Das richtige Familienauto finden: Einsteigen, abfahren - schön wär's!

 Das richtige Familienauto finden

Einsteigen, abfahren – schön wär’s! Wer Kinder hat, läuft schon mal ums Auto herum, zurrt Gurte fest oder baut Sitze ein, schnallt Kinder an oder wuchtet Kinderfahrzeuge in den Kofferraum. Keine Frage, mit dem Nachwuchs braucht man meist ein besonderes Auto – erst Recht wenn man mehrere Kinder hat.

Playmobil Figur mit einem Spielzeug Auto
©Unsplash/Steinar Engeland

Muss man zum Kind auch gleich den Kombi anschaffen? Diese Frage beschäftigt sicher nicht nur werdende Väter die bisher mit dem sportlichen Zweitürer unterwegs waren. Wie transportiert man Kinder sicher und zugleich für die Eltern bequem? Je nach Größe und Konstellation der Familie, sind verschiedene Aspekte zu beachten und je nachdem wie lange man den Wagen fahren will, sollte man dabei vielleicht auch in die Zukunft blicken.

Das Auto für das erste Kind

Wer plant, neben dem Kinderwagen auch ein neues Auto anzuschaffen, tut gut daran, zu bedenken was dieses Fahrzeug alles transportieren muss. Zunächst einmal ist da die Babyschale, die meist in zwei verschiedenen Größen angeboten wird: bis 9 kg und bis 13 kg. Letztere ist ein gutes Stück länger und benötigt daher mehr Raum zwischen Rück- und Vordersitz. Dafür kann sie meist bis über den ersten Geburtstag hinaus verwendet werden und verlängert somit die sicherere, rückwärtsgerichtete Fahrt.

Außerdem benötigen Babyschalen entweder eine Isofix-Befestigung (empfohlen) oder einen ausreichend langen Gurt auf dem Rücksitz, der entweder eine Basis oder den Sitz selbst befestigt.

Wer das Baby lieber auf dem Vordersitz hat, muss die Möglichkeit haben, den Beifahrer-Airbag selbst auszuschalten, da dieser sonst das Baby in Gefahr bringt.

Wer das Kind schon im Auto hat, muss nun nur noch den Kinderwagen in den Kofferraum bekommen. Hier muss nicht nur die Breite des Kofferraums stimmen, sondern auch Tiefe und Höhe. Zudem ist es oft hilfreich, wenn die Ladehöhe des Kofferraums niedrig ist – dies erleichtert es, den unhandlich zusammengeklappten Wagen hinein zu heben.

Wird das Kind größer, ändert sich der Sitz – lange Gurte müssen dennoch gegeben sein, besser ist auch hier eine Befestigung des Kindersitzes mit Isofix-Halterung.

Da Sitze eine gewisser Tiefe haben, hängen die kurzen Beine beim kleineren Kind zunächst nicht einfach herab, sondern stehen ein Stück gerade nach vorn – wer also beim Fahren nicht ständig Juniors Füße im Kreuz spüren möchte, sollte auf genügend Fußraum bei der Rückbank achten.

Generell ist es so, dass Kinder sich lange Zeit nicht selbst anschnallen können und es zudem wichtig ist, dass Eltern den richtigen Gurtverlauf überprüfen. Wer nun nicht gerade ein Yoga-Künstler ist, wird daher Türen zur Rückbank bevorzugen und Abstand von zweitürigen Automodellen nehmen.

Ein Auto fürs Geschwisterkind

Nein, das Geschwisterchen muss nicht in einem separaten Auto transportiert werden doch mit jedem Kind steigen die Anforderungen an das Fahrzeug. So muss z.B. neben dem Kinderwagen nun auch noch ein Trittbrett oder gar ein Geschwisterwagen transportiert werden – nicht jeder Kofferraum packt das, also hier aufpassen dass genügend Stauraum vorhanden ist.

Nun soll also auch noch ein zweiter Kindersitz auf die Rückbank passen – für gewöhnlich kein Problem, sofern die Gurtschlösser erreichbar bleiben und jedes Kind zu einer Seite aus dem Auto ein- und aussteigen kann. Über eine Kindersicherung an der Tür verfügen eigentlich fast alle Fahrzeuge – dennoch sollte man danach fragen.

