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 Zahnpflege für Milchzähne

Zähne kriegen

Anzeichen für's Zahnen

Hilfe und Zahnpflege

 

Autorin: Barbara Schniebel

 

Inhaltliche Beratung:

Dr. med. Silvia Träupmann

Kinderzahnärztin, Leipzig

zahnen


Die Milchzähne werden nicht ausfallen, bevor die bleibenden Zähne bereit sind, herauszukommen. Das beginnt ungefähr mit 6 Jahren und dauert mehrere Jahre an. Bis dahin sollten die Milchzähne unbedingt gesund erhalten werden.

 

Erfolgreiche Zahnpflege

Ab dem ersten Zähnchen ist es Aufgabe der Eltern, die Zähne zu reinigen und vor Schädigungen zu bewahren. Zahngesundheit erreicht man durch das Zusammenspiel von gesunder Ernährung, gesunden Essgewohnheiten und konsequenter Zahnreinigung.

 

Richtige Zahnpflege bis zum 2. Geburtstag

  • Mit einer kleinen Kinderzahnbürste putzen
  • 1 x täglich mit einer flouridhaltigen Zahnpasta und 1 x täglich ohne Fluorid putzen.
  • Die Zahnpastamenge sollte der Größe des Fingernagels des kleinen Fingers Ihres Kindes entsprechen.
  • Spätestens bis zum ersten Geburtstag beim Zahnarzt vorstellen.

 

Richtige Zahnpflege nach dem 2. Geburtstag

  • 2 x täglich mit einer kleinen Kinderzahnbürste und einer flouridhaltigen Zahnpasta putzen.
  • Die Zahnpastamenge sollte der Größe des Fingernagels des kleinen Fingers Ihres Kindes entsprechen.
  • Alle 6 Monate beim Zahnarzt vorstellen.

 

 

Zahnpasta mit oder ohne Fluor?

Diese Frage wird immer wieder heiß diskutiert. Studien haben ergeben, dass Fluorid, welches direkt auf die Zähne gelangt, den Zahn besser schützt als Fluorid, welches über den Blutkreislauf an den Zahn gelangt. Dieser Effekt ist auch nachweisbar, wenn die Kinder in den ersten Lebensjahren noch viel Zahnpasta verschlucken. Um eine zu hohe Dosierung zu vermeiden wird in den ersten zwei Lebensjahren nur 1 x täglich mit Fluorid geputzt und die Menge der Größe des Kindes angepasst: Die Menge einfach nach der Größe des Fingernagels des kleinen Fingers Ihres Kindes bemessen.

 

Sollte der Kinderarzt aus medizinischen Gründen Fluortabletten verordnet haben, sollte auf Fluor-Zahnpasta verzichtet werden. Beides gleichzeitig würde zu einer Überdosierung führen, in deren Folge die bleibenden Zähne Flecken aufweisen. Wer also Fluortabletten gibt, sollte Zahnpasta ohne Fluor verwenden (z.B. von Weleda).

 

So früh schon zum Zahnarzt?

Es mag einem zunächst etwas früh erscheinen, mit einem Baby und seinen vielleicht gerade mal 5 Zähnchen beim Zahnarzt vorstellig zu werden. Aber es gibt gute Gründe für einen Zahnarztbesuch vor dem ersten Geburtstag:

 

Bereits jetzt können Schädigungen der Zähne bestehen und - früh erkannt - behoben, sowie bei den weiteren Zähnen verhindert werden.

Die Zahnärztin wird Ihnen außerdem ausführlich die Zahnreinigung bei Kindern erklären und Sie über die neusten Erkenntnisse aus der Kinderzahnmedizin informieren.

Auch Auffälligkeiten werden früh erkannt und Ihr Kind gewöhnt sich an den Zahnarztbesuch.

 

Empfehlenswert sind besonders Kinderzahnarzt-Praxen, die immer häufiger zu finden sind. Hier wird für die kleinen Patienten genug Zeit eingeplant, spielerisch und mit passendem Zubehör gearbeitet und auf die besonderen Probleme von kleinen bis großen Kindern eingegangen. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen mit Putzmitteln in Kaugummigeschmack, zusätzlicher Schutz vor Karies durch Versiegelung und eine kleine Belohnung am Ende gehören dort meist zum Standardprogramm und vermitteln Kindern ein positives Zahnarzt-Erlebnis.

