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Speikind: Wenn das Baby häufig spuckt

Fast alle Eltern kennen das: Das Baby ist gefüttert, frisch gewickelt und strahlt und plötzlich schießt ein Schwung Milch aus seinem Mund - als wäre es eine Figur an einem Wasserbrunnen. Gern trifft es dabei Eltern, Freunde und sich selbst und produziert somit innerhalb von Sekunden eine halbe Waschmaschinenladung Arbeit. Doch dies ist nicht die einzige Sorge, die Eltern hierbei haben: Sie fragen sich, ob es normal ist und ob ihr Kind jetzt nachgefüttert werden muss.
Warum spucken Babys?
Das regelmäßige Spucken nach der Mahlzeit wird als "Reflux" bezeichnet. Die Nahrung läuft aus dem Magen nach oben wieder heraus. Die Ursache liegt darin, dass der Muskel, der den Magen zur Speiseröhre hin verschließt, bei Babys oft noch zu schwach ist. Somit ist es nicht ungewöhnlich, sie nach einer Mahlzeit, beim Husten, beim Aufstoßen oder beim Schreien einen Teil ihrer Nahrung wieder verlieren. Bis zu zwölf mal am Tag kann dies vorkommen und ist damit tatsächlich nicht ungewöhnlich.
Es scheint vielleicht so, als würde fast die gesamte Mahlzeit wieder heraus kommen doch das täuscht: Meist ist es nur etwa ein Teelöffel voll. Wenn Ihr Baby nicht an Gewicht verliert ist für eine ausreichende Ernährung gesorgt und alles in Ordnung. Es "nachzufüttern" wäre verkehrt, denn damit werden nur weitere Spuck-Attacken provoziert.
Wann wird es ernst?
Wenn das Spucken sehr häufig auftritt, kann es passieren dass die Magensäure die Speiseröhre angreift. Dann kann es darin zur Schwellung, Rötung und zu Schmerzen kommen. In diesem Fall wird Ihr Baby die Nahrung verweigern oder Schluckprobleme haben. Damit sollten Sie natürlich den Kinderarzt aufsuchen - er kann etwas verschreiben das die Speiseröhre vor der Säure schützt.
Auch falls die Spuckattacken ein normales Maß überschreiten, sollten Sie den Kinderarzt ansprechen. Er kann untersuchen ob eine krankhafte Störung vorliegt.
Lässt sich etwas dagegen unternehmen?
Es gibt nicht viel was hilft aber ein paar kleine Tricks können
Babys spucken reduzieren.
- Wenn Luft im Magen ist, kommt es häufiger zu aufstoßen und
damit meist auch zum spucken. Um das Aufstoßen bei vollem Magen
zu reduzieren sollten Sie Ihr Baby vor und während der Mahlzeit
immer wieder ein "Bäuerchen" machen lassen - ebenso nachher.
Wenn Ihr Baby mit der
Flasche gefüttert wird, verwenden sie
solche, die wenig Luft in den Magen des Babys lassen.
- Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Baby nicht überfüttern. Ein
zu voller Magen kann von der Muskulatur am oberen Magenausgang
nicht gehalten werden.
- Manche Ärzte empfehlen, die Milch nach dem 4.Monat etwas mit
Reisflocken anzudicken damit der Mageninhalt besser gehalten
werden kann. Eine sinnvolle Ernährung ergibt sich daraus aber
nicht.
- Machen Sie sich auch die Schwerkraft zunutze: Legen Sie Ihr Baby nach der Mahlzeit für etwa eine halbe Stunde leicht erhöht ab, z.B. indem Sie ein gerolltes Handtuch am Kopfende unter die Matratze seines Bettes legen. Verwenden Sie aber nie ein Kopfkissen - Ihr Baby könnte darin ersticken. Ein Keilkissen unter der Krabbeldecke wirkt ähnlich erhöhend.
Wann hat das Spucken ein Ende?
Wenn Babys festere Nahrung erhalten und alt genug sind um
aufrecht zu sitzen, wird es meistens deutlich besser. Aber das
Drehen
und das Kriechen auf dem Bauch können noch einmal für eine deutliche
Spuckphase sorgen. Der Druck auf den Magen ist dann größer als die
Muskelkraft
Meistens ist der Spu(c)k nach 12 Monaten vorüber - in manchen Fällen
aber auch erst nach dem zweiten Geburtstag.
Gedeihkinder?
Ob spuckende Kinder nun besser gedeihen als andere ist wohl
kaum zu klären. Doch wenn der Magen so gut gefüllt ist, dass er
"überläuft", dann hat Ihr Baby wohl gute Voraussetzungen um sich zu
entwickeln.
Damit Sie jedoch nicht erschöpft vor der Waschmaschine einschlafen,
hier noch ein paar Tipps:
- Ein weiches, gefaltetes Baumwolltuch im
Bett unter dem
Kopf des Babys spart
Bettwäsche.
- Wenn das Baby auf dem Arm ist und beim "Bäuerchen machen"
ebenfalls ein großes Tuch über die eigene Schulter legen.
- Dem Baby nach der Mahlzeit ein Lätzchen umbinden.
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