Ein Heim für die Familie – In fünf Schritten zum eigenen Zuhause

Ein Heim für die Familie – In fünf Schritten zum eigenen Zuhause

Wer eine Familie gründen will oder bereits eigene Kinder hat, möchte als nächsten Schritt auch für ein schönes Zuhause für seine Liebsten sorgen. Der Weg zu den eigenen vier Wänden ist jedoch nicht immer einfach. Die wohl größte Investition und Anschaffung im Leben sollte gut geplant und organisiert werden. Wer ein paar Punkte berücksichtigt, kann den Nestbau für den Nachwuchs ruhigen Gewissens in Angriff nehmen.

Ausreichend Platz für die Liebsten: Ein eigenes Haus steht bei vielen Familien ganz oben auf der Wunschliste
Ausreichend Platz für die Liebsten: Ein eigenes Haus steht bei vielen Familien ganz oben auf der Wunschliste Fotolia, © Monkey Business

Mit Kindern zur Miete wohnen ist nicht immer einfach. Wenn die Familie wächst, ist es oft schwierig, eine passende Wohnung zu finden, die ausreichend Platz bietet und wo sich die Kleinsten nicht zu sehr einschränken müssen. Der nächste Schritt zu einer eigenen Immobilie ist dann meist der richtige und sollte aber gut durchdacht werden. Vor allem die finanzielle Belastung sollte detailliert durchgeplant werden, um auch bei unvorhergesehenen Situationen nicht ins Straucheln zu geraten. Wir zeigen die verschiedenen Schritte auf dem Weg zum eigenen Zuhause.

1. Bedarf ermitteln

In einem ersten Schritt sollte überlegt werden, wieviel Platz das Eigenheim bieten soll. Wichtig sind vor allem die Zahl der Schlafzimmer für alle Familienmitglieder aber auch wieviel Raum sonst benötigt wird. Oftmals ist auch der Wunsch nach einem eigenen Garten oder genügend Platz zum Spielen für die Kleinen ein wichtiges Kriterium.  Das Institut für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat 2013 eine umfassende Studie zu den Wohnträumen der Deutschen veröffentlicht. Dabei wurde untersucht, wo und wie wir am liebsten wohnen und wie unser zuhause aussehen soll.

Haus oder Wohnung

Neben dem verfügbaren Budget spielen bei dieser Wahl noch andere Punkte eine Rolle. Je nach Lage kann eine Eigentumswohnung genauso viel Geld kosten, wie anderswo ein freistehendes Einfamilienhaus. Letzteres bietet oft etwas mehr Freiraum und Unabhängigkeit von direkten Nachbarn, ist jedoch auch mit mehr Arbeit verbunden. Die Pflege des Grundstücks oder des Gartens gehören dann ebenso zu den Aufgaben des zukünftigen Hauseigentümers, wie verschiedene Instandhaltungs- oder Reparaturarbeiten.

Bei einer Eigentumswohnung ist das Wohnklima weitaus mehr von den Nachbarn abhängig. Bei einer Eigentümergemeinschaft werden verschiedene Maßnahmen zusammen abgesprochen und Investitionen kollektiv getätigt. Oftmals kümmert sich ein Hausmeister um die Instandhaltung oder auch die Pflege von Außenanlagen. Dafür muss dann allerdings etwas Budget mit eingeplant werden. Auch für zukünftige Sanierungsarbeiten wird in der Regel von allen Wohnparteien regelmäßig Geld zurückgelegt.

Neben dem Wohnraum und Grünfläche oder Garten zum Spielen sollte auch über eine Garage oder einen Stellplatz nachgedacht werden.

Langfristig denken

In der Regel ist eine eigene Wohnimmobilie eine einmalige und gleichzeitig die wohl größte Anschaffung im Leben. Deshalb macht es Sinn, auch an die Zukunft zu denken. Wenn der Nachwuchs erwachsen wird und auszieht, stehen die ehemaligen Kinderzimmer leer. Die Räume können dann auch für Hobbies genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, einen Teil des Hauses dann unterzuvermieten. Je nachdem wie das Haus aufgeteilt ist, sind dafür dann mehr oder weniger große bauliche Eingriffe notwendig.