 

Wissenswertes zur Zahngesundheit

  • Geben Sie dem Baby nie die Flasche zum Einschlafen ins Bett: Die Milchflasche zum Einschlafen mag zwar ein gemütliches Ritual sein, jedoch werden Milchzucker und Milchsäurebakterien nun die ganze Nacht Zeit haben, auf den Zahn einzuwirken.

 

  • Vermeiden Sie auch am Tag, dass Ihr Baby dauerhaft an einer Flasche nuckelt, das ständige Umspülen mit Flüssigkeit schädigt die Zähne (das gilt auch für Wasser!).

 

  • Kariesbakterien können von den Eltern auf das Kind übertragen werden, z.B. wenn diese den Schnuller „sauber lutschen", vom gleichen Löffel essen und sogar beim Küsschen geben auf den Mund. Sorgen Sie also dafür, dass auch Ihre Zähne frei von Karies und die Zähne regelmäßig geputzt sind.

 

  • Mit ca. 18 Monaten ist Ihr Kind alt genug, um den Umgang mit der Zahnbürste selbst zu erlernen. Sie müssen dabei natürlich noch helfen und prüfen, ob alle Zähne sauber sind. Zeigen Sie ihm, wie man die Zahnbürste bewegt, dabei muss es noch nicht in eine bestimmte Richtung putzen. Putzen Sie unbedingt weiterhin gründlich nach, da Kinder erst im Grundschulalter in der Lage sind, alle Zähne korrekt zu reinigen.

 

  • Wenn Ihr Kind die Zahnpasta nicht mag, probieren Sie eine andere Marke. Vermeiden Sie Zahnpasta mit Zuckerzusatz.

 

  • Wenn Ihr vom Kinderarzt Kind Fluor-Tabletten verschrieben bekommen hat, sollten Sie unbedingt eine Zahncreme ohne Fluor verwenden (z.B. von Weleda). durch zu viel Fluor können sich die Zähne sonst unschön verfärben.

 

  • Vermeiden Sie generell säurehaltige Getränke (Getränken wird oft auch Zitronensäure zugesetzt) und Speisen - insbesondere in der halben Stunde vor dem Zähneputzen. Grund: Säure greift den Zahnschmelz an und weicht ihn auf, macht ihn so auch anfällig für mechanische Schädigungen durch die Zahnbürste.

 

  • Wenn das Kindergebiss schon recht vollständig ist, sollte man (besonders bei engem Zahnstand) die Zahnzwischenräume unbedingt 1 x täglich mit Zahnseide reinigen. Karies entsteht oft zwischen den Zähnen, d.h. es werden gleich zwei Zähne zugleich geschädigt. Karies im Zahnzwischenraum wird meist erst spät erkannt und der Schaden ist dann entsprechend größer und schwieriger zu beheben.

  • Süßigkeiten: Lieber einmal am Tag als mehrfach über den Tag verteilt. Kaubonbons, Lollies, Gummibärchen und seine klebrigen Artverwandten sind besonders schädlich für die Zähne.

 

  • Karies kann einen Zahn schon befallen, bevor der Zahn zu sehen ist. Darum auch bei zahnlosem Mund keine süßen Getränke geben. Auch kann ein kariesbefallener Milchzahn den darunter liegenden bleibenden Zahn mit befallen.


Keine Lust zum Zähne putzen?

Wenn Kinder damit aufwachsen dass ohne Ausnahme die Zähne geputzt werden, ist die Chance groß, dass sie diese Gewohnheit ein Leben lang beibehalten.

Leider sind aber auch Eltern nur Menschen und gerade am Abend, wenn die Kinder quengelig werden und der persönliche Leistungstiefpunkt nach einem langen, anstrengenden Tag längst erreicht ist, kann man schon mal Lust verspüren, das Zähneputzen ausfallen zu lassen.

Jedoch können geschädigte Milchzähne oder bleibende Zähne lebenslange Folgen für Ihr Kind haben. Bedenken Sie, dass das Lächeln Ihres Kindes seine Visitenkarte ist und auch dauerhaft bleiben wird. Sorgen Sie dafür, dass es schön und gesund bleibt. 

 

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