eine erfahrene und kompetente Praxis wendet, die modern ausgestattet ist und hygienisch betrieben wird und deren Ärzte über eine ausreichende und aktuelle Qualifikation für den Eingriff verfügen. Solche Praxen verfügen in Deutschland über ein Zertifikat für den Lasik-TÜV durch den TÜV-Süd.

Weitere Infos zu Kosten und Leistungsumfang:

Da es vielleicht Nachfragen geben wird, wo ich den Eingriff habe durchführen lassen: Ich lebe zurzeit in Texas und habe Lasik daher in den USA machen lassen. Die Kosten betrugen $3800 und beinhalten sämtliche Vor- und Nachuntersuchungen. Nach meiner Recherche dürfte der Eingriff aber in Deutschland oder auch in europäischen Nachbarländern erheblich günstiger sein. Nach meinem Kenntnisstand zahlen Krankenkassen auch in Deutschland nichts dazu, aber hierzu würde ich mich in jedem Fall erkundigen, vielleicht gibt es ja Ausnahmen.

Inhalt des Behandlungsvertrags war u.a., dass ich eine 3-jährige Garantie auf das Ergebnis habe. Sollte ich innerhalb dieses Zeitraum feststellen, dass ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin oder die Sehkraft erneut nachlässt, könnte ich den Eingriff kostenlos wiederholen. Außerdem muss ich für spätere Eingriffe (z.B. wenn nach 10 Jahren die Sehkraft wieder nachlässt) nur noch 50% des Preises zahlen.

Weitere Kosten hatte ich dadurch, dass ich mir nach dem Eingriff endlich eine „ordentliche“ polarisierende Sonnenbrille gekauft habe. Evtl. werde ich bei Nachtfahrten Probleme mit Streulicht haben, dann könnte ich das mit einer speziellen Bille für Nachtfahrten ausgleichen.

Die alte Brille

Anstatt Deine alte Brille wegzuschmeißen, kannst Du sie nach dem Eingriff spenden, so dass sie jemandem zugute kommt, der sich keine leisten kann.