Auch bei Eigentumswohnungen sind heute meist großzügige Flächen im Freien zum Spielen für die Kinder vorgesehen.
Auch bei Eigentumswohnungen sind heute meist großzügige Flächen im Freien zum Spielen für die Kinder vorgesehen. Fotolia, © Calado

Viele Familien holen später auch den einen oder anderen Großelternteil mit ins Haus, sei es, um die Person zu pflegen oder auch um als Familie einfach unter einem Dach zu leben. Auch hier sind verschiedene Kriterien zu beachten. Älteren Menschen fällt es beispielsweise meist leichter, ebenerdig zu wohnen, um wenig Treppen überwinden zu müssen. Wer verschiedene Szenarien bereits bei der Auswahl des perfekten Eigenheims durchspielt, kann das Haus oder die Wohnung auch später noch bestens nutzen.

2. Finanzierung planen

Wer in etwa weiß, wie groß das zukünftige Eigenheim sein muss oder werden soll, kann als nächsten Schritt die Finanzierung in Angriff nehmen.

Gesamtkosten ermitteln

Dazu sollten zunächst die zu erwarteten Gesamtkosten zusammengerechnet werden. Neben den Grundstückskosten und dem Preis für die Immobilie kommen auch noch Kosten für den Makler (ca. 3-6 Prozent des Kaufpreises), Gebühren für den Notar (ca. 1-2 Prozent des Kaufpreises) oder das Grundbuchamt (ca. 0,5 Prozent des Kaufpreises) und die Grunderwerbssteuer hinzu. Letzteres variiert zudem je nach Bundesland und beträgt zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent des Grundstückspreises.

Wer selbst baut muss zudem mit folgenden Ausgaben rechnen:

  • Honorare für Planer und Architekten
  • Vermessungskosten
  • Kosten für Erdarbeiten, Erschließung und Hausanschlüsse
  • Ausgaben für Bodengutachten
  • Kosten für die Baugenehmigung

Insgesamt fallen beim Kauf einer Immobilie rund zehn bis zwanzig Prozent an zusätzlichen Nebenkosten an. Nicht vergessen werden dürfen auch mögliche Kosten für Umbau, Renovierung und Modernisierung, sowie Ausgaben für die Innenausstattung

Eigenkapital zurechtlegen

Die eigenen finanziellen Mittel sind der wichtigste Grundstock bei der Immobilienfinanzierung. Ohne Eigenkapital ist heute in der Regel Kredit für ein Eigenheim zu bekommen. Dabei sollten rund zwanzig bis dreißig Prozent der Gesamtsumme aus eigener Tasche bestritten werden können. Je höher der Anteil des Eigenkapitals dabei ist, umso geringer kann in der Regel der nötige Kredit ausfallen und umso günstiger fällt die gesamte Finanzierung zum Schluss aus.

Zu den Eigenmitteln kann Geld aus ganz verschiedenen Quellen gezählt werden:

  • Guthaben aus Bausparverträgen
  • Kurzfristig verfügbare Geldanlagen
  • Darlehen von Verwandten oder Arbeitgebern
  • Vorhandenes Bargeld
  • Lastenfreie Baugrundstücke oder andere Immobilien

Auch Eigenleistungen können unter bestimmten Umständen als Eigenkapital gewertet werden. Sie verringern die Gesamtsumme um die Höhe, welche den eigens verrichtbaren Arbeitsleistungen entspricht.

Finanzierungsmöglichkeiten abwägen

Beim Beantragen eines Kredites zur Finanzierung der Immobilie sollte genau überlegt werden, welches Volumen mit dem regelmäßigen Einkommen bedient werden kann. Dabei sollten vor allem Familien mit Kindern gut überlegen, da hier immer mit überraschenden Zusatzausgaben gerechnet werden muss. Werden die Raten zu hoch angesetzt, lässt dies in unvorhergesehenen Situationen nur wenig finanziellen Spielraum zu und kann schnell zu einem Engpass führen.

