Kolumne: Ich stille mein 19 Monate altes Kind

Ich stille mein 19 Monate altes Kind

Krawalli, wie ich meine kleine Tochter liebevoll nenne, bereichert unser Familienleben seit 19 Monaten mit ihrem Temperament, ihrer überquellenden Liebe und ihrem kecken Grinsen. Oft sind andere Mütter und Väter erstaunt, wie viel sie mit ihrem zarten Alter doch schon kann. Und trotz- oder vielleicht sogar deshalb, hängt sie noch immer „an der Brust“

Mutter stillt ihr Kleinkind auf einem Sessel
©Angie Mahlke via Twenty20

Mit 19 Monaten Stillzeit komme ich mir oft vor wie eine Außerirdische. Mich selbst muss ich als sogenannte Langzeitstillende bezeichnen, obwohl sogar die WHO wiederholt auffordert, Kinder bis ins dritte oder sogar vierte Lebensjahr zu stillen. Wirklich! Dass ich meine Tochter noch stille, ist für mich absolut logisch. Von Anfang an hatten wir eine sehr gute Stillbeziehung, auch wenn diese die ersten drei Monate durch ein Stillhütchen erschwert wurde. Schnell waren wir ein eingespieltes Team und es war völlig egal, wann oder wo – wir konnten überall entspannt stillen. Die Art und Weise des Stillens änderte sich mit jedem Monat, es wurde weniger, es wurde intimer nur noch zuhause und nicht mehr im Café oder auf der Couch bei Freunden. Aber es ist geblieben.

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„Sie wird aufhören, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.“

Stillen ist für uns viel mehr als nur Nahrungsaufnahme, es ist Trost, Wärme, Nähe, Liebe und Glück in einem. Krawalli liebt das Stillen, fordert es ein – und ich würde ihr dieses besondere Band zwischen uns nie auf Druck verwehren. Ich bin überzeugt, dass sie nimmt was sie braucht und dass sie aufhören wird, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ob dieser morgen oder erst in einem Jahr ist, das ist mir egal. Obwohl ich zugeben muss, dass ich das Stillen noch immer sehr genieße, denn es sagt sehr viel über uns beide aus. Regeln haben wir trotzdem eingeführt, seit Krawalli größer ist – gestillt wird zu 90 Prozent nur noch nachts im Bett, das weiß sie. Und wenn meine kleine Tochter am Nachmittag auf meinem Schoß sitzt, mich angrinst und sagt: „Mama, Bett gehen!“ dann weiß ich genau: Müde ist sie nicht – nur hungrig, nach Muttermilch, Liebe und Nähe.