Warum der Haushalt brach liegt? Gründe für die Unordnung

Warum der Haushalt brach liegt

Das Geschirr stapelt sich in der Küche weil die Spülmaschine nicht ausgeräumt wird, die Schmutzwäsche quillt aus dem Wäschekorb, dabei steht noch ein Korb ungebügelter Sachen auf der Waschmaschine, der Boden in der Küche klebt und die Fenster zeigen auch bei bestem Sonnenschein nebliges grau. Ganz so schlimm ist es bei Dir hoffentlich nicht aber vielleicht staut sich auch bei Dir der Haushalt regelmäßig zurück. Warum ist das so und was kann man dagegen tun?

Kinder strecken Hände voll Teig in die Kamera
©Twenty20/Shannon Bailey

Unser Leben unterliegt permanenten Veränderungen in denen wir manchmal weniger leistungsfähig sind oder anderen Dingen Priorität einräumen müssen. Es ist sicher völlig gerechtfertigt in solchen Zeiten den Haushalt zu vernachlässigen. Wer krank ist, schwanger ist oder gerade ein Baby bekommen hat, befindet sich in einer Ausnahmesituation. Der Körper ist weniger leistungsfähig bzw. leistet gerade in Bezug auf Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung eine ganze Menge. Für manche Frauen ist dies mit einer großen körperlich und seelisch Umstellung verbunden, die sie für einige Zeit voll vereinnahmt. Somit kann der Haushalt schon mal ganz legitim für einige Zeit ins Hintertreffen geraten. Andere Frauen scheinen wiederum gerade in der routinemäßigen Abarbeitung der Haushaltstätigkeiten einen Halt zu finden, der ihnen hilft, die veränderte Lebenssituation zu bewältigen.

Manchmal aber gibt es keinen konkreten Anlass, den Haushalt zu vernachlässigen. Die Kinder sind vielleicht im Kindergarten oder in der Schule und trotzdem schafft man den ganzen Tag nichts. Schmutz und Unordnung starren einen regelrecht an und dennoch kann man sich nicht aufraffen – sozusagen eine „Putzblockade“.
Die Ursache von blockierten Handlungen in unserem Leben ähneln sich meistens. Sie haben ihren Ursprung oft in unerfüllten oder falsch interpretierten Bedürfnissen.

Solche unerfüllten Bedürfnisse könnten z.B. sein:

  • Wunsch nach Entspannung und Erholung: Wenn die Zeit mit den Kindern total fordert, dann wünscht man sich in kinderlosen Momenten, einfach mal das zu tun, worauf man selbst Lust hat.
  • Wunsch nach mehr Hilfe und Unterstützung wegen Überforderung: Oft fallen Paare mit der Geburt ihrer Kinder und der Elternzeit in alte Rollenmuster zurück und die Hausarbeit bleibt an einem Partner hängen – das kann überfordern, denn Kinder machen viel Arbeit und der Haushalt läuft nicht „einfach noch nebenher“.
  • Sehnsucht nach Aufgaben die mehr ausfüllen: Jeden Tag der gleiche Abwasch, die gleiche Wäsche, … kein Lob, keine Anerkennung, nur ein gelegentliches „Das Klopapier ist alle“ oder „Hast Du Hemden gebügelt?“ Wo soll da die Motivation herkommen?
  • Sehnsucht nach Gesellschaft und Kommunikation: Beim Putzen und Aufräumen ist man meist allein oder fühlt sich zumindest so. Was die eine entspannt ist für die andere bedrückend und sie sehnt sich nach Kommunikation.

Aber auch die eigene Erwartungshaltung sollte überprüft werden:

  • Wie sauber und ordentlich muss es wirklich sein?