Neben den verschiedenen Möglichkeiten der Kreditinstitute können zusätzlich auch Fördergelder ausgeschöpft werden. Diese bieten besonders günstige Zinsen, Zuschüsse oder auch Bürgschaften, die je nach Vorhaben beantragt werden können:

 

Vor allem bei einem energieeffizienten Neubau oder einer entsprechenden Sanierung können verschiedene Fördergelder zur Finanzierung hinzugezogen werden.
Vor allem bei einem energieeffizienten Neubau oder einer entsprechenden Sanierung können verschiedene Fördergelder zur Finanzierung hinzugezogen werden. Fotolia, © Kara
  • Wohnungsbauförderung der einzelnen Bundesländer: Kriterien für eine Bewilligung sind hier oftmals eine bestimmte Kinderanzahl oder auch ein Einkommen unterhalb einer gewissen Bemessungsgrenze.
  • Günstige Baugrundstücke von der Gemeinde: Viele Städte und Gemeinden geben Bauplätze an Familien mit einem gewissen Preisnachlass (je nach Anzahl der Kinder) ab.
  • Fördergelder für energieeffizientes Bauen und Sanieren: Hier muss die Immobilie nach den entsprechenden Maßnahmen bestimmte Kriterien zur Energieeffizienz erfüllen um die Gelder in Anspruch nehmen zu können. In der Regel ist es sinnvoll, mit einem Architekten oder Energieberater Einzelheiten genau zu planen.
  • Förderkredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau): Von dieser Bank gibt es besondere Unterstützung bei energetischer Modernisierung, oder auch einem altersgerechten Umbau des Wohnraums – sowohl bei einem Neubau als auch bei Bestandsimmobilien.

Zusatzkosten berücksichtigen

Neben den monatlichen Kosten zum Abbezahlen des Kredites sollten bei der Budgetplanung auch die laufenden Nebenkosten der Immobilie nicht vergessen werden. Bei der Kaufentscheidung spielen diese Ausgaben oftmals eine wichtige Rolle. Je nach Stand- und Wohnort können beispielsweise Kosten für Wasser- und Energieversorgung, aber auch Grundsteuer oder Müllgebühren stark variieren.

Bei Bestandsimmobilien ist es wichtig, sich über die Nebenkosten zu informieren. Neben den Zahlungen für den Kredit fallen wie in einer Mietwohnung ebenfalls laufende Kosten an.
Bei Bestandsimmobilien ist es wichtig, sich über die Nebenkosten zu informieren. Neben den Zahlungen für den Kredit fallen wie in einer Mietwohnung ebenfalls laufende Kosten an. Fotolia, © maho

Wer den örtlichen Mietkostenspiegel betrachtet, kann sich über die zu erwartenden durchschnittlichen Nebenkosten pro Quadratmeter Wohnfläche rechtzeitig informieren.

Auch wenn die Immobilie neu gebaut wurde oder ein Neubau erworben wurde, sollte regelmäßig Kapital für mögliche Reparaturen beiseitegelegt werden. Bei einer Eigentumswohnung werden diese Gelder als sogenanntes Hausgeld bezeichnet. Auch hier ist es sinnvoll, sich frühzeitig über die zusätzlichen Kosten zu informieren.

3. Immobilie finden

Ist die grundlegende Finanzierung mit dem maximalen Budget durchdacht worden, kann nach der geeigneten Immobilie gesucht werden. Egal ob ein fertiges Haus, eine Wohnung oder auch ein Baugrundstück – dabei sollten ebenfalls ein paar wichtige Punkte berücksichtigt werden. Ob in der Stadt oder auf dem Land, die Lage beispielsweise kann beim Kaufpreis einen großen Unterschied machen. Zudem ist auch die Infrastruktur in der Umgebung wichtig. Wie weit sind Kindergärten oder Schulen entfernt und welche Einkaufsmöglichkeiten bieten sich in der Nähe?

Ein Makler kann bei der Suche nach der perfekten Immobilie behilflich sein, schlägt aber auch mit entsprechenden Kosten zu Buche.
Ein Makler kann bei der Suche nach der perfekten Immobilie behilflich sein, schlägt aber auch mit entsprechenden Kosten zu Buche. Fotolia, © Monkey Business

Makler beauftragen

Vor allem, wenn in eine neue Gegend oder eine andere Stadt gezogen werden soll, kann ein Makler bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus gute Hilfe leisten. Wichtig ist hierbei, sich über die Seriosität des Maklers zu informieren. Hauskauf ist ebenfalls Vertrauenssache. Deshalb sollte bei einem ersten Gespräch über die Wünsche und Möglichkeiten auch herausgefunden werden, ob die Chemie stimmt. Wer das Gefühl hat, bei der Suche über den Tisch gezogen zu werden, sollte sich besser an einen anderen Makler wenden.

