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Zicken und Angeber:
Einfluss des Geschlechts

Die Entwicklung von Jungen und Mädchen verläuft unterschiedlich. Dies bewirken im Wesentlichen zwei Einflüsse:
- Hormone: Beide Geschlechter produzieren in geringen Mengen das männliche Hormon Androgen und das weibliche Hormon Östrogen. Jungen haben mehr Androgen und Mädchen mehr Östrogen. Das jeweilige Übergewicht führt zu Unterschieden in der Entwicklungen.
- Sozialer Druck: Von Geburt an sind Kinder einem starken sozialen Druck ausgesetzt. Sie sollen den Geschlechtsnormen entsprechen, die von der jeweiligen Kultur vorgegebenen sind.
Typisch Mädchen, typisch Junge?
Unterschiede beim Erwerb von Fähigkeiten:
Körperlich
Es gibt zwischen Kindern gleichen Geschlechts oftmals
größere Unterschiede, als zwischen Jungen und Mädchen.
Trotzdem meinen die meisten Eltern, dass
Geschlechtsunterschiede beim Erlangen bestimmter Fähigkeiten
nicht nur das Tempo bestimmen, sondern auch deren Qualität.
Mädchen wachsen z.B. offenbar schneller und beginnen die
Pubertät früher als Jungen. Bei Kraft und Geschwindigkeit
sind die Unterschiede bis zur Pubertät gering. Dann jedoch
werden Jungen schneller, stärker und entwickeln mehr Muskeln
und Knochen und weniger Fett. Herz und Lunge wachsen bei
Ihnen in der Pubertät ebenfalls stärker, denn das Blut muss
die stärkeren Muskeln und Knochen mit einer größeren Menge
Sauerstoff versorgen. Bei Mädchen im Vorschulalter ist das
Hüpfen und Springen bei rhythmischer Bewegung und im
Balanceakt besser.
Geistig
Bei der intellektuellen Entwicklung ist kein Unterschied
zu erkennen, IQ-Tests belegen dies. Allerdings sind Mädchen
beim Spracherwerb meistens schneller als die Jungen - sie
beginnen oft früher mit dem Sprechen und verknüpfen Wörter
besser und zu längeren Sätzen. Dieser Trend hält über den
Spracherwerb hinaus an.
Mädchen beginnen meist früher mit dem Lesen und Schreiben
und machen weniger Fehler bei Grammatik und Orthographie.
Sie haben eine bessere Aussprache und Artikulation, eine
bessere verbale Logik und haben seltener
Sprachstörungen.
Sogar im Rechnen sind Mädchen zumindest bis zur Pubertät
besser als Jungen.
Nach der Pubertät schneiden Jungen bei mathematisch
logischen Aufgaben besser ab. Jungen jeden Alters haben ein
besseres räumliches Vorstellungsvermögen und verstehen die
physischen Zusammenhänge besser.
In sozialer Hinsicht sind Jungen in allen Bereichen
aggressiver und beherrschender, sofern diese Eigenschaft
nicht unterdrückt wird. Außerdem zeichnen sich Jungen durch
ein ausgeprägtes Konkurrenzverhalten aus. Mädchen hingegen
sind umgänglicher und schließen engere Freundschaften.
Beide Geschlechter unterscheiden sich nicht in der Fähigkeit, Kinder aufzuziehen!
Es kann Eltern bei der Unterstützung ihrer Kinder helfen, wenn sie sich
dieser Unterschiede bewusst werden. Sie können versuchen, die schwachen Stellen
auszugleichen. Jungen sollten frühzeitig mit Büchern in Kontakt kommen und
Wortspiele machen.
Fördern Sie das räumliche Vorstellungsvermögen eines Mädchens, indem Sie es früh
mit Puzzles und Baukästen spielen lassen, später spielen Sie mit ihm Schach und
andere Spiele, die strategisches Denken erfordern.
Auswirkung von Klischees
Unsere Gesellschaft prägt Klischeevorstellungen über Aussehen, Körperbau, Gesichtszüge, Körperbau, soziale Rollen, wie man spricht, wie man Gefühle mitteilt, welche Rollen man in der Ehe spielt, wie man seinen Lebensunterhalt verdient und mehr.
Sind diese Vorstellungen erst einmal akzeptiert, werden sie als
Maßstäbe genutzt. An ihnen werden unsere Kinder bewertet, als gut
oder schlecht, erfolgreich oder erfolglos, geeignet oder ungeeignet.
Doch sollten wir sie doch statt dessen zu ihrer Individualität und
Originalität ermutigen. Die Entwicklung der Persönlichkeit eines
Kindes verkümmert, wenn man ihm schon von früh auf an beibringt,
gemäß einem stereotypen Muster zu denken, zu fühlen und zu handeln.
Zu den schlimmsten Klischeevorstellungen gehört der Glaube, dass ein
Geschlecht dem anderen überlegen bzw. untergeordnet sei.
Gleichberechtigte Rollenkonzepte bieten hingegen zahlreiche
Möglichkeiten der Selbstverwirklichung: Sie werden von dem Glauben
getragen, dass jedes Kind ungeachtet seines Geschlechts, die
Freiheit hat, seine Wünsche zu verwirklichen, all seine Fähigkeiten
einzusetzen (in welchem selbst gewählten Betätigungsfeld auch immer)
und dabei Erfüllung zu finden, ohne sich schuldig zu fühlen.
Als Eltern müssen wir vom ersten Tag an wohlüberlegt handeln, wenn wir ein Mädchen zu mehr Abenteuerlust anregen wollen und einen Jungen dazu, sich um andere zu kümmern, seine Gefühle zu zeigen und als Friedenstifter zu wirken. Dies ist um so wichtiger, als sich heraus gestellt hat, dass wir Babys in Rosa anders behandeln als die in blauer Wäsche und sogar in anderem Tonfall mit ihnen sprechen.
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