Mit zwei Kindersitzen auf der Rückbank ist es in herkömmlichen Autos übrigens fast unmöglich, dazwischen noch einen weiteren Sitz oder eine Person zu setzen. Wer also regelmäßig das Nachbarskind mit zum Fußballplatz fährt, gerät in die unglückliche Lage, ein Kind nach vorn setzen zu müssen – sofern dort noch Platz ist.

Das Auto ab Drei

Beim dritten Kind ist der Minivan fast unvermeidbar – schon um alle Sitze richtig befestigen zu können. Jetzt kommt also eine dritte Sitzreihe hinzu und hier ist es meist ratsam, auf die Qualität der letzten Sitzreihe zu schauen. Sind dies „richtige“ Sitze oder leichte Klappsitze, die für die gelegentliche Mitnahme weiterer Personen gedacht sind? Letztere bieten evtl. weniger Sicherheit.

Wie lassen sich die Sitze im Wagen anordnen? Muss man Sitze umklappen, um in die letzte Sitzreihe zu gelangen? Dies ist mit einem fest eingebauten Kindersitz auf dem Klappsitz nicht möglich. Ideal ist es, wenn die zweite Sitzreihe Platz für einen Durchgang lässt.

Wer häufig Kinder ein- und auslädt die schon älter sind (z.B. für Hobbys und an der Schule), wird sich über automatische Schiebetüren freuen, die per Knopfdruck vom Fahrer bedient werden können. Kein Muss, aber eine enorme Erleichterung die nicht unerwähnt bleiben soll.

Und je älter die Kinder werden, desto mehr Freunde, Roller, Fahrräder, Ranzen, Sporttaschen … werden im Kofferraum transportiert.

Und der Hund?

Wenn man neben den Kindern auch noch einen Hund im Auto hat, wird es je nach Größe des Vierbeiners nun wirklich knifflig – auch das muss bedacht werden! Passt er noch hinein?

Ein Auto für den Urlaub

Werden wir mit dem Wagen in den Urlaub fahren? Hier wird nicht nur der Kofferraum benötigt, sondern vielleicht auch die Dach-Reling für Fahrräder oder Skitransport. Evtl. braucht man auch eine Anhängerkopplung für Wohnwagen oder dergleichen. Spätestens jetzt stellt sich auch die Frage nach Stauraum für Getränke, Snacks, Straßenkarten, Spielsachen und vielleicht sogar ein Entertainmentsystem.

Mit Sicherheit ankommen

Selbst der sicherste Fahrer kann in einen Unfall verwickelt werden. Airbags sollten daher auch für die hinteren Mitfahrer vorhanden sein. Viel Aufschluss geben auch die ADAC Crashtests. Höhenverstellbare Kopfstützen für die hinteren Sitze sind wichtig und sollten der Größe der Mitreisenden angepasst werden.

Technische Details

Welcher Motor und welcher Sprit – das klingt nach Detailwissen aber auch mit wenig Ahnung von Autos, sollte man darauf achten, dass man den Unterhalt an Versicherung und Kraftstoff bewerkstelligen kann und möglichst dabei auch ein umweltschonendes Fahrzeug fährt – die Rückbank-Generation wird es danken!

Neu oder gebraucht

Der Wertverlust beim Neuwagen bereitet vielen Familien Kopfzerbrechen. Gebrauchtwagen sind die Alternative. Doch wie kann man Fehlkäufe vermeiden? Sich gut informieren (Pannenstatistik), sich auf dem Markt umschauen (z.B. auf Seiten wie Autoscout24) – Modelle vergleichen und Probefahren, das Fahrzeug technisch in einer Werkstatt überprüfen lassen – so kommt man zum richtigen Familienauto!

Und ganz wichtig beim Privatkauf: Einen ADAC-Kaufvertrag über das Fahrzeug abschließen, der Käufer und Verkäufer schützt … das gilt auch für den Verkauf des eigenen Autos.