Um die Provision festzulegen wird in der Regel ein Vertrag zwischen beiden Parteien geschlossen. Er ist auch erster Ansprechpartner für alle wichtigen Fragen die zum Kauf der Immobilie anfallen und muss Auskunft über laufende Kosten oder die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen geben. Auch bekannte Mängel dürfen von ihm nicht verschwiegen werden.

Wer sich die zusätzlichen Kosten für einen Makler sparen möchte hat noch andere Möglichkeiten, eine passende Immobilie zu finden.

Grundstückssuche

Wer selbst bauen möchte, benötigt zunächst ein geeignetes Baugrundstück. „Nicht auf jedem Grundstück kann man jeden Bauwunsch realisieren“, erklärt Florian Haas, Vorstand der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende in München. Was zulässig ist und welche Regelungen im Rahmen des Bebauungsplanes eingehalten werden müssen, kann auf dem jeweiligen Bauamt der Gemeinde in Erfahrung gebracht werden. Bei der Zusammenarbeit mit einem Planer oder Architekten ist dieser verpflichtet, alle Richtlinien einzuhalten.

Zudem kann es sinnvoll sein, mit Nachbarn oder anderen nahen Anwohnern über die vorherrschenden Bodenverhältnisse zu sprechen. Um weitere Informationen zu erhalten kann auch eine Baugrunduntersuchung weiterhelfen.

Grundsätzlich können Grundstücke über verschiedene Anbieter und Träger gefunden werden:

  • Immobilienbörsen im Internet oder lokalen Zeitungen: Neben Immobilien werden hier auch Baugrundstücke angeboten.
  • Grundstücke von Bauträgern: Vor allem in Ballungszentren wird Baugrund oft von Bauträgern verwaltet. Oftmals ist der Hausbau dann auch an den Träger gebunden.
  • Grundstücke von der Gemeinde: Wie bereits erwähnt können hier besonders Familien oft von günstigen Grundstücken profitieren.
  • Grundstücke vom Makler: Immobilienmakler können auch mit der Suche nach geeignetem Bauland beauftragt werden.

Fertig- oder Massivhaus

Die Wahl des Haustyps hat ebenfalls nicht nur Auswirkungen auf die Kosten. Mit einem Fertighaus kann möglicherweise Geld gespart werden, da Ausgaben für Planung und individuelle Details wegfallen. Zudem ist durch die schnelle Umsetzung und Fertigstellung auch ein frühzeitiger Umzug möglich und es muss nur während einer kurzen Bauphase noch zusätzlich Miete bezahlt werden. Dafür müssen eventuell Kompromisse bei der Raumaufteilung oder dem gesamten Aussehen gemacht werden. Bezüglich der Stabilität können die meisten Fertighäuser zudem nicht mit einem massiv gebauten Heim mithalten.

Bei einem Fertighaus kann durch vorgefertigte und standardisierte Module Zeit und Geld gespart werden.
Bei einem Fertighaus kann durch vorgefertigte und standardisierte Module Zeit und Geld gespart werden. Fotolia, © manfredxy

Auch ein Reihenhaus kann eine mögliche Option sein. Auch hier können gegebenenfalls Kosten gespart werden. Durch angebaute Nachbarhäuser ist zudem mit geringeren Heizkosten zu rechnen. Fertighäuser können bei den verschiedenen Anbietern in Musterhausparks besichtigt werden. So ist es möglich, das Haus in seinem endgültigen Zustand zu erleben und verschiedene Modelle miteinander zu vergleichen.

Grundsätzlich gilt, dass ein hohes Maß an Individualität – egal ob beim Fertig- oder Massivhaus – stets auch mit einem höheren Preis verbunden ist.

4. Traumhaus bauen lassen

Viele entscheiden sich dennoch oft für ein individuell geplantes Eigenheim, das ganz nach den persönlichen Wünschen aufgeteilt und gestaltet ist. Lediglich die örtlichen Bauvorschriften und das mögliche Budget geben hierbei die Grenzen vor. Zusammen mit einem Architekten oder Planer kann dann das Traumhaus entwickelt werden.

