Muttertag

Wünsche zum Muttertag: Mehr gesellschaftliche Akzeptanz

Der zweite Sonntag im Mai gehört auch in diesem Jahr wieder dem traditionellen Muttertag – obgleich sich die Rolle der Mutter gerade im Wandel befindet. Was wünscht sich die moderne Mutter zum Muttertag?

Mutter sitzt mit ihren zwei Kinder auf einem Sofa und zeigt ihnen was auf dem iPad
©Unsplash/Alexander Dummer

Während in Vorjahren die „familienfreundlichen Eintrittspreise“ auf der Wunschliste ganz oben standen (dicht gefolgt vom kinderfreundlicheren Verhalten der Mitmenschen und von Eltern-Kind-Parkplätzen) sind die Mütter durch die anhaltenden politischen Diskussionen selbstbewusster geworden. So wundert es auch nicht, dass in diesem Jahr von Krippenplätzen für die ganz Kleinen und von einer verlässlichen Ganztagsbetreuung für die größeren Kinder die Rede ist.

Viele Frauen möchten arbeiten, sei es, um Karriere zu machen, einen Ausgleich zur Mutterrolle zu haben oder um zum Familienunterhalt beizutragen. Doch die berufstätige Mutter wird in Deutschland gern zur Rabenmutter erklärt: Mangelndes Engagement in Schule und Kindergarten wird ihr zur Last gelegt und jedes Fehlverhalten des Kindes auf die Berufstätigkeit der Mutter zurückgeführt.

Gleichzeitig bemängeln Frauen, die sich lieber daheim der Kinderbetreuung widmen, dass sie in der Gesellschaft wenig geachtet werden. Wer zuhause bleibt, wird automatisch auf die „Hausfrau“ reduziert. Auch die Formulierung des „Managements eines erfolgreichen Familienunternehmens“ kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Tätigkeit der Kindererziehung in den Köpfen der Mitmenschen unabdingbar mit Bodenwischen und Bügeln verbunden ist. Die Fulltime-Mutter muss den Verlust ihres gesellschaftlichen Ansehens hinnehmen, ebenso Einbußen bei der Rentensicherung und finanzielle Engpässe durch das fehlende Gehalt. Sie steht zudem in der Kritik, ihren Kindern veraltete Rollenbilder vorzuleben und über nichts anderes als „Kinder“ reden zu können.

Ganz gleich welche Entscheidung Mütter also heute treffen, sie werden kritisiert. Darum wünschen sie sich zum Muttertag die wirklich freie Entscheidung, wie sie Ihre Mutterrolle ausfüllen wollen, ganz ohne Rechtfertigung, ohne schlechtes Gewissen und ohne dass äußere Umstände sie in ein ungewünschtes Lebenskonzept zwingen. Sie benötigen dafür Betreuungsplätze, familienfreundliche Arbeitszeiten und spürbare finanzielle Ausgleiche für Erziehungszeiten. Doch was sie sich wirklich am meisten wünschen, ist die gesellschaftliche Akzeptanz beider Mutter-Modelle.