„Als Mutter wollte ich doch eigentlich ich strenger sein.“

„Eigentlich wollte ich doch strenger sein“

Süßigkeiten, Fernsehen und Co. – unsere Autorin hatte schon während ihrer Schwangerschaft eine genaue Vorstellung davon, wie sie als Mutter zu bestimmten Themen stehen will. Doch irgendwie kam alles anders.

©romrodinka via Bigstock

Als ich schwanger wurde, wusste ich im Grunde schon ziemlich genau, was ich meiner Tochter erlauben möchte – und was auf keinen Fall. Jetzt, nach zwei Jahren muss ich zugeben, dass ich bei einigen Dingen wohl etwas naiv war. Ich wollte, dass mein Kind in jungen Jahren nicht viel Süßes bekommt, viel Wasser ohne Saft trinkt, keine Schokolade isst – eben alles, wenn möglich, sehr gesund sein soll.

„Nur eines, Mama!“

Wie konsequent seid ihr als Eltern?

Und jetzt? Steht meine Tochter oft bettelnd vor mir und wünscht sich „Lokolade!“ (= Schokolade) oder „Gummibärchen?“. Während sie nach Süßem fragt, hat sie den absolut charmantesten Blick der Welt – und es ist unglaublich hart, dann noch stark und konsequent zu bleiben. Vor allem, wenn sie dann geschickt „Nur eines, Mama!“ hinzufügt und dabei grinst wie ein Honigkuchenpferd.

„Es kann eben auch mal sein, dass meine Tochter zum Frühstück einen Schokopudding isst.“

Wir haben viele Kinder bei uns in der Familie, klar, dass die immer wieder mal etwas Süßes bekommen. Und da ist es auch keine Überraschung, dass auch die Kleinen mal ein Gummibärchen oder ein Stück Schokolade abbekommen haben. Bei mir gibt es auch eigentlich viel Obst und Gemüse, aber es kann eben auch mal sein, dass meine Tochter zum Frühstück einen Schokopudding isst. Naja, so viel zum Thema „So wenig Zucker wie möglich.“

Ähnlich war es auch mit dem Vorhaben „Kein Fernsehen, vor allem nicht als ‚Babysitter-Ersatz‘.“ Ich weiß, dass mich jetzt einige Leser steinigen werden, und vielleicht gibt es ja auch wirklich heilige Mamas, die alles perfekt machen und es nicht verstehen können. Aber ich gebe zu: Manchmal lasse ich meine Zweijährige Fernsehen, damit ich zum Beispiel das Abendessen in Ruhe machen kann oder meine E-Mails checken.

Lang darf sie nie schauen, aber sie schaut und liebt es. Ich versuche auf jeden Fall, sie nicht oft in die Flimmerkiste blicken zu lassen und ansehen darf sie nur von mir ausgewählte Filmchen, wie beispielsweise eine Folge „Barbapapa“ – die liebt sie ohne Ende.

„Ganz ehrlich: Ich finde es gar nicht mehr so schlimm.“

Bevor ich wieder zu Arbeiten angefangen habe und als meine Tochter erst ein Jahr alt war, dachte ich, sie solle auf keinen Fall fernsehen. Sie soll lieber Bücher ansehen, spielen oder eben einfach warten. Ganz ehrlich: Ich finde es gar nicht mehr so schlimm, wenn sie hin und wieder eine Viertelstunde vor dem Fernseher sitzt und nette Kindersendungen ansieht.

Trotzdem kann sie sich auch alleine beschäftigen, spielt, während ich schreibe, oft stundenlang mit ihrer Puppenküche, schaut Bücher an oder versorgt ihre Puppe. Sie quengelt nicht dauernd herum, weil sie vor die Glotze möchte. Manchmal nimmt man sich eben ganz viel vor und merkt: Ganz so einfach ist die Durchsetzung eben doch nicht. Und das ist doch auch okay, oder?