Aufgaben als Bauherr wahrnehmen

Wer selbst als Bauherr auftritt, muss die verschiedensten Aufgaben und Pflichten erfüllen:

  • Vorbereitung und Überwachung des Bauvorhabens und der Zwischenschritte
  • Überwachung der Finanzen und Leistung von Zahlungen an die beteiligten Unternehmen
  • Abnahme von fertigen Leistungen und Bauabschnitten
  • Anmeldung von Bauvorhaben und Achtung auf Einhaltung rechtlicher Vorschriften

Nicht immer ist jeder mit dem notwendigen technischen Wissen ausgestattet, um die verschiedenen Maßnahmen und Arbeiten bei einem Hausbau angemessen zu überwachen. Zudem ist es meist nicht möglich ständig auf der Baustelle anwesend zu sein. Dann ist es sinnvoll, sich dafür Hilfe beim Architekten oder einem speziellen Planungsbüro zu holen. Die zusätzlichen Kosten können sich rechnen, denn wenn Pfusch oder Schäden übersehen werden, ist eine Reparatur oder Mängelbeseitigung meist teurer. Sinnvoll ist hier in jedem Fall eine Bauherrenversicherung, die bei verschiedenen Schäden einspringt.

Die Ausrichtung des Richtfestes gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Bauherrn. Wenn der Dachstuhl fertiggestellt wurde, ist es Zeit die bisher abgeschlossenen Arbeiten gebührend zu feiern. Der Richtkranz wird aufgestellt und im Rahmen einer Feier mit den beteiligten Firmen auf einen guten Abschluss angestoßen. Traditionell wird mit dem Richtspruch und dem „letzten Nagel“, der das Haus zusammenhält viel Glück gewünscht.

Eigenleistungen planen

Um die Gesamtkosten zu senken, können Arbeiten, die in Eigenleistung erbracht werden erheblich beitragen. Wichtig ist es, seine Fähigkeiten und auch die mögliche Zeit realistisch einzuschätzen, da sonst Verzögerungen oder Schäden durch nicht fachgerechte Ausführungen eher einen finanziellen Mehraufwand mit sich bringen.

Beim Richtfest wird auf den Abschluss der bisherigen Arbeiten und Glück im neuen Heim angestoßen.
Beim Richtfest wird auf den Abschluss der bisherigen Arbeiten und Glück im neuen Heim angestoßen. Fotolia, © Kara

Die meisten Aufgaben, die selbst übernommen werden können, bieten sich meist beim Innenausbau. Tapezieren, Streichen oder auch das Verlegen von Bodenbelägen sind Arbeiten, die oft von den Bauherren selbst erledigt werden. Wenn die Eigenleistungen als Kapital bei der Kreditvergabe berücksichtigt werden soll, fordern viele Banken inzwischen eine detaillierte Aufstellung der geplanten Arbeiten und auch der Materialkosten.

Mit dem Bauträger sollten die Maßnahmen ebenfalls vertraglich festgehalten werden, damit klar ist, wer sich um welche Arbeiten kümmern soll.

5. Einrichtung planen

Wenn das passende Baugrundstück gefunden ist und der Haustyp feststeht, sollte schließlich auch die Innenausstattung geplant werden. Hierzu zählt die Auswahl der verschiedenen Materialien und Oberflächen, die technische Ausstattung für Strom, Wasser und Heizung, aber auch notwendige Investitionen für die Neuanschaffung von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen.

Technische Ausrüstung

Vor allem bei der technischen Ausrüstung kann zu Beginn viel Geld ausgegeben werden, um auf dem neuesten Stand zu sein. Langfristig kann sich dies durch Energieeinsparungen jedoch rechnen. Wer mit einem Bauträger zusammenarbeitet oder eine Bestandsimmobilie erwirbt, hat hier meist wenig Spielraum. Bei letzterem ist wichtig, die vorhandenen Installationen genau unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls eine Sanierung durchzurechnen.

Für Wasser- und Elektroinstallationen ist von der Mindest- bis zur Komfortausstattung alles möglich. Ist die technische Ausrüstung der Immobilie auf dem neuesten Stand, bringt dies oft Energieeinsparungen mit sich.
Für Wasser- und Elektroinstallationen ist von der Mindest- bis zur Komfortausstattung alles möglich. Ist die technische Ausrüstung der Immobilie auf dem neuesten Stand, bringt dies oft Energieeinsparungen mit sich. Fotolia, © Wellnhofer Designs

Bezüglich der elektrischen Ausstattung sind zahlreiche Einbauten möglich, die mehr Komfort oder Luxus versprechen. Hier sollte genau geprüft werden, ob die Ausrüstung notwendig ist und das Budget nicht sprengt. Wichtig ist, dass die Räume je nach Nutzungsart mit den erforderlichen Steckdosen oder Anschlüssen für TV oder ähnlichem ausgerüstet sind. Ein späterer Einbau ist meist mit zusätzlichen Kosten und höherem Aufwand verbunden. Es lohnt sich ebenfalls, vor einem Einzug die sanitären Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen.

Zimmeraufteilung

Um die Aufteilung der Räume festzulegen, können zunächst die Wünsche und Gewohnheiten der einzelnen Bewohner analysiert werden. Grundsätzlich werden Aufenthaltsräume eher auf der Südseite eines Gebäudes angesiedelt und auf der Nordseite Nebenräume oder auch Schlafzimmer. Dient die Küche auch als Wohnraum, ist es sinnvoll diese auf der sonnigen Südseite anzusiedeln. Zudem liegen Zimmer mit besonderen Installationen (Wasser) wie Bad und Küche am besten dicht beieinander.

Schlafräume sollten möglichst weit entfernt liegen von Aufenthaltsräumen, in denen es lauter ist. Flure oder auch Hauswirtschaftsräume oder ein Bürozimmer können zwischen den Zimmern als Puffer liegen. Treppenhäuser und Flure sollten nicht zu schmal kalkuliert werden.

Sollen später die Kinderzimmer anderweitig genutzt werden, etwa als Wohnraum für Großeltern oder als vermietbare Einliegerwohnung, kann die räumliche Abtrennung noch deutlicher ausfallen. Zudem ist es dann sinnvoll, ein eigenes Bad mit einzuplanen.

Wer sich zunächst eigene Skizzen vom Grundriss anfertigt und verschiedene Varianten ausprobiert, hat beim ersten Gespräch mit dem Architekten bereits eine Diskussionsgrundlage. Verschiedene Onlinetools können dabei hilfreich sein. Bei einigen lässt sich auch die Inneneinrichtung mitplanen. Die Abmessungen der eigenen Möbel können übertragen werden. So lässt sich überprüfen, ob die Räume groß genug für die einzelnen Einrichtungsgegenstände gewählt wurden.

Neuanschaffungen berücksichtigen

Oftmals werden beim Umzug in das neue Heim auch verschiedene Möbel neu benötigt. Wichtig ist, den Bedarf frühzeitig zu ermitteln und die Neuanschaffungen beim Budget mit einzuplanen. Vor allem eine Küche kann hier schnell einen weiteren großen Posten bedeuten. Je nach Wichtigkeit können verschiedene Einrichtungsgegenstände auch nach und nach gekauft werden.

Bei einer cleveren Grundrissplanung kann das Haus später auch noch nach dem Auszug der Kinder gut genutzt werden.
Bei einer cleveren Grundrissplanung kann das Haus später auch noch nach dem Auszug der Kinder gut genutzt werden. Fotolia, © stockpics

Gerade im Kinderzimmer können mit etwas Kreativität auch ältere Möbel aufgehübscht werden. Zudem ist es möglich, aus einfachen Materialien oder einzelnen Grundelementen ganz neue Kombinationen entstehen zu lassen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Mobiliar mitwachsen kann.

Wer lange Freude an seinen Möbeln haben möchte, sollte Wert auf Qualität legen. Der zunächst höhere Anschaffungspreis zahlt sich mit den Jahren aus. Sinnvoll ist oftmals eine gute Mischung aus hochwertigen Stücken, die einen das ganze Leben lang begleiten und modischeren Einzelmöbeln, die verschiedene Akzente setzen können.